Streaming-Dienste im Überblick
Im Netz der Video-Angebote

Immer mehr Internetnutzer in Deutschland schauen sich online Videos an. Das ergab eine Umfrage von Bitkom Research. Portale wie Youtube stehen dabei ganz vorne, aber auch die Online-Mediatheken der TV-Sender erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein Überblick über die Streaming-Dienste.

Montag, 22.07.2019, 08:00 Uhr
Von Amazon bis Netflix: Es ist nicht einfach, im Dschungel der Stremingdienste den Überblick zu behalten. Foto: Imago/dpa

Immer mehr Internetnutzer in Deutschland schauen sich einer Umfrage zufolge online Videos an. 79 Prozent der Befragten streamen zumindest hin und wieder kurze Clips, Serien oder Filme - im Vorjahr lag der Anteil noch bei 76 Prozent. Zwei Drittel (65 Prozent) von ihnen nutzt mindestens mehrmals in der Woche Streaming-Angebote, wie eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research unter mehr als 800 Internetnutzern zeigt.

Am populärsten sind Videoportale wie Youtube und Vimeo sowie Online-Mediatheken der TV-Sender (je 65 Prozent).

Daneben werden Serien, Filme und auch Sport-Events über On-Demand-Dienste wie Netflix , Amazon Prime Video, Sky und Dazn abgerufen. Wir haben die Dienste unter die Lupe genommen und zeigen die Vor-und Nachteile auf.

Netflix, Amazon, Sky: Mit diesen zehn Serien überbrücken Sie die Sommerferien perfekt

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  • Intro

    Sommer steht für Sonne, Strand, Ferienzeit - und ein maues Angebot in den Kinos und im (linearen) Fernsehen. Wir haben eine Top Ten der aktuell besten Serien zusammengestellt, damit Sie jedes noch so regnerische Wochenende spielend überstehen. Der Rest der freien Tage bleibt reserviert für Strandkorb, Sonnencreme und Schwimmbäder. Das sind unsere Tipps. Von Carsten Vogel

    Foto: Netflix/Atsushi Nishijima/Alison Cohen Rosa
  • 10. Catastrophe, Staffel 4 (Amazon)


    Breviarium: Nach dem Unfall am Ende der dritten Staffel müssen Sharon und Rob sich erst wieder zusammenraufen. Zusätzlich geht es bei beiden auch im Beruf turbulent zu. Während Sharon an der Schule das Gefühl bekommt, von dem neuen Direktor angebaggert und gar belästigt zu werden, eröffnen sich für Rob Chancen, die Karriereleiter hochzufallen. In der finalen Folge wartet auf ihn jedoch eine tragische Nachricht. Leider heißt final diesmal wirklich Aus, Schluss und Vorbei. Denn die vierte Staffel ist zugleich die letzte. Schade, denn auch diese sechs Folgen sind aufgrund ihrer lebensnahen und glaubwürdigen Figuren sowie ihres wunderbaren Humors absolut sehenswert. 


    Beste Figur: Robs neuer Chef James Cohen. Gespielt von Chris Noth, den viele noch als “Mr. Big” aus der US-Serie “Sex and the City” kennen. Noth gelingt das Kunststück, selbst eine unsympathische Figur noch sympathisch wirken zu lassen.


    Beste Szene: Das gemeinsame Abendessen von Rob und Sharon mit seinem neuen Chef und  dessen Frau (sowie einer Arbeitskollegin und deren Freund) ist ein Dialog-Feuerwerk.


    Bester Song: Arcade Fire -The Suburbs (Continued)


    Bingeabilty: Schnell durchgesuchtet. Sechs Folgen zwischen 24 und 28 Minuten: 147 Minuten, also knapp zweieinhalb Stunden.

