Operation Nachtwache gestartet
Rembrandt-Gemälde wird vor den Augen der Besucher restauriert

Amsterdam -

Das berühmteste Gemälde des niederländischen Meisters ist 377 Jahre alt - Zeit für eine Generalüberholung. Das Amsterdamer Reichsmuseum startet ein Mega-Projekt. Vor den Augen der Welt.

Montag, 08.07.2019, 12:20 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 14:21 Uhr
Rembrandts berühmtestes Gemälde "Nachtwache" wird seit Montag vor den Augen des Publikums mit neuesten Techniken untersucht und restauriert. Foto: Freek Van Den Bergh/dpa

Im Amsterdamer Reichsmuseum hat die „Operation Nachtwache“ begonnen - die bisher umfassendste Untersuchung und Restaurierung des berühmtesten Gemälde von Rembrandt van Rijn (1606-1669). Am Montag starteten Experten mit einem Scan des Gemäldes. Die Arbeiten finden vor den Augen des Publikums statt und sind auch im Internet zu verfolgen.

Das rund 17 Quadratmeter große Gemälde wurde aus dem Rahmen genommen. Drumherum wurde ein gläserner Raum gebaut, in dem die Experten auf beweglichen Podesten arbeiten werden. Die Arbeiten werden auch live im Internet zu verfolgen sein.

Publikumsmagnet des Reichsmuseums

Jährlich besuchen mehr als zwei Millionen Menschen das Reichsmuseum mit der weltweit größten Rembrandt-Sammlung. „Die Nachtwache“ (1642) gilt als Spitzenwerk von Rembrandt. Das Schützen-Gemälde zeigt die Amsterdamer Bürgerwehr. Deren Kapitän Frans Banning Cocq gibt seinem Leutnant den Befehl zum Abmarsch.

Für die Restaurierung wurde das 337 Kilogramm schwere Gemälde extra in eine andere Galerie des Museums gebracht.

In der ersten Phase des Projekts soll das Bild mit den neuesten Techniken, Scannern, Lasern und Mikroskopen untersucht werden. Dabei erhoffen sich die Forscher auch Auskunft über den Schaffensprozess und die Farben, die der Maler benutzte. Auf der Basis der gesammelten Informationen soll das Bild dann restauriert werden. Dabei geht es vor allem um Säuberungen.

„Das Bild ist in einem stabilen Zustand“, betonte Direktor Dibbits. Aber an einigen Stellen seien Farben verwischt, es gebe andere deutliche Spuren des Alters. So sei der kleine Hund am rechten unteren Bildrand von einer weißlichen Schicht bedeckt.

Letzte Restaurierung nach Messerstichen

Die „Operation Nachtwache“ wird mindestens ein Jahr dauern. Die Kosten werden auf rund drei Millionen Euro veranschlagt. Zuletzt war die „Nachtwache“ 1976 restauriert worden, nachdem ein psychisch kranker Mann sie mit Messerstichen beschädigt hatte.

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