Kulturpolitik
Kölner Schauspiel: Jetzt soll der alte Intendant bleiben

Seit längerem sucht die Stadt Köln nach einem neuen Schauspielintendanten. Zwischenzeitlich gab's mal einen Kandidaten, der dann aber doch nicht wollte. Jetzt haben die Bemühungen zu einer recht pragmatischen Lösung geführt.

Donnerstag, 23.05.2019, 13:57 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 14:12 Uhr
Stefan Bachmann ist zu sehen. Foto: Henning Kaiser

Köln (dpa/lnw) - Im monatelangen Hin und Her um die Leitung des Kölner Schauspiels gibt es jetzt eine Zwischenlösung. Der amtierende Intendant Stefan Bachmann bleibt einfach noch zwei Jahre länger. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) werde dem Hauptausschuss des Stadtrats vorschlagen, Bachmanns Vertrag bis 2023 zu verlängern, teilte die Stadt Köln am Donnerstag mit.

Im Januar hatte Reker angekündigt, der Salzburger Theaterchef Carl Philip von Maldeghem werde die Nachfolge von Bachmann antreten. Diese Entscheidung wurde jedoch von Kulturschaffenden und Journalisten heftig kritisiert. Von dem in Köln lebenden Schriftsteller Navid Kermani kam der Kommentar: «Ich kenne viele Theaterleute in Deutschland, mit vielen bin ich eng befreundet, und da gibt es nur ein allgemeines Kopfschütteln über die Wahl und, schlimmer noch, Mitleid.»

Als Reaktion darauf lehnte Maldeghem die Berufung ab und blieb in Salzburg. «Diese Debatte, die ich in Köln jetzt erlebt habe, die empfinde ich als provinziell», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Kurz danach bot der derzeitige Intendant Bachmann eine Verlängerung seines Vertrags an. Damals reagierte Reker zunächst zurückhaltend und berief eine Findungskommission unter ihrer Leitung ein.

Am Donnerstag nun teilte sie mit: «Angesichts der unterschiedlichen Herausforderungen in den kommenden Jahren, insbesondere mit Blick auf die Lage bei den Spielstätten, ist es mir wichtig, die notwendige Ruhe und Kontinuität zu gewährleisten, die das Schauspiel verdient hat.» Das Haus sei bei Bachmann «in guten Händen».

Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, Ulrich Khuon, der Reker beraten hatte, befürwortete das Vorgehen: «So ist der notwendige Vorlauf für eine Intendantensuche bei gleichbleibender hervorragender künstlerischer Qualität gesichert.»

Bachmann äußerte sich erfreut darüber, dass er vorerst in Köln bleiben kann. Gerade in den letzten Jahren habe er mit dem Ensemble viele neue Perspektiven entwickelt, die nun noch umgesetzt werden könnten, teilte er mit.

Das Kölner Kulturleben ist seit längerem eine Großbaustelle. Seit 2012 sind Oper und Schauspiel ausgelagert. Die Sanierung der Stammhäuser wird sich nach jetzigem Planungsstand bis 2022 hinziehen und mehr als eine halbe Milliarde Euro verschlingen, doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6633399?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
50 Autos in Flughafen-Parkhaus komplett ausgebrannt
Großbrand am FMO: 50 Autos in Flughafen-Parkhaus komplett ausgebrannt
Nachrichten-Ticker