Banken
«Bad Bank» wird zügig WestLB-Altlasten los

Die Trümmer der Westdeutschen Landesbank sind auch sieben Jahre nach ihrem Kollaps noch immer nicht beseitigt. Doch bei den Aufräumarbeiten sieht es gar nicht so schlecht aus.

Mittwoch, 10.04.2019, 14:17 Uhr aktualisiert: 10.04.2019, 14:32 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Altlasten der zerschlagenen WestLB werden von der zuständigen «Bad Bank» schneller abgebaut als erwartet. «2018 war ein gutes Jahr, wir sind gut vorangekommen», sagte der Chef der Ersten Abwicklungsanstalt ( EAA ), Matthias Wargers , am Mittwoch in Düsseldorf. Inzwischen konnten den Angaben zufolge gut 88 Prozent der Kredite und Wertpapiere abgegeben werden und damit etwa drei Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der losgewordenen Derivate stieg von 81 auf 84 Prozent.

Die EAA war 2009 gegründet worden, um faule Kredite und andere riskante Posten der damals schon wankenden WestLB zu übernehmen. 2012 wurde die einst einflussreichste Landesbank Deutschlands zerschlagen und die EAA musste weitere Papiere übernehmen. Insgesamt summierten sich die Altlasten auf rund 200 Milliarden Euro.

Die EAA war die erste «Bad Bank» Deutschlands - der Bund hatte so eine Institution ermöglicht, damit Banken durch die Finanzkrise kommen. Die EAA hat sogenannte Haftungsbeteiligte - die größten von ihnen sind neben dem Land NRW die regionalen Sparkassenverbände. Der Anstalt geht es darum, die Altlasten bestmöglich abzubauen, ohne zusätzliche Finanzspritzen zu benötigen. Bisher wurde hierfür das Zieljahr 2027 angepeilt. Wargers machte aber klar, dass man wohl deutlich früher am Ziel sei - er blieb bei der vagen Angabe «2020 plus X».

Das Zieljahr heißt aber nicht, dass die Altlasten dann auf null sind - ein Restbestand von circa fünf Prozent des Ursprungsumfangs wird auch danach noch bestehen. Hierbei geht es zum Beispiel um Papiere mit Laufzeiten bis in die 2040er Jahre, deren Veräußerung nach Darstellung von Wargers betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll wäre - sie könnten in einem kleinen Team ohne großen Aufwand weitergeführt werden. Die EAA in ihrer heutigen Form mit aktuell noch rund 160 Mitarbeitern wäre dann aber Geschichte.

2018 konnte die Anstalt noch einen Mini-Nachsteuergewinn von 2,6 Millionen Euro erwirtschaften nach 14,4 Millionen im Jahr zuvor. 2019 könnte es ein Minus geben. «Es fangen jetzt die Jahre an, wo wir planerisch auch durchaus Verluste ins Auge zu fassen haben.» Dies sei logisch, schließlich nehme das Vermögensvolumen kontinuierlich ab und man habe nun mal kein Neugeschäft. «Irgendwann ist der Saft aus der Zitrone raus.» Ziel sei es aber auch für 2019, «die Nase über Wasser zu bekommen» - also kein Minus zu machen.

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