    Foto: youtube/Channel4
  • 9. How to sell drugs online (fast) (Netflix)


    Breviarium: Aus Liebe zu seiner Freundin Lisa fängt Moritz Zimmermann an, im Internet einen Drogenshop zu installieren. Für eine gemeinsame Fahrt in die Vereinigten Staaten will er damit Geld auftreiben. Und er will sich gegen seinen Nebenbuhler durchsetzen. Mehr oder weniger Unterstützung erhält er dabei von seinem besten Freund Lenny. Hier trifft Coming-of-Age auf Breaking Bad. Sicherlich, es gibt viele Klischees. Aber die zugespitzten Rollen sind gewollt. Und so entsteht eine kurzweilig unterhaltende Serie, die gerade mit der Darstellung sozialer Medien reüssieren kann.


    Beste Figur: Buba, der nebenberufliche Drogendealer. Verkörpert wird die Figur von Bjarne Mädel, der als Tatortreiniger und Stromberg-Trottel Ernie bekannt geworden ist.


    Beste Szene: Um die Spoilergefahr hier zu minimieren: Die Slapstick-Szenen rund um Dealer Buba lohnen allein das Einschalten.


    Bester Song: Während Lisa und Dan im Club tanzen läuft der Song “Wealth” von Modeselektor.


    Bingeabilty: Sehr hoch, denn die Serie ist extrem kurzweilig. Sechs Folgen zwischen 24 und 32 Minuten: 169 Minuten, also knapp unter drei Stunden.

    Foto: youtube/Netflix
  • 8. Good Omens (Amazon)


    Breviarium: Die Serie basiert auf dem Fantasy Roman “Ein gutes Omen” von Terry Pratchett (weltberühmt dank seiner Scheibenwelt-Romane) und Neil Gaiman (bekannt auch durch seinen selbst als Serie verfilmten Roman “American Gods”). Die Handlung in aller Kürze: Dämon Crowley und Engel Aziraphale haben es sich auf der Erde seit Jahrtausenden gemütlich gemacht und versuchen jetzt, das Ende der Welt zu verhindern. Wunderbarer Humor: Monty Python trifft Douglas Adams trifft Pratchetts Scheibenwelt. Britischer Humor in Höchstform. 


    Beste Figur: Crawley/Crowley gespielt von David Tennant. Tennant hat nicht umsonst unzählige Preise als bester Schauspieler eingeheimst und stiehlt auch am Theater regelmäßig allen Beteiligten die Show. 


    Beste Szene: Der Anfang der Serie erinnert in seiner Monty-Python-haftigkeit an das wunderbare “Leben des Brian”.


    Bester Song: Queen, Queen und nochmals Queen. Welcher Song spielt dabei gar keine Rolle, denn es passt immer. 


    Bingeabilty: Hoch. Sechs Folgen zwischen 51 und 58 Minuten: 328 Minuten, also knapp fünfeinhalb Stunden.

    Foto: youtube/Prime Video DE
  • 7. Too old to die young (Amazon)


    Breviarium: Der dänische Filmregisseur Nicolas Winding Refn ist bekannt geworden durch die “Pusher”-Trilogie und durch Filme wie “Drive” und “Only God Forgives” mit Ryan Gosling. Hauptdarsteller Miles Teller spielte im Oscar prämierten “Whiplash” an der Seite von J. K. Simmons die Hauptrolle. Zusammen ergeben die beiden eine zehnteilige Serie, deren Stilistik meist über die Substanz der Handlung siegt. Jede Szene wirkt wie ein kontrastreiches neonfarbenes Gemälde. Worum es geht? Es ist wie Twin Peaks in Film-Noir-Gestalt: Ganz genau lässt sich das nicht sagen. Die Themen sind Kartellkriege, Rache und Selbstjustiz, Gewalt, Fetische und Sex. Alles auf jeden Fall zumindest verstörend. Gegen das Erzähltempo der rund dreizehnstündigen Serie, wirkt das von Jim-Jarmusch-Filmen wie ein Zeitraffer.


