Medizinische Mythen
Weisheitszähne: Wann müssen sie raus?

Münster -

Wer die Weisheitszähne gezogen bekommt, darf mit jeder Menge Anteilnahme rechnen. Da ergibt sich die Frage: Ist das eigentlich immer nötig? Professor Ariane Hohoff, Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie an der Uniklinik Münster, kennt die Antwort und hat sie unserem Redakteur Stefan Werding verraten.

Dienstag, 27.02.2018, 14:02 Uhr

Weisheitszähne müssen nicht immer gezogen werden. Foto: dpa

Müssen Weisheitszähne immer gezogen werden?

Professor Ariane Hohoff : Nein. Bei hinreichendem Platz und guter Durchbruchsrichtung des Weisheitszahnes kann dieser auch belassen werden – wenn er in seinem Kiefer als Brückenpfeiler für den Ersatz von Zähnen dienen kann. Oder wenn er mithilfe einer Zahnspange eine Lücke schließen soll, weil ein Zahn nicht angelegt ist. So lässt sich Zahnersatz vermeiden. Bleiben kann er bei ausreichenden Platzverhältnissen und guter Durchbruchsrichtung auch, wenn er im Gegenkiefer einen „Gegenspieler“ findet. Auch wenn ein Weisheitszahn tief im Knochen verlagert ist und ein hohes Risiko operativer Komplikationen besteht, kann er belassen werden. In diesem Fall darf er aber seine Umgebung nicht krankhaft verändern.

Bekommt jeder Weisheitszähne?

Hohoff: Nein. Bei 22,63 Prozent der Weltbevölkerung sind keine Weisheitszähne angelegt. In Uganda sind es aber nur 5,32 Prozent, im südlichen Indien dagegen 56 Prozent der Menschen, die keine Weisheitszähne haben.

Was haben Weisheitszähne mit Weisheit zu tun?

Hohoff: Sie mineralisieren und brechen deutlich später durch als die anderen Zähne. Oft in einem Alter, in dem man früher schon als „weise“ galt.

Professor Dr. Ariane Hohoff, Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie an der UKM

Professor Dr. Ariane Hohoff, Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie an der UKM Foto: UKM

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