Medizinische Mythen
Wie schädlich ist Joggen auf Asphalt?

Münster -

Die Schuhe können noch so gut gedämpft sein – immer wieder wird behauptet, dass Joggen auf Asphalt die Knie kaputtmache. Unser Redaktionsmitglied Stefan Werding hat Professor Stefan-Martin Brand vom Institut für Sportmedizin des UKM gefragt.

Dienstag, 27.02.2018, 14:02 Uhr

Wer öfter joggen geht, sollte seinen Laufstil von einer guten Laufberatung bewerten lassen. Foto: Colourbox.de

Hallo Herr Brand , joggen Sie?

Brand: Na klar.

Und wo?

Brand: Immer auf Asphalt.

Wie schädlich ist das denn?

Brand: Eine Antwort auf diese Frage ist schwierig. Es gibt sehr viele Studien. Aber keine ist richtig eindeutig und viele widersprechen sich. Man kann nicht sagen, ob das Laufen auf Asphalt oder auf Gras besser ist. Zwar ist der Druck auf dem Knie und auf den Hüften auf Gras geringer. Dafür bergen Unebenheiten im Gras eine höhere Verletzungsgefahr. Wahrscheinlich ist es so, dass der moderate Jogger, der nicht mehr als 30 Minuten alle drei Tage läuft, im Vergleich zum Sitzenden vom Laufen profitiert. Das Training stärkt Muskeln, Bänder und Sehnen, sodass eine Schädigung der Knie oder der Hüften nicht zu erwarten ist. Wer weiter und öfter läuft, muss aber mit mehr Problemen rechnen.

Nun gibt es ja wenig Laufstrecken auf Gras. Was raten Sie dem, der öfter als alle drei Tage laufen möchte?

Brand: Wer läuft, sollte von einer richtig guten Laufberatung den Laufstil bewerten lassen und sich ein entsprechend gutes Schuhwerk zulegen. Und selbstverständlich: Bei Schmerzen auf jeden Fall aufhören zu laufen.

Professor Dr. Stefan-Martin Brand, Institut für Sportmedizin des UKM

Professor Dr. Stefan-Martin Brand, Institut für Sportmedizin des UKM Foto: Gunnar A. Pier

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