    Beste Figur: Yaritza (gespielt von Cristina Rodlo), die als selbsternannte Hohepriesterin des Todes einen Rachefeldzug führt, der seinesgleichen sucht. 


    Blutrünstigste Szene: Um nicht zu viel an dieser Stelle zu verraten: Das dreitägige Auspeitschen einer der Figuren ist weit vorne. Auch eine Folterszene, die dann in einer ziemlich unansehnlichen Schwimmbadszene mündet, gehört definitiv dazu.


    Bester Song: Erstens: Eine Verfolgungsjagd mit einem Elektroauto und einem Dialog über die gute alte Zeit des amerikanischen Gefährts wird unterlegt mit “Mandy” von Barry Manilow. Zweitens endet die Serie mit dem perfekten Song: Judas Priests “Rocka Rolla”.


    Bingeabilty: Niedrig. Es dauert, sich durch diese Serie zu kämpfen. Zehn Folgen zwischen 31 und 97 Minuten: 755 Minuten, also etwas über zwölfeinhalb Stunden.

    Foto: youtube/One Media
  • 6. Tales of the City (Netflix)


    Breviarium: LGBT in San Francisco: Basierend auf Armistead Maupins “Stadtgeschichten” rückt die Serie das queere Leben an der Barbary Lane 28 in den Vordergrund. Mary Ann (fantastisch: Laura Linney) kehrt nach Jahren anlässlich des 90. Geburtstags von Anna Madrigal (großartig: Olympia Dukakis) zurück in ihr altes Zuhause. Dort trifft sie auf ihren Ex-Mann, ihre Adoptivtochter Shawna und auch ihren alten Freund und Mitbewohner Michael Tolliver (genannt Mouse). Es geht um Beziehungen, Transgender, Instagram, Aids, Liebe und Sex. Wem die Sexszene in dem Elton-John-Biopic “Rocketman” schon zu gewagt war, sollte hier besser nicht reinschauen.


    Beste Figur: Ellen Page ist für “Tales of the City”, was Megan Rapinoe für die amerikanische Frauenfußball-Nationalelf ist: ein Hauptgewinn. Das gilt übrigens auch für “The Umbrella Academy”, eine Superhelden-Serie, die weder von Marvel noch von DC stammt und in der Ellen Page die Hauptrolle verkörpert. Den Namen der Serie oder des Films kann man beliebig austauschen, der obige Satz allerdings besitzt immer Allgemeingültigkeit.


    Beste Szene: Mary Anne trinkt sich in einer Bar Mut an, um mit Shawna über den Verkauf von Barbary Lane zu sprechen, traut sich sogar auf der Bühne den Song “Come to My Window” von Melissa Etheridge zu singen und gerade, als sie und Shawna einen Hinweis gefunden haben, warum Anne das Haus aufgibt, übergibt sich Mary Anne inmitten des Lokals.


    Bester Song: Wenn die Abspannmusik von der kanadischen Punkrockband Metz stammt und der Song “Headache” heißt, dann ist das ein Indiz dafür, dass die vorangegangenen Minuten nicht zu harmonisch gewesen sind.


    Bingeabilty: Take your time. Zehn Folgen zwischen 46 und 60 Minuten: 549 Minuten, also neun Stunden und neun Minuten.

    Foto: youtube/Moviepilot Trailer
  • 5. Stranger Things 3 (Netflix)


    Breviarium: Goonies trifft Aliens: Der Serien-Mega-Hit geht in die dritte Etappe. Diesmal liegt der Fokus nicht auf Wills Byers paralleler Schattenwelt, sondern das Böse erinnert an Body Snatcher. Das Grauen kommt als ekliger Glibber (Ghostbusters 2 lässt grüßen), nimmt Besitz von Menschen und formiert sich später als spinnenartiges Monster in der Mall. Dran glauben muss vor allem Schönling Billy Hargrove, der den älteren Frauen als Bademeister im Schwimmbad den Kopf verdreht. Ansonsten ist die Formel der produzierenden Duffer-Brüder dieselbe wie in den vorangegangenen Staffeln: Achtzigerjahre trifft auf Albtraum. Das Ende sei hier zwar nicht verraten, aber es lohnt sich, den Abspann der letzten Folge nicht zu früh abzuwürgen. 


