Fußball | Westfalenliga
SuS Stadtlohn kürzt massiv den Etat

Stadtlohn -

Sportlich lief es zuletzt gut für den SuS Stadtlohn und seine Westfalenliga-Mannschaft. Finan­ziell allerdings haben sich Probleme aufgetan. Die Folge: Mit Wirkung zum 1. Januar hat der Gesamtverein den Etat für die Fußball-Abteilung um nahezu die Hälfte eingekürzt.

Mittwoch, 03.01.2018, 15:01 Uhr

Fußball | Westfalenliga: SuS Stadtlohn kürzt massiv den Etat
Der Stadtlohner Markus Banken wird im Sommer Spielertrainer des FC Epe. Foto: Sascha Keirat

Als erste Konsequenz haben die Verantwortlichen den Spielern der 1. Mannschaft Kürzungen ihrer Vergütung zum neuen Jahr angekündigt. Daraufhin haben sechs Spieler den SuS mit sofortiger Wirkung verlassen: Michael Roßmöller, Mario Worms , Hakan Gökdemir, Markus Banken, Jonas Schmidt und Tobias Hüwe.

Hüwe hat bereits seinen Wechsel zu Eintracht Coesfeld bekannt gegeben, Worms (ebenfalls Eintracht Coesfeld) und Banken (Spielertrainer beim FC Epe) hatten ihren Abgang zum Saisonende ohnehin schon angekündigt. Die übrigen Akteure erhalten ebenfalls die sofortige Freigabe.

Die weitere Entwicklung wird auch in Epe genau beobachtet werden. Beide Bezirksligisten treten in der Rückrunde noch gegen die Reserve des SuS Stadtlohn an, die personell vermutlich Federn lassen muss. Wie der FC Epe steckt SuS Stadtlohn 2 (beide weisen 14 Punkte auf) im Abstiegskampf. Dass Markus Banken nun schon in der Rückrunde für den FC Epe und damit früher als geplant aufläuft, konnte FC Epes Pressesprecher Daniel Alfert auf WN-Nachfrage aber nicht bestätigen.

Sportlich verliert das Team des SuS Stadtlohn nicht nur an Masse, sondern auch an viel Qualität. „Natürlich tut uns das weh, aber wir müssen die Situation jetzt so hinnehmen, wie sie ist, und werden die Flinte nicht ins Korn werfen“, sagt der Sportliche Leiter der Stadtlohner, Markus Plate. Der Vorstand des Gesamtvereins habe ihm mitgeteilt, dass die Fußballer deutlich weniger Mittel aus der Klubkasse erhalten würden.

Diese hohen Kosten kann die Abteilung nicht aus eigenen Einnahmen wie Sponsoren und Eintrittsgelder decken – zurückgezogen habe sich jedoch keiner der Sponsoren. Bislang ist der Gesamtverein hier immer eingesprungen. „Den Teil, der aus der Klubkasse kommt, haben wir jetzt reduziert“, erklärt der Vereinsvorsitzende, Wilfried Steinhage. „Finanziell ist es heute enger. Man hat einfach nicht mehr die Sponsoren und die Eintrittsgelder wie früher.“ Beim Thema Finanzen müsse er alle zwölf Abteilungen des SuS gleichermaßen im Blick halten und nicht nur die Fußballer.

Steinhage gewinnt der Veränderung aber auch Positives ab: „Wir werden jetzt noch konsequenter auf Spieler aus der eigenen Jugend setzen. Ich höre in der Bevölkerung immer wieder, dass die Leute mehr Stadtlohner Jungs in der ersten Mannschaft sehen wollen.“ Dass die Westfalenliga damit auf Dauer eher nicht zu halten sei, müsse der Verein in Kauf nehmen. „Wir gehen lieber diesen Weg, als dass wir den Spielbetrieb wie andere Vereine irgendwann einstellen müssen. Das kann und will ich unserem SuS nicht antun.“

Wie es nach der Saison weitergeht – der SuS ist aktuell Fünfter der Westfalenliga – wird sich zeigen. Zunächst geht es für die Sportliche Leitung und Trainer Rob Reekers darum, den Kader um die 14 verbliebenen Spieler für die Restserie aufzufüllen. Spieler aus der Bezirksliga-Reserve und der A-Jugend werden aufrücken, „wir sind aber auch in guten Gesprächen mit möglichen Neuzugängen“, sagt Plate.

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