CDU/FDP-Regierung will Hochschulgesetz erneuern
An NRW-Unis soll wieder Anwesenheitspflicht gelten

Düsseldorf/Münster -

Universitäten in Nordrhein-Westfalen sollen künftig wieder die Anwesenheitspflicht der Studierenden in Seminaren verlangen können. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) kündigte am Mittwoch an, das unter der rot-grünen Vorgängerregierung eingeführte «starre Verbot» von Anwesenheitspflichten in klassischen Seminaren abzuschaffen. 

Mittwoch, 27.09.2017, 16:09 Uhr

CDU/FDP-Regierung will Hochschulgesetz erneuern: An NRW-Unis soll wieder Anwesenheitspflicht gelten
Gibt es bald wieder eine Anwesenheitspflicht an der Uni Münster? NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen kündigte an, das «starre Verbot» von Anwesenheitspflichten abzuschaffen. Foto: Johannes Loy

Die neue CDU /FDP-Regierung werde das Hochschulgesetz novellieren und «zentralistische Instrumente und bürokratische Vorgaben abschaffen», sagte sie laut Redetext im Wissenschaftsausschuss des Landtags.

Diese Studenten gibt es an jeder Uni

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    Party-Tier oder karrierefixiert?

    Der eine würde dem Professor gerne den Beamer hinterhertragen, der andere nutzt die Zeit in den Seminaren, um mal wieder Ordnung in seine Apps zu bringen. Zum Semesterstart treffen auf dem Campus die verschiedensten Studenten aufeinander. Die Semesterferien sind vorbei, es wird wieder voll im Hörsaal. Doch wer drängt sich da eigentlich auf den Holzbänken? Vom Streber bis zum Senioren-Student - eine Typologie.

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE STREBSAME

    Er kommt extra früh zur Vorlesung, um sich auf den Platz am Gang zu setzen. Dass er damit die ganze Reihe blockiert, ist ihm egal. Schließlich kann er so schnell aufstehen, um mit dem Professor zu reden, sobald dieser den Raum betritt. Ein bisschen Netzwerken kann schließlich nicht schaden. Deswegen hat er auch damals diesen Job als studentische Hilfskraft angenommen - obwohl ihn die Bezeichnung eigentlich stört. Der Strebsame studiert vorzugsweise BWL. Sein Handy hat er immer im Blick. Dort blinken nicht nur Wirtschaftsnachrichten auf, sondern er wird auch daran erinnert, wann er das Sakko aus der Reinigung holen kann.

    Lieblingssatz: „Kann ich die Prüfung schon vorziehen?“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE GELANGWEILTE

    Den Text fürs Seminar hat er nicht gelesen, der war ihm zu „lame“. Weil er deshalb nicht mitreden kann, muss sich der Gelangweilte anders beschäftigen. Dazu legt er das Handy betont lässig auf den Tisch und wischt auf der Dating-App Tinder herum. Bei Professoren und Dozenten macht sich dieser Typ nicht beliebt. Das ist ihm aber egal, schließlich weiß er eh noch nicht, ob er sich das Ganze noch lange antun will.

    Lieblingssatz: „Der Dozent hat uns nicht richtig vorbereitet. Jetzt muss ich wegen dem die Prüfung wiederholen.“

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  • DER/DIE ALTE

    Sein natürliches Refugium ist die Uni nicht. Dennoch wagt sich der Seniorenstudent immer öfter in neues Terrain vor. Über 14 000 Menschen ab 65 Jahren teilten sich im vergangenen Semester mit jüngeren Studenten den Hörsaal - zwei Drittel mehr als vor 20 Jahren. Am liebsten besucht der Seniorenstudent Vorlesungen in Politik und Geschichte. Dort fungiert er gerne als Zeitzeuge. Ob zur Wiedervereinigung oder zum Rücktritt Bismarcks - zu jedem historischen Ereignis hat er eine sehr persönliche Geschichte zu erzählen.

    Lieblingssatz: „Ich weiß das. Ich war dabei.“

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  • DER/DIE SOZIALE

    Das Willkommensgrillen für die Erstsemester oder der Papierflieger-Flashmob mitten in der Vorlesung: Ohne den Sozialen geht nichts. Plant jemand im Fachbereich eine Veranstaltung, sitzt er mit Sicherheit im Organisationskomitee. Auch bei der Studentenvertretung ist er dabei. Zwischendurch sein Studium zu beenden, fällt da schwer, ist aber für den Sozialen trotzdem nicht unmöglich. Seit er den Getränkestand beim letzten Bodenmechanik-Symposium aufgebaut hat, hat er schließlich die Nummer seines Professors im Handy gespeichert. Eine Nachricht, und schon steht ein neuer Abgabetermin für die Hausarbeit fest.

    Lieblingssatz: „Jemand noch ein Bierchen?“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE POLITISCHE

    Ob Strafgesetzbuch oder Eiskunstlauf - für diesen Studententypen spielt jedes Thema auf einer höheren politischen Ebene. Um seine Kommilitonen aus den Geisteswissenschaften von seinen Ansichten zu überzeugen, holt er gerne weit aus. Meist mit selbst gedrehter Zigarette in der einen und frisch aufgebrühtem Mate-Tee in der anderen Hand. Der Politische gendert nicht nur seine Hausarbeitstexte, sondern benutzt die geschlechtsneutrale Sprache auch in Diskussionen.

    Lieblingssatz: „Ich würde mir wünschen, dass alle StudentInnen dazu Stellung beziehen.“

    Foto: dpa

"Die Präsenzlehre bereichern"

Für die wichtige Studieneingangsphase wolle die Regierung prüfen, «wo eine verpflichtende Studienberatung sinnvoll sein kann», sagte Pfeiffer-Poensgen. Außerdem solle die Anerkennung elektronischer Prüfungsleistungen geprüft werden. Ziel sei nicht, die Präsenzlehre zurückzufahren, sondern sie mit neuen Formaten «zu bereichern». So könnten etwa digitale Lehrangebote helfen, den unterschiedlichen Lebenssituationen der Studierenden gerecht zu werden.

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Studium und Lehre sollen besser werden

Die neue Landesregierung will nach Worten der Ministerin künftig Studium und Lehre qualitativ verbessern, nachdem in den vergangenen Jahren angesichts der steigenden Studierendenzahlen vor allem zusätzliche Studienplätze geschaffen worden seien. Nach aktuellen Prognosen sei damit zu rechnen, dass die Studentenzahlen nicht signifikant weiter stiegen.

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