Medizinische Mythen
Hilft Zahnpasta gegen Pickel?

Münster -

Unter Jugendlichen hält sich das Gerücht, dass Zahnpasta gegen Pickel hilft. Unser Redaktionsmitglied Stefan Werding hat bei Privatdozent Dr. Jan Ehrchen, Oberarzt der Klinik für Hautkrankheiten am Uniklinikum Münster nachgefragt.

Dienstag, 27.02.2018, 15:22 Uhr aktualisiert: 27.02.2018, 15:34 Uhr
Finger weg von Zahnpasta bei Pickeln! Ziehen Sie lieber eine dermatologische Behandlung in Betracht. Foto: Colourbox.de

Was ist dran an der Vermutung, dass Zahnpasta gegen Pickel hilft?

Dr. Jan Ehrchen: In Zahnpasta befinden sich Stoffe, die eine fettlösende und teilweise auch keimtötende Wirkung haben. Daher ist es durchaus vorstellbar, dass im Einzelfall ein „Pickel“ nach einer Behandlung mit Zahnpasta schneller „abtrocknet“.

Aber?

Ehrchen: Bei der Akne handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung und durch das Auftragen von Zahnpasta kann diese Entzündung noch verstärkt werden. Daher kann aus einem kleinen Pickel durch die Therapie auch leicht ein großer Pickel werden, der dann beim Abheilen dauerhafte Narben hinterlässt.

Wozu raten Sie denn?

Ehrchen: Die Patienten sollten sich an einen Dermatologen wenden. Bei einer schweren Akne ist eine frühzeitige medizinische Therapie sehr wichtig, um Narben zu verhindern. Bei leichter Akne kommen hauptsächlich Cremes oder Gels zu Einsatz, die die Entstehung der „Mitesser“ verringern. Wichtig zu wissen ist, dass die medizinischen Aknetherapeutika hauptsächlich das Auftreten neuer Läsionen verhindern. Es dauert leider
einige Tage oder Wochen, bis sie wirken. Häufig wenden die Patienten die Mittel nur auf den „Pickeln“ an und sind dann enttäuscht, dass sich die Haut nicht sofort verbessert.

Dr. Jan Ehrchen, Oberarzt Klinik für Hautkrankheiten Universitätsklinikum Münster

Dr. Jan Ehrchen, Oberarzt Klinik für Hautkrankheiten Universitätsklinikum Münster Foto: UKM

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