Abitur-Prüfungen
Schüler fallen öfter durch

Düsseldorf -

Es ist die erste große Prüfung – und endet für immer mehr junge ­Menschen mit einer Ent­täuschung: In Deutschland steigt die Schülerzahl derer, die durch das Abitur fallen, kontinuierlich. Für die Gewerkschaft Bildung und Erziehung ist das ein klarer Auftrag an Schulen und Politik.

Mittwoch, 27.03.2019, 13:32 Uhr
  Foto: Caroline Seidel (dpa)

Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Quote der nicht bestandenen Prüfungen in den vergangenen Jahren nahezu stetig angestiegen, wie aus einer Statistik der Kultusministerkonferenz hervorgeht. Im Jahr 2012 lag die Zahl der ­durchgefallenen Schüler bei 1611 (1,9 Prozent), 2018 waren es 3014 Schüler (3,5 Prozent). Damit hat sich die Zahl in den vergangenen sechs Jahren fast verdoppelt.

„Wir haben in den ver­gangenen Jahren eine deutlich höhere Übergangsquote auf Gymnasien“, versucht Maike Finnern , stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Bildung und Erziehung (GEW) in NRW, den Trend zu begründen. Das ­liege unter anderem daran, dass heutzutage immer bessere Bildungsabschlüsse in der Arbeitswelt nötig seien. Zudem würden Eltern häufig einen hohen Schulabschluss ihrer Kinder erwarten, obwohl die benötigte Förderung und Unterstützung aus dem eigenen Hause nicht immer gegeben sei. So steigere sich zwar die Zahl der Gymnasiasten, aber nicht ­alle erreichten ihren an­gestrebten Schulabschluss. Dieser Trend ist laut Statistik deutschlandweit zu beobachten. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Schüler, die das Abitur mit einer Eins vor dem Komma ab­solvieren.

„Jedes Schulsystem muss jedes Kind entsprechend fördern und fordern“, macht Finnern deutlich. Die Schulen müssten sich stärker in die Lage leistungsschwächerer Schüler versetzen, um eine gezielte Unterstützung anbieten zu können. Nur so sei es möglich, auch diese Schüler erfolgreich durch ihre Abitur-Prüfung zu führen. Ein weiterer Lösungs­ansatz könne laut Finnern sein, mehr Fachkräfte einzustellen: „Zum Beispiel können Schulen mit Hilfe von Sozialarbeitern oder Seelsorgern mehr und andere Fördermöglichkeiten anbieten.“

 

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