Fußball: Davertpokal-Nachlese
Schiri-Kritik: Jammern auf höchstem Niveau

Ascheberg -

Die 32. Auflage des alljährlichen Budenzaubers in Ascheberg kann man getrost als Erfolg verbuchen. Orga-Chef Dominik Reher (SV Herbern) ist jedenfalls sehr zufrieden. Aber irgendwer hat ja immer was zu meckern.

Montag, 08.01.2018, 20:01 Uhr

Laut Dominik Reher zu Unrecht in der Kritik: die Unparteiischen.
Laut Dominik Reher zu Unrecht in der Kritik: die Unparteiischen. Foto: flo

Dominik Reher , Geschäftsführer Fußball des SV Herbern, hätte schon gern den Sieg des Ausrichters – den neunten insgesamt in der Davertpokal-Historie – gefeiert. Ging bloß nicht, da Reher auch als Orga-Chef fungierte: „Wir mussten die Halle zurückbauen, die Banner abhängen.“ Für „ein Bierchen“ im Foyer, gemeinsam mit Trainern und Spielern der Ersten, habe es noch gereicht. Um 20 Uhr lag der SVH-Mann dann bereits auf der Couch, ausgelaugt nach drei anstrengenden Tagen.

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900 Besucher

Die Manöverkritik fällt aus Rehers Sicht so kurz wie erfreulich aus. 900 Besucher an drei Tagen, mehr geht nicht. „Wahrscheinlich würde auch in einer Halle für 500 Leute keine gähnende Leere herrschen“, sinniert er. Aber: „Wir können ja schlecht anbauen.“ Die, denen aus Platzgründen der Zutritt verweigert wurde, hätten immerhin die Möglichkeit gehabt, das Live-Geschehen auf den Monitoren im Eingangsbereich zu verfolgen.

Die Diskussion, ob B-Ligisten bei dem Turnier etwas verloren haben oder nicht, hält Reher ebenfalls für müßig: „Klar war Südkirchen überfordert. Andererseits hat Ottmarsbocholt den Cupverteidiger Greven geschlagen.“ Der Davertpokal lebe eben nicht nur von der sportlichen Qualität, sondern auch vom Lokalkolorit. Und von der Tradition: BWO etwa war seit der Premiere 1987 stets mit von der Partie.

Merfeld, Lüdinghausen und Ascheberg überzeugen, Greven nicht

Die Gewinner der 32. Auflage? Der SVH, klar, dem nur noch ein Titel fehlt, um zu Rekordsieger Davaria Davensberg (zehn Triumphe) aufzuschließen. Aber auch von einem VfL-Fluch – Senden hat es im 32. Anlauf wieder nicht geschafft, den Pokal in die Stevergemeinde zu holen – mag Reher nicht sprechen: „Man sollte das positiv sehen. Vier Mal in Folge im Finale zu stehen, das haben noch nicht viele Teams geschafft.“ Nur Davensberg stand zwischen 1997 und 2001 gar fünf Mal hintereinander im Endspiel.

Zu den positiven Erscheinungen zählten laut Reher aber auch Union Lüdinghausen („sind schon lange nicht mehr so weit gekommen“), A-Ligist TuS Ascheberg („in eigener Halle immer top-motiviert“) und, ein seltener Gast an der Nordkirchener Straße, die Sportfreunde Merfeld: „eine hochsympathische, spielstarke Truppe“.

Beides kann man vom SC Greven 09 nicht eben behaupten: Der Vorjahressieger erreichte mit Mühe und Not die Zwischenrunde, fiel häufiger durch Lamentieren denn durch gekonnte Spielzüge auf. Zwar beschwerten sich etliche Trainer über die vermeintlich wenig einheitliche Linie der Referees, insbesondere bei den Hinausstellungen. Rehers bricht jedoch eine Lanze für die Unparteiischen: „Das ist für mich Jammern auf hohem Niveau. Klare Fehlentscheidungen habe ich so gut wie gar nicht wahrgenommen. Bei sechs Spielleitern ist das halt so, dass einer die Regeln vielleicht einen Tick anders auslegt als die Kollegen. Wichtiger ist doch, dass es an allen Tagen auf dem Parkett fair zugegangen ist.“

Ach ja, und dann schickt Reher noch einen Gruß an alle Traditionalisten, die bis heute meinen, der Futsal-Ball sei Teufelszeug und der Untergang des Abendlandes nur eine Frage der Zeit: „263 Tore in 39 Partien – das gab’s noch nie.“ Im Schnitt rappelte es 6,7 Mal in der Kiste. Als noch mit dem Soft-Ball gekickt wurde, fielen je Begegnung nur gut vier Tore.

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