Medizinische Mythen
Ist es gefährlich, sich beim Niesen die Nase zuzuhalten?

Münster -

Sag mir, wie Du niest und ich sage Dir, wer Du bist: Die einen lassen es krachen, die anderen halten sich beim Niesen schüchtern die Nase zu. „Vorsicht“, sagt Achim Beule, Oberarzt und Privatdozent an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Uniklinik Münster, gegenüber unserem Redakteur Stefan Werding zu solchen Angewohnheiten.

Dienstag, 27.02.2018, 12:02 Uhr

Man erreicht beim Niesen eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometer pro Stunde. Foto: dpa

Ist es tatsächlich schädlich, sich beim Niesen die Nase zuzuhalten?
Dr. Achim Beule : Beim Niesen werden normalerweise Teile aus der Nase mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern pro Stunde aus der Nase geschleudert, um diese zu reinigen. Durch das Zuhalten der Nase baut sich in der Nase ein Druck auf, der sich dann andere Wege suchen kann. Damit wird der eigentliche Zweck, einen Fremdkörper aus der Nase zu entfernen verfehlt und gleichzeitig können sich Komplikationen aus der unkontrollierten Druckwelle im Kopf resultieren.

Was folgt dann?

Beule: Ein Druckausgleich durch die Ohrtrompete, die auch Eustachisches Röhre heißt. Der Patient merkt das durch ein Knacken im Ohr, das allein unschädlich ist. Bei Vor-Schäden am Trommelfell etwa nach früheren Mittelohrentzündungen kann hier ein Loch im Trommelfell oder Ohrschmerz resultieren. Auch ein Drucktrauma des Innenohres ist mit Hörverlust, Drucktraumata der Nasennebenhöhlen oder ein Abgang von Luft durch die Tränenwege in Richtung der Augen möglich.

Sind eigentlich immer Fremdkörper Grund, dass man Niesen muss?

Beule: Nein, Niesen kann auch durch starke Lichteinstrahlung ausgelöst werden. Das ist vor allem im Sommer interessant. In dem Fall hilft wirklich das Tragen einer Sonnenbrille – und man kann es so auch einfacher von zum Beispiel einer Gräserallergie unterscheiden.

Dr. Achim Beule, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Dr. Achim Beule, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Foto: UKM

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