Kreis Lippe
Polizei prüft neue Hinweise nach Missbrauch auf Campingplatz

Lügde - Bei den Ermittlungen wegen des massenhaften sexuellen Missbrauchs von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Lügde hat die Polizei neue Hinweise bekommen. Eine neue Opferzahl gebe es aber nicht, sagte ein Polizei-Sprecher am Donnerstagmorgen. Details zu den Hinweisen nannte er nicht. «Wir müssen weiter ermitteln», betonte der Sprecher. Die Polizei hoffe auf weitere Hinweise. Am Mittwoch hatten die Ermittler Details in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Donnerstag, 31.01.2019, 10:31 Uhr aktualisiert: 31.01.2019, 12:44 Uhr
Staatsanwalt Ralf Vetter (2.v.l.) und Kriminalhauptkomissar Gunnar Weiß (r) sprechen bei einer Pressekonferenz. Foto: Friso Gentsch

Auf dem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Drei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor.

Zwei der Verdächtigen aus NRW im Alter von 56 und 33 Jahren sollen auf dem Campingplatz nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen die Kinder im Wechsel gefilmt und missbraucht haben. Ein dritter Mann aus Stade in Niedersachsen soll als Auftraggeber aufgetreten sein. Der 46-Jährige war wohl selbst nie vor Ort in Lügde.

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge mindestens 23 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen zu Opfern geworden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich viele Betroffene noch nicht gemeldet haben. «Wie hoch die Dunkelziffer ist, können wir seriös derzeit nicht sagen», erklärte der Leiter der Ermittlungskommission, Gunnar Weiß, am Mittwoch.

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Missbrauch auf Campingplatz

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    Drei Männer sollen auf einem Campingplatz in Lügde im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt haben.  

    Foto: Christian Müller
  • Der Campingplatz »Eichwald« in Lügde-Elbrinxen war bis Dienstag vor allem Dauercampern aus den Niederlanden und dem Ruhrgebiet bekannt.

    Foto: Christian Müller
  • Einer der Dauercamper, den hier alle kannten und beim Spitznamen riefen, soll zusammen mit zwei weiteren Männern Kinder missbraucht haben – insgesamt etwa 20, sagt die Staatsanwaltschaft Detmold.

    Foto: Christian Müller
  • Frank Schäfsmeier führt den Campingplatz »Eichwald« in Lügde. »Wir können nicht fassen, was hier passiert sein soll.« 

    Foto: Christian Müller
  • Polizisten haben rot-weißes Absperrband um die Parzelle gezogen, auf der der Hauptbeschuldigte seit Jahrzehnten gelebt hat. 

    Foto: Christian Müller
  • Dass der Junggeselle vor etwa zwei Jahren mit einem kleinen Mädchen auf dem Campingplatz »Eichwald« auftauchte, hat angeblich niemanden stutzig gemacht.

    Foto: Christian Müller
  • Zwei alte Wohnwagen, rundherum ein paar marode, hölzerne Anbauten...

    Foto: Christian Müller
  • ... die Unterkunft wirkt heruntergekommenen.

    Foto: Christian Müller
  • Ein arbeitsloser Junggeselle, der in einem Wohnwagen lebt und trotzdem nach eigenen Angaben vom Jugendamt ein Pflegekind anvertraut bekommt – der Fall wirft Fragen auf, zumal der Mann jetzt unter Missbrauchsverdacht in Untersuchungshaft sitzt. 

    Foto: Christian Müller
  • Ganz geheuer war die Sache dem Jugendamt aber wohl doch nicht. Nach  WESTFALEN-BLATT  -Informationen soll die Behörde den Mann aufgefordert haben, sich eine richtige Wohnung zu suchen.

    Foto: Christian Müller
  • Die fand er 2018 nicht weit vom Campingplatz entfernt über der früheren Sparkassenfiliale von Elbrinxen. 

    Foto: Christian Müller
  • Ein älterer Mann aus der Nachbarschaft: »Ich habe mitbekommen, dass er die Wohnung tapeziert hat. Aber eingezogen ist er bis heute nicht.« 

    Foto: Christian Müller
  • Die Pflegetochter soll aus dem benachbarten Niedersachsen stammen und ins zweite Schuljahr gehen. 

    Foto: Christian Müller
  • Sie soll ebenfalls zu den Opfern gehören und von ihrem Pflegevater missbraucht worden sein.

    Foto: Christian Müller
  • Die drei Verdächtigen - 56, 48 und 33 Jahre alte Männer - befinden sich in Untersuchungshaft.

    Foto: Christian Müller

 

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