    Beste Figur: Maya Hawke, Tochter von Ethan Hawke und Uma Thurman, spielt Eisverkäuferin Robin. Schlagfertig, sprachbegabt und an der Seite mit Steve ein absoluter Gewinn für die Handlung.


    Beste Szene: Eleven (Millie Bobby Brown) und Max (Sadie Sink) gehen in der Einkaufs-Mall shoppen. Zuckerguss-Pop-Kunst: Ein Haul wie eine Reminiszenz an Instagram-Influencer garniert mit Madonnas “Material Girl”.   


    Bester Song: Eleven macht Schluss mit Mike und im Hintergrund läuft Foreigners “Cold as Ice”.


    Bingeabilty: Abschalten ist fast unmöglich. Acht Folgen zwischen 49 und 77 Minuten: 443 Minuten, also etwas über sieben Stunden.

    Foto: youtube/Netflix
  • 4. Fleabag, Staffel 2 (Amazon)


    Breviarium: Nach den Streitigkeiten mit ihrer Familie ist Fleabag (Phoebe Waller-Bridge) wieder da. Diesmal verliebt sich die Britin ausgerechnet in den katholischen Priester, der ihren Vater und seine Partnerin verheiraten soll. Genug Stoff für Beziehungskrisen aller Art.


    Beste Figur: Andrew Scott überzeugt als Priester, wie schon als Bösewicht Moriarty in Sherlock Holmes überzeugt hat. Wunderbar, wenn Fleabag mit den Zuschauer direkt kommuniziert, um beispielsweise Situationen zu erläutern und der Priester dies auf irgendeine Art und Weise wahrnimmt.


    Beste Szene: Slapstick vom Feinsten: Claire stellt ihrer Schwester den finnischen Kollegen Klare vor. Herausragend: Kristin Scott Thomas erzählt von den Vorteilen der Menopause.


    Bester Song: Jennifer Lopez Song “Jenny from the Block” läuft in den Gemächern des Priesters.


    Bingeabilty: Extrem hoher Suchtfaktor. Sechs Folgen zwischen 23 und 27 Minuten: 152 Minuten, also gut zweieinhalb Stunden.

    Foto: youtube/Amazon Prime Video
  • 3. Chernobyl (Sky)


    Breviarium: Am 26. April 1986 explodierte im ukrainischen Prypjat der Block vier des Kernkraftwerks Tschernobyl. Eine Katastrophe, deren Ausmaß insbesondere zu der Zeit zunächst völlig unterschätzt worden ist. Die Opferzahlen sind bis heute nicht ganz aufgeklärt. Die Serie zeigt chronologisch und später auch anhand von Rückblenden, welche Fehlurteile, Vertuschungen und welches Versagen zu dem Drama führten. Auch wenn nicht alles auf Fakten beruht, was Regisseur Renck präsentiert: Chernobyl folgt zwar dem Schema einer typischen Serie mit spannenden Cliffhangern und muss sich auch den Vorwurf einer gewissen Klischeehaftigkeit gefallen lassen. Dennoch wird die Gefahr der zivilen Nutzung von Atomenergie hier mehr als deutlich.


    Beste Figur: Chemieexperte Waleri Legassow (Jared Harris), der mit dem Militärangehörigen Borys Shcherbyna (Stellan Skarsgård) versucht, die Aufklärung des Unglücks voranzutreiben.


    Bitterste Szene: Generalsekretär Gorbatschow muss die Entscheidung treffen, drei Arbeiter in den Reaktor zurück und damit in den sicheren Tod zu schicken, um das Leben zig Tausender zu retten.


    Bester Song: Der Score von Hildur Guðnadóttir ist melancholisch, unaufdringlich und bedrückend.


