Medizinische Mythen
Woher kommt der Kloß im Hals?

Münster -

„Haben Sie schon mal einen Kloß im Hals gesehen?“, wollte unser Redakteur Stefan Werding von Professor Dr. Gereon Heuft, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am UKM, wissen.

Dienstag, 27.02.2018, 16:02 Uhr

Die meisten kennen es: Fast jeder hatte schon mal einen Kloß im Hals. Foto: Colourbox.de

Professor Dr. Gereon Heuft : Mit dem Kloß im Hals ist es wie mit einem Windstoß: Man sieht den Wind nicht, spürt aber die Auswirkungen: Wie sich die Äste biegen, so spüren die Betroffenen, dass ihr Hals trocken wird und sich die Muskulatur im Bereich des Sprechapparates verkrampft. Die Stimme klingt plötzlich heiser oder es entsteht ein „Fremdkörpergefühl“, oft gefolgt von einem Hustenstoß, um den „Kloß“ wieder loszuwerden.

Dieser Kloß ist oft ein Hinweis auf ein Unbehagen. Woher kommt der?

Heuft: Durch eine Aktivierung des vegetativen Nervensystems. Wenn es aus der Balance gerät, geschieht dies überwiegend „gefühlsmäßig“. Konkret spielen bei Kloßgefühlen oft Befürchtungen oder regelrechte Ängste eine Rolle. Diese können eingestanden oder uneingestanden, wir sagen auch unbewusst, sein. Inhaltlich kann es darum gehen, nicht wertgeschätzt zu werden oder bei einer Anforderung zu versagen.

Kann man was dagegen tun?

Heuft: Damit man nicht ständig „quer“ vor der Befürchtung steht: „Gleich kommt der Kloß wieder!“, gibt es sehr gute psychotherapeutische Strategien. Diese folgen je nach Problemlage eher einem verhaltenstherapeutischen Konzept, um die Befürchtungsspirale abzubauen, oder einem psychodynamischen Konzept, wenn innerseelische Konflikte bestehen. Insofern sollte niemand dauerhaft unter den Einschränkung leiden, dass ihm „die Spucke wegbleibt“!

Professor Dr. Gereon Heuft, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am UKM

Professor Dr. Gereon Heuft, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am UKM Foto: FBS Lüdinghausen

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