Kirche
Familienministerin will Demokratieprojekte dauerhaft fördern

Dortmund (dpa) - Angesichts des Erstarkens rechter Kräfte in Ostdeutschland hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey mehr dauerhafte Investitionen in Demokratiebildung gefordert. Diejenigen, die sich vor Ort für Demokratieförderung einsetzten, müssten mithilfe eines Demokratiefördergesetzes nachhaltige Rückendeckung bekommen, sagte die in Frankfurt/Oder geborene SPD-Politikerin am Freitag auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund.

Freitag, 21.06.2019, 13:44 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 13:52 Uhr
Franziska Giffey. Foto: Gregor Fischer

Engagierte Menschen in Ostdeutschland sehen laut Giffey zurzeit ihre Arbeit für eine offene Gesellschaft in Gefahr, sollte die AfD stärkste Kraft werden. «Das ist eine Situation, die hochgradig gefährlich ist für unsere Demokratie», sagte sie. Mit einem Demokratiefördergesetz könne sichergestellt werden, dass solche Organisationen auch langfristig arbeiten könnten «und nicht von Projektantrag zu Projektantrag».

In der Diskussionsrunde, die 30 Jahre nach dem Mauerfall der Frage nachging, wie gerecht es in Deutschland zugehe, appellierte Giffey, den «Jammermodus» zu verlassen und in Deutschland stolz auf das Geleistete zu sein: «Aus meiner Sicht ist der Mauerfall der Glücksfall des letzten Jahrhunderts», sagte Giffey. Wenn man gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen wolle, bedeute das aber auch, dass reiche Regionen nicht noch etwas oben drauf bekämen, «sondern es geht in die Gebiete, wo es noch schwierig ist - in Ost und West», betonte sie.

Der 37. Evangelische Kirchentag dauert noch bis zum Sonntag, insgesamt werden 118 000 Besucher zu knapp 2400 Veranstaltungen erwartet. Das breite Programm des Glaubensfests reicht von Konzerten, Bibelarbeiten, Workshops bis zu Podiumsgesprächen mit Bundespolitikern. Am Samstag soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Bühne stehen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6710543?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Segelflugzeug verunglückt bei Notlandung in den Borkenbergen
Beide Insassen ins Krankenhaus eingeliefert: Segelflugzeug verunglückt bei Notlandung in den Borkenbergen
Nachrichten-Ticker