    Bingeabilty: In Maßen zu genießen, weil die Aufarbeitung des Themas schwer erträglicher Stoff ist. Eine Staffel, fünf Folgen zwischen 56 und 68 Minuten: 307 Minuten, also etwas über fünf Stunden.

    Foto: youtube/HBO/Moviepilot Trailer
  • 2. Barry, Staffel 2 (Sky)


    Breviarium: Barry möchte kein Auftragskiller mehr sein, sondern sich komplett auf seine Freundin Sally und seine Karriere als künftiger Schauspieler konzentrieren. Das kann natürlich nicht funktionieren, denn dazu gibt es zu viele Interessen anderer. Da sind zum Beispiel der  tschetschenische Möchtegern-Mafia-Pate NoHo Hank und Barrys Auftraggeber Monroe Fuches. Zudem ist ihm Polizist John Loach auf den Fersen, wenngleich auch aus anderen, überraschenden Motiven.


    Beste Figur: Barry selbst. Bill Hader ähnelt zwar in manch einer Kameraperspektive Serienkiller Dexter, kehrt aber hier eher die Comedy-Seite hervor. Die Serie lohnt allein wegen seiner Darstellung zwischen einem Auftragskiller mit Kriegspsychose und einem laienhaften Theaterdarsteller mit Hollywood-Ambitionen. 


    Beste Szene: Folge fünf fällt aus dem Format. Barry möchte nicht mehr töten und versucht mit der Zielperson Ronny einen Deal einzugehen. Es folgt eine Kampfsequenz, die Quentin Tarantino nicht besser hätte machen können. Doch damit nicht genug: Ronnys junge Tochter Lily übt sich in Rache, die an Kampfkunst à la Ang Lees “Tiger and Dragon” erinnert. Stichwunde, Sekundenkleber, Supermarktschießerei: Mehr kann man in 30 Minuten nicht aufbieten.


    Beste Songs: Während in der ersten Staffel John Denvers “Leaving on a Jet Plane” auf Panteras “Cowboys from Hell” in einer Szene aufeinandertreffen, erklingt in der zweiten Staffel Leann Rimes “How Do I Live” zu einer sensationellen Supermarkt-Kampfszene. Erwähnenswerter aus musikalischer Sicht ist aber der Abspann-Song der vierten Folge: Roxy Musics “Virginia Plain”.


    Bingeability: In einem Rutsch. Eine Staffel mit acht Folgen zwischen 26 und 33 Minuten: 232 Minuten, also knapp vier Stunden.

    Foto: youtube/HBO
  • 1. When they see us (Netflix)


    Breviarium: Für fünf Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren endet am 19. April 1989 abrupt ihre Kindheit. An dem Abend wird im New Yorker Central Park eine Joggerin überfallen und brutal vergewaltigt. Die Polizei identifiziert die vier schwarzen Jugendlichen und einen Latino als mögliche Täter und erwirkt über Stunden falsche Geständnisse. Die Jury spricht alle vor Gericht schuldig. Erst Jahrzehnte später stellt sich der wahre Täter. Am Ende steht eine Wiedergutmachung des Staates New York.

    Die Miniserie von Regisseurin und Autorin Ava DuVernay zeichnet chronologisch den Fall nach. Der Vierteiler zeigt nicht nur die fatalen Methoden der Polizei auf, sondern verdeutlicht auch, wie die Justiz dieser Zeit nach wie vor von Vorurteilen und Rassismus durchsetzt und wie aktuell das Thema heute noch ist. Denn auch Donald Trump spielte damals eine Rolle: Der heutige US-Präsident schaltete für 85.000 Dollar eine ganzseitige Anzeige in vier lokalen Tageszeitungen und rief dazu auf, dass der Staat die Todesstrafe wieder einführen solle. 


