Holprige Phasen beim Auftakt
Handball-Nationalmannschaft startet mit Sieg in die WM

Berlin -

Mit einem deutlichen Sieg ist die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Donnerstag in die Weltmeisterschaft gestartet. Beim Eröffnungsspiel gab es einen 30:19 (17:10)-Erfolg gegen Korea. Die deutschen Handballer hatten aber auch einige holprige Phasen.

Donnerstag, 10.01.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 20:41 Uhr
Christian Prokop, Trainer des deutschen Teams, jubelt am Spielfeldrand. Foto: dpa

Der Sport allein stand beim 30:19 (17:10)-Erfolg der deutschen Handballer zum WM-Eröffnungsspiel gegen Korea nicht im Mittelpunkt. Die gemischte Auswahl des Außenseiters fand die berechtigte Beachtung (nach der Pause auch mit Einsatzzeit für den Norden), für den Ausrichter ging es darum, sich nicht nur auf, sondern auch neben dem Parkett warmzulaufen für zweieinhalb verheißungsvolle Wochen.

Die erste Hälfte geriet recht holprig für das DHB-Team, dann kam der Express für eine Viertelstunde ins Rollen, ehe er noch mal abbremste. Fest steht: Die nächsten Aufgaben werden weitaus komplizierter.

Das erste Tor ging an Korea

Der Europameister von 2016 erwies sich als freundlicher Gastgeber und ließ Suyoung Jung das erste Tor der Titelkämpfe werfen. Doch Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler rückten alles zügig gerade. Beide Kreisläufer standen zu Beginn neben Keeper Andreas Wolff , den Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki sowie Steffen Weinhold und Martin Strobel auf dem Feld. Diese Variante soll im Turnier nicht nur Grundlage für einen stabilen Innenblock sein, sondern auch im Angriff Verwirrung stiften.

Handball-WM: Deutschland - Korea

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  • Deutschlands Patrick Wiencek wirft neben Koreas Park Young Jun.

    Deutschlands Patrick Wiencek wirft neben Koreas Park Young Jun.

    Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Deutschlands Steffen Weinhold (l) in Aktion gegen Koreas Park Dongkwang

    Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Seunghyun Seo (l) und Dongkwang Park (r) aus Korea im Kampf gegen Patrick Wiencek aus Deutschland.

    Foto: Soeren Stache/dpa
  • Uwe Gensheimer wirft.

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  • Deutschlands Steffen Fäth in Aktion gegen Koreas Kim Dongmyung.

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  • Deutschlands Patrick Wiencek kämpft mit Koreas Park Kwangsoon (l).

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  • Hendrik Pekeler (l) und Steffen Weinhold (r) aus Deutschland verteidigen gegen Kang Jeongu aus Korea.

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  • Deutschlands Patrick Groetzki in Aktion gegen Koreas Jo Taehun (l).

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  • Patrick Wiencek aus Deutschland verteidigt gegen Ri Yong Myong aus Korea.

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  • Deutschlands Patrick Groetzki (r) jübelt neben Hendrik Pekeler.

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  • Patrick Groetzki wirft gegen Koreas Park Jaeyong.

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  • Deutschlands Trainer Christian Prokop reagiert auf den Spielverlauf.

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  • Koreas Jo Taehun (l) wirft auf das Tor gegen Deutschlands Torwart Andreas Wolff.

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  • Tänzer zeigen eine Darbietung zur Eröffnung der WM.

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  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) hält eine Rede zur Eröffnung der WM.

    Foto: Soeren Stache/dpa
  • Uwe Gensheimer (r) und Patrick Wiencek jubeln.

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  • Das gemeinsame Team von Nordkorea und Südkorea steht vor dem Spiel auf dem Feld.

    Foto: Soeren Stache/dpa

Im Zentrum wechselte Bundestrainer Christian Prokop allgemein früh und viel durch, alle sollten schnell ihren Rhythmus finden. Die allenfalls drittklassigen Koreaner waren da schon der passende Sparringspartner. Die rund 100 Fans des Underdogs, alle in Weiß gekleidet, staunten ungläubig, als Dongmyung Kim für einen zu späten Griff an die Wurfhand von Torschütze Steffen Fäth die Rote Karte sah (12.). Kleinlich? Gnade vor Recht? Na ja, es ist eine WM ...

