Justiz
Duisburger Sonder-Ankläger schöpfen Clan-Vermögen ab

Das Ruhrgebiet gilt als Hochburg der Clankriminalität in Nordrhein-Westfalen. Sonder-Staatsanwälte sollen direkt vor Ort helfen, das Problem in den Griff zu bekommen. Der Justizminister zieht eine Zwischenbilanz.

Donnerstag, 07.02.2019, 13:18 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 13:32 Uhr
Peter Biesenbach, der Justizminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Marcel Kusch

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälischen Sonderstaatsanwälte gegen Clankriminalität haben erste Erfolge vorzuweisen. In knapp acht Monaten seit Beginn ihres Einsatzes in Duisburg konnten die beiden eigens dafür abgestellten Clan-Ankläger 258 Ermittlungsverfahren einleiten.

Bei seiner Zwischenbilanz kündigte NRW-Justizminister Peter Biesenbach ( CDU ) am Donnerstag in Düsseldorf an, den Kampf gegen die kriminelle «Parallelgesellschaft» langfristig fortzusetzen. Wenn nötig, würden dafür weitere Stellen mobilisiert. «Es darf nicht das Faustrecht herrschen.»

Die Verdachtsfälle drehen sich häufig um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Betrug und Untreue, Diebstahl, Unterschlagung und vorsätzliche Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz und eine breite Palette anderer Straftaten. Wie der Duisburger Oberstaatsanwalt Stefan Müller berichtete, wurden im Laufe der Verfahren bereits rund 655 000 Euro an Vermögen abgeschöpft und Anspruch auf weitere 30 000 Euro erhoben. Dies sei durch Zwangshypotheken sowie Pfändungen von Konten, Bargeld und Autos gesichert worden.

Die Ermittler gehen in Duisburg von etwa 70 bedeutsamen türkisch-, kurdisch- und arabischstämmigen Clanfamilien aus, denen etwa 2800 Personen zugerechnet werden. Als weitere Tätergruppe spielten Rumänen und Bulgaren zunehmend eine Rolle, sagte Biesenbach. Oft gebe es Querverbindungen zwischen osteuropäischen und arabischen Clans.

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