    Beste Figur:  Assante Blackk, Caleel Harris, Ethan Herisse, Marquis Rodriguez (bereits bekannt aus Marvels Iron Fist und Luke Cage) und allen voran Jharrel Jerome spielen die fünf jugendlichen Protagonisten so überzeugend, als wäre ihnen das Fehlurteil samt Folgen tatsächlich selbst passiert. 


    Beste Szene: In der ersten Folge wird dem Vater von Antron McCray nahegelegt, seinen Sohn zu überzeugen, mit der Polizei zu kooperieren. Im Verhörraum rastet er aus, wirft mit einem Stuhl. Etwas, was er Zeit seines Lebens bereuen wird. Michael Kenneth Williams - bekannt als Omar Little in der Serie “The Wire” - spielt Bobby McCray als überforderten Mann, der auf der einen Seite das Beste für seine Familie möchte, auf der anderen Seite aber viel Angst um sich selbst und seinen Job hat. 


    Bester Song: Ein hervorragender Soundtrack, bei sowohl Public Enemys “Fight the Power” als auch Michael Kiwanukas “Love & Hate” herausstechen.


    Bingeability: Hoch. Eine Staffel, vier Folgen zwischen 64 und 88 Minuten: 296 Minuten also knapp fünf Stunden.

    Foto: youtube/Netflix/GermanTrailers
  • Honorable Mentions

    Den Eintritt in die subjektiven Charts haben diese neuen Staffeln bekannter und erfolgreicher Serien nicht geschafft, dennoch lohnt es, sie in der Watchlist zu speichern.


    Dark, Staffel 2: Die erste deutsche Netflix-Serie und dazu noch eine überaus erfolgreiche. Die dritte Staffel ist bereits in Auftrag gegeben. Die zweite Staffel (acht Folgen zwischen 53 und 58 Minuten Länge) legt an Komplexität noch nach. Ein Tableau an Figuren, dass sich - "Zurück in die Zukunft" lässt grüßen - auf verschiedenen Zeitebenen dann auch mal selbst begegnet. (Netflix


    Orange is the New Black, Staffel 7: Ein Wiedersehen mit den Litchfield-Frauen: Taystee, Piper, Red, Nicky und Crazy-Eyes. Die dreizehn neuen Folgen der erfolgreichen Gefängnisserie sind zugleich die letzten. (Ab dem 26. Juli auf Netflix


    Legion, Staffel 3: Auch Marvels Superhelden-Verfilmung "Legion" geht in die letzte Runde. Zumindest vorerst, da die Rechte bei Disney liegen und deren eigener Streamingdienst in den Startlöchern steckt. Alle Freunde der X-Men-Reihe sei diese Serie ans Herz gelegt. Immerhin ist Hauptfigur David Haller Sohn des berühmten X-Men-Gründers Charles F. Xavier und verfügt selbst über Mutanten-Fähigkeiten. (Sky)


    Cobra Kai: 34 Jahre nach dem ersten Karate-Kid-Film setzt diese Serie den Film fort. Und nicht nur das: Die beiden Hauptdarsteller William Zabka und Ralph Macchio (der übrigens auch in Stranger Things 3 kurz Erwähnung findet) schlüpfen in ihre alten Rollen. Lustig und Wehmut erregend zugleich. (Youtube Red)

    Foto: JoJo Whilden/Netflix

► Netflix: Für Serienjunkies das Maß aller Dinge. Mit über 152 Millionen Kunden, auch wenn die Nutzerzahlen derzeit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Der Schwerpunkt liegt auf eigenproduzierten Filmen und Serien wie „Roma“ und „Stranger Things“. Die schwache Entwicklung ist auch höheren Preisen geschuldet. Es gibt drei verschiedene Preis-Modelle, die sich in Auflösung und Anzahl der Geräte unterscheiden. Die Spanne reicht von 7,99 bis 15,99 Euro. Ein Gratismonat lädt zum Testen an.

