Polizei: Täter (25) lebt in Herforder Flüchtlingsunterkunft
Mutige Zeuginnen verhindern Vergewaltigung in Bielefeld

Bielefeld/Gütersloh/Herford -

Zwei Zeuginnen haben in Herford im Kreis Gütersloh eine Vergewaltigung verhindert. Die Polizei lobt das "mutige Verhalten" der beiden Frauen, warnt aber davor, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Freitag, 19.10.2018, 18:36 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.10.2018, 10:44 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 19.10.2018, 18:36 Uhr
Der Übergriff ereignete sich an der Mindener Straße kurz hinter der Eisenbahnbrücke. Foto: Thomas F. Starke

Durch ihr mutiges Eingreifen haben zwei Zeuginnen aus Gütersloh und Rietberg am frühen Sonntagmorgen in der Bielefelder Innenstadt eine Vergewaltigung verhindert. Der später gefasste Täter ist nach Polizeiangaben ein 25-jähriger Marokkaner, der in einer Herforder Flüchtlingsunterkunft lebt und jetzt in Untersuchungshaft sitzt.

Die Polizei bestätigte erst jetzt den Vorfall. Aus Opferschutzgründen informiere die Polizei von sich aus grundsätzlich nicht über Vergewaltigungen, sagt Polizeisprecherin Sarah Siedschlag. Zumal in diesem Fall der Täter bereits gefasst worden sei.

Opfer ins Gebüsch gezogen

Den Polizeiangaben zufolge soll sich der Übergriff an der Mindener Straße kurz hinter der Eisenbahnbrücke ereignet haben. Gegen 6.15 Uhr sahen eine 21-Jährige aus Rietberg und eine 20-Jährige aus Gütersloh vom Gehweg aus, wie der mutmaßliche Täter eine junge Frau in ein Gebüsch zog. »Er hatte das Opfer von hinten angegriffen«, berichtet Sarah Siedschlag. »Das Opfer schrie um Hilfe.«

Zeuginnen mit Klappmesser bedroht

Eine der Zeuginnen habe dann den Täter vom Opfer heruntergeworfen. »Der Mann hat dann von der Frau abgelassen«, berichtet Sarah Siedschlag. Die Zeuginnen alarmierten die Polizei. »Der Täter riss der Zeugin das Handy aus der Hand.« Dabei sei das Opfer an der Hand verletzt worden. Zudem hätten die Zeuginnen über ein geöffnetes Klappmesser berichtet, mit dem sie bedroht worden seien.

Der Täter flüchtete. Eine der Zeuginnen lief dem Mann hinterher und verfolgte ihn. Die Polizei nahm den Mann »kurze Zeit später« auf dem Jahnplatz fest – »aufgrund der guten Zeugenausschreibung«.

Man sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen.

Sarah Siedschlag, Polizeisprecherin

Wegen versuchter Vergewaltigung sitzt er jetzt in Untersuchungshaft. »Der Mann ist polizeilich eher unbekannt«, berichtet Sarah Siedschlag.Das Handeln der Zeuginnen sei »sehr mutig« gewesen, lobt sie. Allerdings sei es sehr gewagt, einen Täter auch zu verfolgen. »Man sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen«, sagt sie.

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