Prozesse
Tod bei illegalem Autorennen: Raser müssen ins Gefängnis

Eine Studentin stirbt, weil zwei Raser bei einem illegalen Rennen einen Unfall bauen. Die beiden Männer werden zunächst zu Bewährungsstrafen verurteilt - und kommen nun doch noch in Haft.

Donnerstag, 22.03.2018, 16:03 Uhr

Gedenken für eine getötete Fahrradfahrerin am Ort des Geschehens. Foto: Henning Kaiser

Köln (dpa/lnw) - Nach dem Tod einer Radfahrerin bei einem illegalen Autorennen in Köln müssen zwei Raser nun doch ins Gefängnis. Das Kölner Landgericht urteilte am Donnerstag, dass die bereits verhängten Freiheitsstrafen gegen die 24 und 25 Jahre alten Männer nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Eine andere Kammer des Gerichts hatte die Angeklagten zuvor wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen von zwei Jahren sowie einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) monierte die Aussetzung zur Bewährung und hob das Urteil teilweise auf.

Die beiden in Deutschland geborenen Türken hatten sich 2015 ein Rennen geliefert. Einer der Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Wagen und rammte die 19 Jahre alte Radfahrerin. Die Studentin starb. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Bei keinem der Angeklagten lägen besondere Umstände vor, die eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung rechtfertigen würden, betonte der Vorsitzende Richter. «Die Angeklagten haben sich für ein illegales Rennen entschieden und so bewusst eine Gefahr geschaffen.» Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger der Angeklagten wollen prüfen, ob sie Revision einlegen.

Zu dem neu aufgerollten Verfahren war es gekommen, weil der BGH die Aussetzung der Strafen zur Bewährung in dem ersten Urteil moniert hatte. Die Richter damals hätten nicht berücksichtigt, wie sich eine solche Entscheidung auf das allgemeine Rechtsempfinden der Bevölkerung auswirken würde. Deshalb musste sich das Kölner Landgericht in dem Revisionsprozess erneut mit der Frage der Bewährung befassen.

Illegale Autorennen hatten in der Vergangenheit häufig Gerichte beschäftigt und zu unterschiedlichen Urteilen geführt. Erst kürzlich hob der BGH das bundesweit erste Mordurteil gegen zwei Berliner Raser auf. Sie hatten bei einem Rennen einen Unfall verursacht, bei dem der Fahrer eines anderen Autos ums Leben kam.

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