Fußball: 3. Liga
Thioune beklagt Mentalitäts-Defizit - Osnabrück verliert wieder gegen Preußen

Osnabrück -

Preußen Münster hat nach dem 4:1-Heimsieg in der Hinrunde auch die zweite Partie der Saison gegen den VfL Osnabrück gewonnen. Ausgerechnet der Ex-Osnabrücker Adriano Grimaldi (28.) traf für die Gäste zum Sieg. VfL-Coach Daniel Thioune haderte vor allem mit der „Mentalität“ seiner Spieler.

Sonntag, 18.03.2018, 20:03 Uhr

Immer ein Bein dazwischen: Münsters Lion Schweers klärt hier eine Hereingabe von Marc Heider (vorn). Der Osnabrücker hatte noch die besten Szenen in der Offensive für seine Mannschaft. Foto: Tobias Mönninghoff

Ausgerechnet Adriano Grimaldi. Und ausgerechnet vor der Fangerade des VfL Osnabrück jubelte er. Er, der Stürmer, der für die Lila-Weißen einst spielte, mittlerweile aber als Kapitän beim SC Preußen Münster gelandet ist. Also Grimaldi war es, der das 40. Derby der Nachbarn an der Bremen Brücke entschied. Die 28. Minute lief vor 11 090 Zuschauern, als der SCP den Ball eroberte, das Umschaltspiel über Michele Rizzi, Grimaldi, Tobias Rühle und Martin Kobylanski funktionierte glänzend – am Ende war Grimaldi zur Stelle.

Und ließ sich den Jubel nicht nehmen, „Ich halte das für Quatsch. Ich habe für mich und meine Mannschaft getroffen“, wollte er nicht in Erinnerungen schwelgen und somit auch im Osnabrücker Stadion jubeln. Sein Treffer sorgte im Vergleich der Tabellennachbarn dafür, dass Münster auf dem besten Weg aus der Abstiegszone ist, vielleicht zwei Siege fehlen noch, um endgültig Klarheit zu haben.

Schwieriger bleibt die Lage für den VfL, zumal der Drittletzte aus Chemnitz im parallelen Sonntagsspiel mit 2:1 gegen Werder Bremen II gewann. Bremen II und Erfurt sind fast nicht mehr zu retten, Osnabrück und auch SF Lotte spüren dagegen den eisigen Hauch der Chemnitzer mehr oder weniger stark im Nacken.

Osnabrücks Trainer Daniel Thioune war jedenfalls bedient nach der Partie. „Die Mentalität hat heute den Ausschlag zu Gunsten von Münster gegeben. Es war zwar ein offenes Spiel, aber wie Grimaldi den Treffer erzwungen hat und wie oft Münster unsere Bälle geblockt hat im eigenen Strafraum, das war entscheidend“, befand Thioune. Und, so der Osnabrücker Coach weiter: „Wir hätten noch lange weiterspielen können, und wir hätten kein Tor geschossen heute.“

Tatsächlich ging der Sieg der Gäste in Ordnung, sie hatten den griffigeren Matchplan, gewannen die wichtigen Zweikämpfe und konnten sich auf eine starke Defensive verlassen. Das reichte. Kamer Krasniqi (4.) rutschte an einer guten Kopfballchance vorbei, Krasniqi (34.) testete Münsters Tormann Max Schulze Niehues, und dann verpasste Marc Wachs (44.) mit seiner Direktabnahme das 1:1 kurz vor der Pause. Die Preußen hatten den VfL weitestgehend im Griff, da war zu wenig Durchschlagskraft.

Zudem hatten die Gastgeber in der 37. Minute Glück, das Adam Susac, bereits verwarnt nach zehn Minuten, nach einem groben Foulspiel am Ex-Lotter Jeron Al-Hazaimeh nicht die Ampelkarte sah. Thioune nahm Susac erwartungsgemäß zur Pause raus. Die Reservisten des VfL waren bereits nach 25 Minuten zum Aufwärmen beordert worden. Thioune passte einiges nicht.

„Wir haben uns in den letzten zehn Tagen vieles, was wir aufgebaut haben, mit dem Arsch wieder eingerissen“, fand er markige Worte für nur einen Zähler aus den letzten drei Partien. Am Mittwoch im Nachholspiel bei Schlusslicht RW Erfurt muss eine Trendwende her.

Die hätte der VfL auch im Derby benötigt. Aber nicht einmal 60 Sekunden nach Wiederanpfiff rettete die Latte vor dem 0:2, als Michele Rizzi unbehelligt zum Kopfball kam. Einzig Marc Heider (47. und 52.) sowie der eingewechselte Marcus Alvarez (63.) sorgten für Gefahr. Osnabrück hatte häufiger den Ball, wusste damit aber wenig anzufangen. Vielmehr vergaben die Gäste den durchaus möglichen höheren Sieg. Bei dem Tackling von Stephen Sama an Münsters Tobias Rühle (72.) blieb der berechtigte Elfmeterpfiff aus. Darüber hinaus hatten Martin Kobylanski (54.) und Michele Rizzi (76.) allerbeste Qualitäts-Chancen.

„Ihr seid alle Auswechselspieler“, skandierte der Fanblock gen VfL-Spieler, das war ein bitterer Moment Mitte der zweiten Halbzeit. Und doch, in der Nachspielzeit hatte Christian Groß den Ausgleich auf dem Fuß – er traf nur das Außennetz. Den Punkt hätte der VfL an diesem Tag nicht wirklich verdient gehabt.

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