Finanzen
NRW-Banken: Verbraucherschutzmaßnahmen auf Prüfstand stellen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Banken in Nordrhein-Westfalen fordern, Regeln zum Verbraucherschutz beim Wertpapier-Verkauf auf den Prüfstand zu stellen. Die Pflicht zur Sprachaufzeichnung telefonischer Aktiengeschäfte belaste die Vertrauensbeziehung zwischen Berater und Kunde, sagte Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe am Freitag beim NRW-Bankentag in Düsseldorf. Sie warne deshalb davor, «die Schraube zu überdrehen», sagte Buchholz. Viele Kunden wollen laut Buchholz keine Aufzeichnung der Gespräche.

Freitag, 12.10.2018, 16:22 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 16:12 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 16:22 Uhr

Nach Angaben des Bankenverbandes müssen in Deutschland seit dem 3. Januar 2018 alle Telefongespräche zwischen Berater und Kunde, die zu einem Wertpapiergeschäft führen können, aufgezeichnet und gespeichert werden. Persönliche Gespräche in Banken zu dem Thema müssen demnach ebenfalls dokumentiert werden.

Für Stephanie Heise von der Verbraucherzentrale NRW geht die Pflicht zur Sprachaufzeichnung am Kernproblem vorbei. «Kunden, die am Telefon mit ihrem Berater über Wertpapiere sprechen sind meist keine Ahnungslosen. Am Telefon sollten auch vertrauliche Dinge besprochen werden können», sagt die Finanzexpertin. Eher sei es weiterhin ein Problem, dass Banken gerade in Zeiten schlechter Zahlen durch die Nullzinspolitik dem Kunden etwas verkaufen, was durch Provisionseinnahmen eher für sie selbst von Vorteil sei.

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