Pfeifkonzert vom Heimpublikum

Das erste große Pfeifkonzert kam aber vom Heimpublikum. Drei Zeitstrafen (Pekeler, Strobel, Weinhold) ließen die Hausherren für wenige Momente nur zu dritt verteidigen. Gut, um das Unterzahlspiel im Wettkampf zu üben. Aber auch Indiz dafür, dass in der vielgerühmten Deckung noch Defizite bestehen. 8:6 nach einer Viertelstunde – das war nicht der deutsche Anspruch, gerade defensiv.

Abgehakt unter Startschwierigkeiten in einer überraschend hitzigen Partie, auch wenn Prokops Jungs vorne auf allen Positionen frei viel liegen ließen. Aus dem Rückraum traute sich ausschließlich Fäth etwas zu. Diese Problemzone war im Vorfeld bekannt.

Handball-WM 2019: Ein Überblick

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  • Bereits zum siebten Mal ist die Handball-WM auf deutschem Boden: 1938 in Deutschland (Sieger: Deutschland); 1958 in der DDR (Sieger: Schweden); 1961 in der Bundesrepublik (Sieger: Rumänien); 1974 in der DDR (Rumänien); 1982 in der BRD (Sieger: Sowjetunion); 2007 in Deutschland (Sieger: Deutschland).

    Bereits zum siebten Mal ist die Handball-WM auf deutschem Boden: 1938 in Deutschland (Sieger: Deutschland); 1958 in der DDR (Sieger: Schweden); 1961 in der Bundesrepublik (Sieger: Rumänien); 1974 in der DDR (Rumänien); 1982 in der BRD (Sieger: Sowjetunion); 2007 in Deutschland (Sieger: Deutschland).

    Foto: Franz-Peter Tschauner
  • Der Start war nicht leicht: Mit seinem ersten Turnier erlitt Trainer Christian Prokop 2018 Schiffbruch. Das frühzeitige Aus bei der EM in Kroatien wurde begleitet von einigen Misstönen. Innerhalb der Mannschaft waren viele nicht mit dem Führungsstil des heute 40-Jährigen einverstanden. Oftmals ignorierten die Profis sogar Anweisungen. Viele erwarteten im Frühjahr seinen Rauswurf.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Der DHB hielt an Prokop fest, der einräumte zu schnell zu viel gewollt und verändert zu haben. Seitdem ist Ruhe im Karton. Das Miteinander passt wieder. Aber der Druck auf Prokop ist immens. Das Halbfinale als Ziel auszugeben, war mutig, aber bei einer Heim-WM alternativlos. Verpasst Deutschland die Vorgabe knapp oder mit Pech, überzeugt aber insgesamt, wird ihm dieser Maßstab nicht um die Ohren fliegen. Ein Auftritt wie im Vorjahr dürfte aber sein Aus bedeuten.

    Foto: Axel Heimken
  • Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson prägte vor drei Jahren den Begriff der „Bad Boys“. So nannte sich erst die deutsche Mannschaft selbst und nach dem EM-Titel in Breslau das ganze Land seine Helden. Der Name von damals ist abgehakt. Das Team von 2019 möchte eine eigene Erfolgsgeschichte schreiben.

    Foto: Jens Wolf
  • Ex-Weltmeister Oliver Roggisch ist Teammanager der Nationalmannschaft und nah an den Spielern dran. Seit Anfang des vergangenen Jahres sitzt er beim DHB auch auf der Trainerbank und nimmt dort vor allem koordinierende Aufgaben wahr. Gleichzeitig tritt er vor und nach den Spielen als gefragter Interview-Partner auf, bezieht Stellung und ist nach seiner aktiven Laufbahn eines der Gesichter der Nationalmannschaft geblieben.

    Foto: Fabian Stratenschulte
  • Die ersten drei jeder sechsköpfigen Vorrundengruppe kommen weiter und bilden mit den drei Teams der Parallel- eine Hauptrundengruppe, für die die beiden Ergebnisse gegen die ebenfalls qualifizierten Konkurrenten mitgenommen werden. Nach drei weiteren Partien für jeden stehen die beiden Erstplatzierten im Halbfinale. Für die jeweiligen Sieger ist der Pokal dann zum Greifen nah.

    Foto: Marius Becker
  • Sechs Arenen, vier in Deutschland, zwei in Dänemark, bilden den Rahmen für die WM. Die Vorrunde A mit ihren 15 Partien wird in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin ausgetragen (13.000 Plätze), parallel spielt die Gruppe B in der Münchener Olympiahalle (12.463). Die Hauptrunde I wird in der Kölner Lanxess-Arena (19.500) ausgetragen, beide Halbfinals in der Hamburger Barclaycard-Arena (13.000).

