„Masterplan“ gegen Staus
Autobahnausbau: die dringlichsten Bauprojekte in NRW

Düsseldorf/Münsterland -

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Die Straßen und Autobahnen in NRW sind marode. NRW gilt als „Stauland Nr. 1“. Die Landesregierung hat nun einen Plan vorgelegt, wo in den nächsten Jahren überall gebaut werden soll.

Dienstag, 09.01.2018, 08:15 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.01.2018, 07:28 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 09.01.2018, 08:15 Uhr
Auf den Autobahnen in NRW fordern zahlreiche Baustellen die Geduld der Autofahrer heraus. Foto: Gunnar A. Pier

Auf 13 Autobahnabschnitten und an 15 Bundesstraßen in NRW wird bereits gebaut. „Das müssen wir nicht dokumentieren, da stehen wir ja schon im Stau“, sagt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst augenzwinkernd. Ihn interessieren vielmehr die Bauvorhaben, die noch geplant werden und nicht baureif sind.

Am Montag hat er erstmals einen Zeitplan, einen „Masterplan“ vorgelegt, der den Auto­fahrern im Stau-Land Nummer eins offenbart, was noch auf sie zukommt. 22 Großprojekte auf Autobahnen werden derzeit geplant, weitere sieben erst später an­gepackt. Die längste Planung reicht bis 2036.

Risiko-Faktor: An­wohner-Klagen

„Wir öffnen damit eine Blackbox“, betont Wüst und weiß: „Das ist mein politisches Risiko.“ Daran werde er gemessen. Sein Trumpf: Der Haushalt 2018 soll ihm 50 neue Planer bringen, die seien noch nicht eingepreist.

Sein Risiko: Wie oft An­wohner klagen, könne er nicht planen. Als Jurist gestehe er das Betroffenen zu. Doch Wüst mahnt, der Rechtsstaat dürfe sich nicht ausnutzen lassen. Eine neue Bundesregierung solle die Verfahren straffen.

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Bis 2030 werden nach Vorgaben des Bundes zunächst die vordringlichen Bau­projekte vorbereitet, mit denen Nadelöhre beseitigt werden. Der Ausbau der A3 indes wird nicht vor 2035 abgeschlossen sein. Der Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer NRW, Joachim Brendel, begrüßte den Masterplan, der auch die westfälischen Industrieregionen berücksichtige.

Zeitrahmen für aktuelle Bauvorhaben

►  A1 : Der sechsspurige Ausbau nördlich und südlich von Münster wird frühestens 2028 abgeschlossen sein.

►  A30 : Der Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück und Hasbergen Gaste soll 2025 fertig sein, das Planfeststellungsverfahren wird vorbereitet.

►  A43 : Der Ausbau zwischen Recklinghausen und Bochum hat begonnen, die Abschnitte im Norden bis Marl-Sinsen und von Bochum bis Witten werden erst 2022 geplant und sollen 2029 fertig sein.

►  A52 : Der Lückenschluss zwischen Essen Nord und Gelsenkirchen-Buer soll 2028 abgeschlossen sein, für den Bereich Gladbeck laufen Voruntersuchungen.

►  Bundesstraßen : Wenn die Planer etwas Luft haben, sollen sie vordringliche ­Bundesstraßen in Angriff nehmen. Im Münsterland ist das neben der B67n zwischen Reken und Dülmen die Ortsumgehung der B64 in Warendorf, für die 2019 ein Vorentwurf vorliegen soll.

In Beelen soll der Vorentwurf in der zweiten ­Jahreshälfte angegangen werden. Für den Ausbau der B51 von Münster bis Telgte wird weiter am Vorentwurf gearbeitet. Für den Ausbau der B54 zwischen Münster und Nordwalde beginnen im zweiten Halbjahr die Voruntersuchungen.

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