Großbrand in Ibbenbüren
Finanzielle Hilfen sollen erste Not lindern

Ibbenbüren -

Sabine Schöneich muss schlucken. Auch wenn es schon fünf Tage her ist, aber der Schock sitzt tief. Gerade jetzt, wo sie wieder hier stehen, vor der Brandruine. Da kommen die Erinnerungen daran hoch, wie sie am Freitagabend zusammen mit ihrem Freund Gerd Hörer und ihrem Sohn Sascha in der Wohnung war.

Donnerstag, 22.03.2018, 12:03 Uhr

Das Haus An der Mauritiusstraße 3 ist nur noch eine Ruine. Die Betroffenen haben alles verloren und suchen jetzt nach neuen Wohnungen: Andrea Seidel, Leiterin des Fachdienstes Recht und Ordnung (2.v.r), hilft unter anderem (v.l.) Wolfgang Wilms, Jörg Quindt, Sabine und Sascha Schöneich. Foto: Sabine Plake

Um 18.21 Uhr ging bei dem Freiwilligen Feuerwehrmann Sascha Schöneich der Melder: ´Gebäudebrand groß, Mauritiusstr. 3.´ - "Unsere Adresse." Da sei er zum Schlafzimmerfenster gerannt mit Blick auf die Lagerhalle und sah die Flammen. "Raus", habe er den anderen beiden nur noch zugerufen. So wie sie waren, liefen sie nach draußen. "Die Feuerwehr stand schon unten." Auch die Katze Poldi musste mit, eingeklemmt unterm Arm. "Die war erst durcheinander. Aber jetzt geht es der ganz gut", sagt Gerd Hörer.

"Feuer, Feuer"

Die Ereignisse, sie lassen keinen kalt. Jörg Quindt saß in seinem Arbeitszimmer vor dem PC, als er durch das Fenster die Flammen aus dem Dach schießen sah. Und Jörg Bücker hatte gerade zu Abend gegessen, als er die Rufe seines Freundes hörte: "Feuer, Feuer". Da brannte das Dach des Lagers schon lichterloh, erinnert er sich. Jörg Bücker, der ganz oben unter dem Dach wohnte, griff sich Jacke, sein Portemonnaie, sein Handy. "Das war's."

Großbrand in Ibbenbürens Innenstadt

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  • Brand4 (4) Foto: Henning Meyer-Veer
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Unterschlupf bei Freunden und Verwandten

Ähnlich erging es Jörg Quindt und seiner Frau Christiane. "Schuhe an, Jacke an", erzählt er. Dann hätten die Flammen schon gegen die Fenster geschlagen. Nachdem sie einige Zeit vor Ort gestanden hätten, seien sie dann zum Krankenhaus gegangen. "Es war ja heftig kalt." Die erste Nacht verbrachten sie bei der Tochter seiner Frau. Jörg Bücker schlief bei einem Freund, fand dann Unterschlupf bei seiner Schwester. Sabine Schöneich und Sohn Sascha kamen in der Wohnung von Gerd Hörer unter. Wolfgang Wilms hat ein Zimmer im Landgasthof Mühlenkamp in Laggenbeck.

Erbsachen und Zeugnisse verbrannt

Samstag kam dann die weitere Ernüchterung: Ein Zurück wird es nicht mehr geben. Jörg Bücker darf seine ehemals 55 Quadratmeter große Wohnung nicht mehr betreten. "Ich habe tatsächlich gar nichts mehr." Verloren sind die Erbsachen vom Vater, Zeugnisse, Urkunden, Fotos. Das schmerzt. Weniger problematisch, aber ebenfalls verbrannt sind seine Kleider. "Einige habe ich in der Kleiderkammer bekommen. Aber ich brauchte recht schnell neue Arbeitsklamotten." Am gestrigen Mittwoch musste er schließlich wieder arbeiten. "Es sind alles nur materielle Werte. Aber ich muss alles wieder aufbauen. Aber man darf den Kopf nicht hängen lassen." Eine neue Wohnung wäre natürlich schön. "Zwei Zimmer, Küche, Bad", sagt er. Am besten 45 bis 60 Quadratmeter groß.

Kleider aus der Kleiderkammer

Wolfgang Wilms halfen die Kollegen. Auch er musste sich neue Kleider in der Kleiderkammer holen. "Die waren sehr freundlich", erzählt auch Sabine Schöneich über die Einrichtung des DRK "Jacke wie Hose". Ein bisschen konnte sie noch retten. Ein bisschen Geschirr, Gläser, ein wenig Deko. "Der Rest steht unter Wasser." Sascha Schöneichs Zimmer ist völlig ausgebrannt. Von der Stadt gab es eine erste Finanzhilfe: 50 Euro für Zahnpasta und Kosmetik. Sie sei sehr froh über die Hilfe und ganz erstaunt darüber, dass "da Leute sind, die gleich am Samstag parat standen".

Aber wie wäre es ausgegangen, wenn der Brand nachts um 2 Uhr ausgebrochen wäre?

Jörg Quindt

Jörg Quindt durfte noch einmal zurück in seine Wohnung - auf eigene Gefahr. Aber auch da war "nix mehr zu holen. Im Schlafzimmer konnte man nicht mal mehr sehen, wo der Schrank gestanden hat." Viel konnte er nicht retten. "Ein paar Papiere von der Arbeit. Was willst du machen." Persönliche Erinnerungsstücke besitze er jetzt nicht mehr. "Aber wie wäre es ausgegangen, wenn der Brand nachts um 2 Uhr ausgebrochen wäre?", fragt er sich.

Von Hilfsbereitschaft begeistert

Zudem ist auch er total begeistert von der Hilfsbereitschaft, die er erfahren habe. "Das ist wirklich unwahrscheinlich." Zudem hatte er vor ein paar Wochen durch seine Arbeit Kontakt zur Familie von Dr. Marc Schrameyer. Die hatte ihm eine Wohnung angeboten. Zufällig war die jetzt noch frei. "Dort sind wir Montag eingezogen", sagt Quindt. Weiterer glücklicher Zufall: Am Wochenende war eine Haushaltsauflösung. "Wir haben schon ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer."

Anders sieht es bei Wilms, Bücker, Schöneichs und einem weiteren Bewohner aus. Sie benötigen dringend eine Wohnung. Zudem brauchen sie für die neue Wohnung eine Küche, Geschirr, Küchenutensilien, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, einen Fernseher.

"Die erste praktische Hilfe haben wir geleistet", sagt Andrea Seidel, Leiterin des Ordnungsamtes. Jetzt sehe die Stadt ihre Rolle darin, weitergehenden Hilfebedarf zu ermitteln.

Soforthilfe für die Brandopfer
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