Landtag beschließt Gesetzesänderung
Verkaufsoffene Sonntage: wieder öfter shoppen

Düsseldorf -

Mehr verkaufsoffene Sonntage und weniger Bürokratie sollen Wirtschaftskräfte in Nordrhein-Westfalen entfesseln. Das sieht ein Gesetzespaket vor, das die Regierungsfraktionen von CDU und FDP am Mittwoch gemeinsam mit der AfD-Opposition im Düsseldorfer Landtag verabschiedet haben. SPD und Grüne stimmten gegen die Änderungen. Damit werden 13 Gesetze und drei Rechtsverordnungen vereinfacht oder sogar abgeschafft.

Mittwoch, 21.03.2018, 15:03 Uhr

Der Landtag in NRW hat die Zahl der maximal erlaubten verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage verdoppelt. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Unter anderem wird die Zahl der maximal erlaubten verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage, an denen die Geschäfte ab 13 Uhr bis zu fünf Stunden lang öffnen dürfen, auf acht pro Jahr verdoppelt. Innerhalb einer Gemeinde dürfen künftig 16 statt bislang elf Sonn- und Feiertage freigegeben werden. Samstags darf rund um die Uhr geöffnet werden.

Dies schaffe Rechtssicherheit, nachdem es allein in den vergangenen beiden Jahren 70 gerichtliche Untersagungen gegeben habe, meinte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Kirchen und Gewerkschaften hatten vor drei Wochen gegen die Neuregelung demonstriert. Die Grünen rechnen mit neuen Klagen.

Die Gewerkschaft Verdi kündigte bereits gerichtlichen Widerstand an: «Diese Änderungen widersprechen dem Sinn des grundgesetzlich abgesicherten Sonntagsschutzes», sagte die Verdi-Landesbezirksleiterin Gabriele Schmidt. «Für uns bedeutet diese Gesetzesänderung einen Angriff auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Handel.» Der Handelsverband NRW begrüßte dagegen die Reform und lobte die «höhere Rechtssicherheit», wie der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Peter Achten, sagte.

Außerdem wird die «Hygiene-Ampel» in der Lebensmittelkontrolle abgeschafft und eine elektronische Gewerbeanmeldung ermöglicht - beides spart nach Pinkwarts Berechnungen über eine Million Stunden für Bürokratie. Die Vorschriften zur Vergabe öffentlicher Aufträge werden vereinfacht. Kirchen und Sozialverbände lehnen die Änderungen als «Sozial- und Umweltdumping» ab. Ein zweites «Entfesselungspaket» mit 23 weiteren Entbürokratisierungsmaßnahmen ist schon auf dem Weg. 

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