Ärger um neues Küchengerät
Thermomix-Kunden kochen vor Wut

Ohne vorherige Anzeichen gab der Konzern Vorwerk bekannt, dass es einen neuen Thermomix gibt, den TM6 - und ahnte dabei wohl nicht, welche Empörung er damit lostreten würde.

Dienstag, 12.03.2019, 15:45 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 16:22 Uhr
„Alleskönner” sorgt für Ärger: Die Einführung des neuen Thermomix TM6 führte zu einem Shitstorm. Foto: Vorwerk

Aus vielen Haushalten in Deutschland ist er nicht mehr wegzudenken: der Thermomix. Am Freitag gab Vorwerk via Facebook bekannt, dass es ein neues Modell gibt, den TM6. Das verärgert viele Kunden, die erst kürzlich den TM5 erworben haben.

Denn das neue Modell kann laut Herstellerseite weitaus mehr als sein Vorgänger. Der TM6 sei seit Jahren das erste Modell mit deutlich erweiterten Kochfunktionen. „Anbraten, Slow Cooking, Karamellisieren, Sous-vide-Garen, Fermentieren - so einfach und lecker war es noch nie”, heißt es auf der Website.

Apropos Fermentierung: Auch unter dem Facebook-Post, der das neue Küchengerät anpreist, gärt es. Über 8000 - teils sehr negative - Kommentare haben sich unter dem Post mittlerweile angesammelt - ein ausgewachsener Shitstorm. „Hätte ich gewusst, dass dieses Jahr ein neues Gerät kommt, hätte ich gewartet. Ich fühle mich betrogen und verarscht, für ein Auslaufmodell so viel Geld bezahlt zu haben”, schreibt beispielsweise eine wütende Kundin.

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Der neue Thermomix TM6 Foto: Vorwerk

Vorwerk nimmt Verkaufspersonal in Schutz

Zusätzlich hätten viele Kunden beim Verkauf gefragt, ob es bald ein neues Modell geben werde, wie eine Nutzerin schreibt: „Wir haben unseren TM5 seit Dezember und extra nachgefragt, ob in absehbarer Zeit ein Nachfolger kommt. Ein klares NEIN war die Antwort.”

Vorwerk hat auf die vielen Vorwürfe reagiert: Man könne die Verärgerung verstehen. Das Verkaufspersonal nimmt der Konzern in Schutz: Es sei über das neue Modell nicht informiert worden.

Kunden können wechseln - aber nicht alle

Es handele sich um eine „unternehmenspolitische Entscheidung”, das neue Modell im Vorfeld nicht anzukündigen. Kunden, die zwischen dem 20. Februar und dem 8. März 2019 einen Thermomix bestellt haben, erhalten laut Vorwerk-Moderationsteam jedoch schriftlich ein individuelles Wechselangebot. Bis zum 23. März könnten sich diese Kunden für ein Modell entscheiden. „Eine Änderung dieser Regelung ist nicht vorgesehen”, betonte das Unternehmen.

Diejenigen, die ihren Thermomix vor diesem Zeitraum gekauft haben, werden mit warmen Worten abgespeist: Auch das Vorgänger-Modell sei ein „hervorragendes Produkt” und der erfolgreichste Thermomix „aller Zeiten”. 

So bitter es für die betroffenen Kunden sein mag, vor Gericht dürften sie kaum eine Chance haben. Ein Sprecher der Verbraucherzentrale NRW sah auf dpa-Anfrage wenig Ansatzpunkte für eine Klage gegen das Vorgehen von Vorwerk. Unternehmen seien nicht verpflichtet, neue Geräte vorab anzukündigen.

1359 Euro für neues Modell

Der aktuelle Preis eines Thermomix liegt laut Unternehmens-Website bei 1359 Euro. Kaufen können die Kunden ihn jedoch nicht im Handel oder im Internet. Beim sogenannten „Erlebniskochen" führen Repräsentantinnen und Repräsentanten vor, wie das Küchengerät funktioniert. Anschließend kann der Kunde - und auch eingeladene Gäste - einen Thermomix erwerben. Statt den Preis zu zahlen, können die Kunden selbst Repräsentant werden; bei vier verkauften Küchengeräten ist der eigene Thermomix gratis.

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