► Amazon Prime Video: Der größte Konkurrent von Netflix ist derzeit Amazons Streaming-Angebot „Prime Video”. In der Mitgliedschaft sind mehr als 20 000 Filme und Serien enthalten. 100.000 weitere stehen zum Leihen oder Kaufen zur Verfügung, darunter Film-Neuerscheinungen und aktuelle TV-Serien. Einige Serien sind selbstproduziert – für Deutschland etwa die preisgekrönte Serie „Beat“ oder „You Are Wanted“ mit Matthias Schweighöfer. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 7,99 Euro im Monat, Studierende zahlen nur die Hälfte. Auch Amazon Prime bietet einen Gratismonat an.

► Joyn: Seit knapp einem Monat sind ProSiebenSat.1 und Discovery mit der neuen Videoplattform „Joyn“ am Start. Sie erinnert an das Streaming-Portal „TV Now“ von RTL. Mit der neuen Plattform sind die Angebote von 55 TV-Sendern mit einer App kostenlos zu nutzen. Allerdings muss man sich, anders als bei anderen Anbietern, mit Werbung rumschlagen. Vor dem Start des jeweiligen Streams gibt es einen kurzen Spot, je nach Dauer der Episode unterbrechen weitere Werbeblöcke die Folge.

► Sky Ticket: Es gibt drei Bereiche: Sky Entertainment, Sky Cinema und Sky Sport. Im Bereich Entertainment liegt der Fokus auf Serien wie „The Walking Dead“, „Game of Thrones“ und Eigenproduktionen wie „Babylon Berlin“. Unter Cinema kommen alle Filmfans auf ihre Kosten. Hier können die aktuellsten Filme kurz nach dem Kinostart gestreamt werden. Schwerpunkt aber ist das Sport-Angebot, mit Live-Spielen aus der Fußball-Bundesliga. Im Unterschied zu Netflix und Amazon Prime gibt es zwar keinen Gratismonat, aber der erste Monat kostet nur 4,99 Euro anstelle von 9,99 Euro. Bei Sky Supersport variieren die Preise. Der erste Monat kostet 9,99 Euro, danach beläuft sich der Preis auf 29,99 Euro pro Monat. Daneben gibt es Tages- und Wochen-Tickets.

► Dazn: Wird oft als „Netflix des Sports“ bezeichnet und ist eine Alternative zu Sky-Sport. Bis zu 8000 Sportereignisse sind im Angebot enthalten. Dazn übernimmt die Live-Rechte für 40 weitere Bundesligaspiele von Eurosport. Künftig kostet das Abonnement zwei Euro mehr – also 11,99 Euro.

► TV Now: Das Videoportal der RTL-Gruppe, wo Soaps und Shows sowohl kostenlos, als auch gegen eine Gebühr (4,99 Euro/Monat) angeboten werden. Als Mitglied empfängt man die Livestreams von 13 Sendern. Ausgewählte Sendungen können vor der TV-Ausstrahlung angeschaut werden. Auch hier können Neukunden TV Now 30 Tage kostenlos testen.

► Magenta TV: Das Angebot der Telekom ist jetzt auch ohne abgeschlossenen Telekomvertrag nutzbar. Wie nahezu alle Dienste ist es monatlich kündbar. Das Abonnement kostet 7,95 Euro monatlich und beinhaltet neben 75 linearen Fernsehsendern (davon 45 in HD) auch die „Megathek“ mit Serien und Filmen. Bei Magenta TV ist der erste Monat gratis.

► AppleTV+, Disney+, Warner Media: Die Luft für Netflix und Co. wird dünner. Wenn Disney+ ab November 2019 in den USA an den Start geht, werden viele Filme und Serien von mehreren Streaming-Plattformen der Konkurrenz entfernt. Gleiches gilt für Warner Media, das eine Serie wie „Riverdale“ bei Netflix abzieht und sie exklusiv beim neuen eigenen Dienst anbietet. Apple TV+ will Eigenproduktionen in die Apple-Produktwelt bringen.

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