Prozess
Liebhaber ermordet: Lebenslange Haft für Arzt-Ehefrau

Bochum - Betäubt, vergiftet und dann erstochen: Vor neun Monaten hat eine Arzt-Ehefrau aus Bochum ihren Liebhaber ermordet. Am Mittwoch wurde die 32-Jährige vom Bochumer Schwurgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Kurz vor der Tat hatte sie ihrem völlig ahnungslosen Opfer noch eine SMS geschickt. Der Inhalt: „Ich habe eine Überraschung für Dich, Schnute.“

Mittwoch, 30.05.2012, 15:05 Uhr

Prozess : Liebhaber ermordet: Lebenslange Haft für Arzt-Ehefrau
Foto: dpa

Beim anschließenden Treffen setzte die Angeklagte ihren 36 Jahre alten Geliebten mit einem Giftcocktail außer Gefecht und stach 14 Mal zu. Zwei Stiche trafen direkt ins Herz. Ihr Motiv: Ihr Ehemann sollte nicht erfahren, dass der Liebhaber - ein Banker - der Vater ihres gerade geborenen Sohnes war.Die verhängnisvolle Affäre hatte Ende 2009 begonnen. Obwohl die Angeklagte verheiratet war, zeigte sich das Paar ungeniert in der Öffentlichkeit. Mehrere Zeugen hatten die beiden im Prozess als „richtig verliebt“ beschrieben. Trotzdem wollte die heute 32-Jährige ihren Ehemann nicht verlassen.Als sie schließlich schwanger wurde, nahm das Drama seinen Lauf. Ihr Liebhaber bestand auf einen Vaterschaftstest, wollte den Ehebruch der Angeklagten öffentlich machen. Genau das empfand die Angeklagte als Bedrohung. „Sie war derart verzweifelt, dass ihr Liebhaber ihre kleine Familienwelt, in die sie sich zurückziehen wollte, zerstören könnte, dass sie nur noch den Ausweg sah, ihn durch Tod dauerhaft daran zu hindern“, sagte Richter Hans-Joachim Mankel in der Urteilsbegründung.Ein Thermobecher Kakao mit AmarettoAls der Banker ermordet wurde, war der gemeinsame Sohn gerade geboren. Die Angeklagte war zur Bochumer Wohnung ihres Liebhabers gefahren, hatte einen Thermobecher Kakao mit Amaretto dabei. Was der Banker nicht wusste: Das Getränk vor randvoll mit Beruhigungsmitteln. „Da war irgendetwas im Kakao“ - das sollen die letzten Worte des 36-Jährigen gewesen sein. Dann brach er bewusstlos zusammen.Um ihr tödliches Werk zu vollenden, setzte die Angeklagte ihm noch eine Morphiumspritze, griff dann zum Messer. Im Prozess hatte die 32-Jährige unter Tränen erklärt: „Mir ist selbst so fremd, was da passiert ist. Das war ein ganz dunkler Teil von mir.“

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