    Foto: Oliver Berg
  • Auf dänischer Seite bietet die Royal Arena in Kopenhagen (14.500) den Spielort für die Vorrunde D und den Präsidenten-Cup sowie der Jyske Bank Boxen in Herning (15.000) die Stätte für die Gruppe C, die Hauptrunde II und die Finalspiele.

    Foto: Frank Rumpenhorst
  • Eine WM ist im Prinzip immer auch eine verkappte EM. Denn die Dominanz der europäischen Länder im Handball ist eklatant. Seit 1938 das erste globale Turnier ausgetragen wurde, standen mit einer einzigen Ausnahme immer Länder Europas auf dem Podium. Die französischen Handballer sind mit sechs Titeln Rekord-Gewinner. Viermal siegten Schweden und Rumänien. Deutschland feierte drei Titel (1938, 1978, 2007).

    Foto: Michel Euler
  • Top-Favorit der Handball-WM ist Titelverteidiger Frankreich. Ebenfalls stark eingestuft werden die Spaniern und Kroaten um Superstar Domagoj Duvnjak (Foto). Mit-Gastgeber Dänemark gehört ebenfalls zum Kreis der Favoriten. Kandidaten fürs Halbfinale sind Schweden und Norwegen.

    Foto: Toni Albir
  • Die Ex-Handball-Weltmeister Markus Baur (Foto) und Dominik Klein analysieren als Experten die Partien der deutschen Mannschaft im TV. ARD und ZDF zeigen alle Spiele der Deutschen live. Eurosport strahlt zudem 15 Begegnungen ohne DHB-Beteiligung aus. Alle Spiele gibt’s zudem im Netz bei sportdeutschland.tv – auch auf Abruf.

    Foto: A2931 Bernd Weißbrod

Leichtigkeit nach dem Wiederanpfiff

Was vor der Pause vielfach noch schwerfällig wirkte, erhielt mit Wiederanpfiff die erhoffte Leichtigkeit. Dank des gewohnt zuverlässigen Wolff, dank Abwehrriese Finn Lemke, dank des Bullen Jannik Kohlbacher am Kreis (er verschaffte dem einzigen Rechtsaußen Groetzki wie auch Franz Semper ein paar Ruhephasen) – aber auch weil Koreas Kraft und Konzentration nachließ.

Mit einem 10:3-Zwischenspurt wurde es deutlich, zudem kamen alle 16 Kadermitglieder zum Zug. Am Ende wurden sie in der Abwehr und im Abschluss noch mal nachlässig. Es war letztlich aber egal, ob es ein Sieg mit einem oder 20 Toren Unterschied wurde. Die ersten beiden Punkte der WM wird Deutschland nicht in die angestrebte Hauptrunde mit nach Köln nehmen.

Der deutsche 16er-Kader für die Handball-WM 2019

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  • Torhüter: Andreas Wolff (THW Kiel)

    Torhüter: Andreas Wolff (THW Kiel)

    Foto: Monika Skolimowska
  • Torhüter: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain)

    Foto: Axel Heimken
  • Linksaußen: Matthias Musche (SC Magdeburg)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Rückraum links: Fabian Böhm (TSV Hannover Burgdorf)

    Foto: Peter Steffen
  • Rückraum links: Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten)

    Foto: Marijan Murat
  • Rückraum Mitte: Fabian Wiede (Füchse Berlin)

    Foto: Andreas Gora
  • Rückraum rechts: Steffen Weinhold (THW Kiel)

    Foto: Peter Steffen
  • Rückraum rechts: Franz Semper (SC DHfK Leipzig)

    Foto: Peter Steffen
  • Kreisläufer: Hendrik Pekeler (THW Kiel)

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Rückraum links: Finn Lemke (MT Melsungen)

    Foto: Marijan Murat
  • Rückraum Mitte: Paul Drux (Füchse Berlin)

    Foto: Marijan Murat
  • Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen)

    Foto: Marijan Murat
  • Kreisläufer: Patrick Wiencek (THW Kiel)

    Foto: Monika Skolimowska
  • Kreisläufer: Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen)

    Foto: Monika Skolimowska
  • Trainer: Christian Prokop

    Foto: Axel Heimken
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