Kriminalität
Reul schließt weitere Polizeipannen in Lügde nicht aus

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Missbrauchsfall von Lügde schließt Innenminister Herbert Reul (CDU) den Verlust oder die Manipulation von weiterem Beweismaterial nicht aus. Das geht aus Antworten des Ministers auf Fragen der SPD-Opposition für eine Sitzung des Innenausschusses am Donnerstag hervor. Zuvor hatte die «Rheinische Post» darüber berichtet.

Donnerstag, 14.03.2019, 12:02 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 12:12 Uhr
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, spricht zu Journalisten. Foto: Federico Gambarini

Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei Lippe hatte sich der Fall zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. So verschwanden 155 Datenträger aus einem nicht gesicherten Raum bei der Polizei Lippe. Der Verlust wurde erst Wochen später bemerkt. Die Staatsanwaltschaft Detmold habe inzwischen ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Diebstahls eröffnet, erklärte Reul .

Seit 2008 waren nach bisherigen Erkenntnissen auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder und Jugendliche in mehr als 1000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Zudem gibt es Hinweise, dass es schon vor 2008 Taten gab. Drei Hauptverdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Aus Antworten auf Fragen der oppositionellen Grünen geht hervor, dass die Polizei Lippe am 11. Januar erstmals berichtet hatte, dass 30 oder mehr Kinder Opfer des Missbrauchs sein könnten. Trotz des Ausmaßes übertrug das Innenministerium erst rund drei Wochen später die Ermittlungen auf die personell besser ausgestattete Polizei in Bielefeld.

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