Nah- und Fernverkehr
Teure Verspätungen der Bahn: Regionalverkehr in NRW stark betroffen

Münster -

Pendler und Reisende mussten sich bei Fahrten mit der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr häufig über Verspätungen ärgern. Besonders angespannt ist die Situation auf den Regionalexpress-Linien in NRW. Schuld daran sind teure Entschädigungen im Fernverkehr.

Montag, 18.02.2019, 14:56 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 17:54 Uhr
Fahrgäste stehen am Hauptbahnhof Stuttgart vor einer Informationstafel der Deutschen Bahn (Symbolbild). Foto: dpa

Die Deutsche Bahn muss ihre Kunden immer häufiger für Verspätungen und Zugausfälle entschädigen. Dies geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Demnach erhielten im vergangenen Jahr 2,7 Millionen Reisende im Nah- und Fernverkehr Kompensationszahlungen in Höhe von insgesamt 53,6 Millionen Euro. 2017 hatte das Unternehmen lediglich 34,6 Millionen Euro an 1,8 Millionen Kunden ausbezahlt.

Die Reisenden in Nordrhein-Westfalen gehören in Sachen Unpünktlichkeit zu den Hauptleidtragenden. Aufgrund der hohen Zugtaktung und der Dichte an Verkehrsknotenpunkten ist das Schienennetz zwischen Rheinland und Münsterland besonders belastet. „Da die Bahn dem Fernverkehr aufgrund der drohenden Entschädigungszahlungen Vorrang einräumt, summieren sich schnell die Verspätungen bei den Regionalzügen“, kritisiert Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn NRW. Die Zahl der Folgeverspätungen sei mittlerweile höher als die der durch ein Ereignis ausgelösten Verzögerungen.

Externe Faktoren

Besonders Betroffen sind die RE-Linien 1, 4, 5, 6 und 7. Vereinzelt erreichen bis zu fünf Prozent der Züge nicht einmal den Zielbahnhof. „Dann fährt der RE 7 nur von Krefeld bis nach Münster statt bis nach Rheine und kehrt dann um, damit die Verspätung auf dem Rückweg nicht zu groß wird“, sagt Ebbers. Für Reisende, die sich unplanmäßig um Anschlusszüge kümmern müssen oder in Rheine warten, sei das ein Ärgernis.

Für die erhöhte Unpünktlichkeit im vergangenen Jahr haben nach Bahn-Angaben vor allem externe Faktoren wie Warnstreiks, Stürme, der späte Wintereinbruch, Blitzeinschläge und die Sommerhitzewelle gesorgt.

Ebbers sieht aber auch strukturelle Probleme: „Die Zahl der Baustellen ist enorm gestiegen. Ersatzfahrpläne, die ohnehin schon für längere Fahrtzeiten sorgen, können oftmals nicht eingehalten und müssten besser geplant werden.“ Hinzu komme, dass immer mehr Reisende ihre Ansprüche auf Entschädigung geltend machen.

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