Fußball: Oberliga Westfalen
„Fio“ und „Cio“ – Ciao, amore mio

Ahlen -

Fünf Spieler verlassen RW Ahlen am Saisonende. Anlass genug, sich am Sonntag mit einem Heimsieg gegen den TuS Ennepetal zu verabschieden. Da passt es gut, dass Trainer Britscho ankündigt, die Fans entschädigen zu wollen.

Freitag, 24.05.2019, 17:15 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 17:30 Uhr
In verschiedene Richtungen verschlägt es Cihan Yilmaz (links) und Marco Fiore nach dieser Saison. Zuvor gingen beide gemeinsam mit RW Ahlen einen erfolgreichen Weg. Foto: Marc Kreisel

Wären sie bei Rot-Weiß Ahlen Köche und das Wersestadion ihr Restaurant – sie hätten ihren Gästen einen belastbaren Magen zugemutet. Leckerbissen standen nur selten auf der Speisekarte, schwer verdauliche Kost wurde dagegen viel zu häufig serviert.

„Wir haben uns in den letzten zwei Jahren das Stadion leer gespielt“, sagt daher Joachim Krug nicht von ungefähr. Den rückläufigen Zuschauerzuspruch führt der Sportliche Leiter auf die Vielzahl dürftiger Auftritte der Mannschaft zurück. Auch in der aktuellen Runde belegt RWA im Heimranking nur den drittletzten Platz. Fünf Siegen stehen vier Unentschieden und sieben Niederlagen gegenüber. 19 Zähler holten die Ahlener daheim, 22 in der Fremde.

Entschädigung fürs Publikum

Am Sonntag (15 Uhr) hat das Team im letzten Saisonspiel gegen den TuS Ennepetal die Chance, diese Ausbeute zumindest ausgewogen zu gestalten und die (wenigen) treuen Anhänger mit einer gelungenen Darbietung versöhnlich zu stimmen.

Die Duell-Bilanz beider Clubs.

Die Duell-Bilanz beider Clubs.

„Wir möchten uns mit einem Sieg verabschieden. Denn wir wissen selbst, dass wir keine zufriedenstellende Heimbilanz haben. Die Zuschauer mussten mit uns leiden, bei dem, was wir teilweise abgeliefert haben. Dafür wollen wir sie entschädigen und das etwas geraderücken“, sagt Trainer Christian Britscho . Außerdem geht es darum, auch all jene mit einem guten Gefühl zu verabschieden, die der August-Kirchner-Straße in diesem Sommer den Rücken kehren.

Fiore dankt den Fans

Philipp Grodowski, Justin Perschmann (beide zum SV Eintracht Heessen), Cihan Yilmaz (startet Trainer-Laufbahn), Peter Rios (Ziel unbekannt) und Marco Fiore (Karriereende) werden in jedem Fall adieu sagen.

Der 30-jährige Fiore konzentriert sich künftig verstärkt auf seine berufliche Karriere und ist in der neuen Saison (nur noch) als spielender Co-Trainer beim Bezirksligisten Sportfreunde Hüingsen aktiv, deren Trainer sein Bruder Giancarlo ist. Auf dem Rasen kann sich Fiore nicht beim Publikum verabschieden. Er handelte sich bei der 0:1-Niederlage beim TuS Haltern die fünfte Gelbe Karte ein und ist dementsprechend gesperrt.

Emotionaler Yilmaz-Abschied?

„Es war eine unglaublich schöne Zeit in Ahlen. Ich danke meinen Trainern, Teamkollegen und ganz besonders den Menschen und Fans im Verein für unvergessliche Momente“, wird Fiore auf der Facebookseite des Vereins zitiert.

Noch länger für die Ahlener aktiv war Cihan Yilmaz , der schon zu Zeiten LR Ahlens im Verein war. Sein Abschied dürfte daher noch mal um einiges emotionaler ausfallen. „Fio“, „Cio“, ciao amore mio – RW Ahlen war für Fiore und Yilmaz ebenso wie für Grodowski und Perschmann eine Herzensangelegenheit.

Niederlage mit Fallbeilwirkung

Grund genug für einen Heimsieg gegen den TuS Ennepetal. Der spielte eine furiose Hinrunde, „bis zur Niederlage gegen uns“, sagt Christian Britscho. Das 0:1 gegen RWA im Hinspiel hatte für Ennepetal Fallbeilwirkung. Der TuS brach seither kolossal ein, war mit Abstand schlechtestes Rückrundenteam. Den 34 Punkten aus der ersten Saisonhälfte ließ er nur noch mickrige sieben Zähler folgen. Ein unfassbarer Niedergang. „Für Außenstehende ist nicht nachzuvollziehen, was da passiert ist“, rätselt auch Christian Britscho. Dennoch zählt er die Gäste aus dem südlichen Ruhrgebiet nicht bloß für einen willkommenen Sparringspartner.

Die nötige Ernsthaftigkeit verlangt Britscho schon allein deshalb, weil seine Farben noch die Teilnahme am Westfalenpokal erwirken können. „Wenn es auf den anderen drei Plätzen gut für uns läuft, können wir noch Achter werden. Dazu müssen wir aber gewinnen. Das ist das, was wir beeinflussen können und das werden wir mit aller Macht tun“, unterstreicht der RWA-Trainer.

 

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