Prozess wegen Drogenhandels
Freispruch für Grevenerinnen

Greven -

Sie sollen mit Drogen gehandelt haben. Aber zwei Grevenerinnen wurden jetzt in Rheine freigesprochen.

Mittwoch, 21.03.2018, 22:03 Uhr

Marihuana-Raucher. Foto: Daniel Karmann/dpa

Eigentlich wollten die beiden 19- und 20-jährigen Frauen aus Greven am 6. April 2016 nur mit einem 27-jährigen Mann aus Emsdetten eine Spritztour nach Gronau machen, um dort zwei Brüder mitzunehmen. Daraus entwickelte sich allerdings ein längeres Strafverfahren.

Um 19.30 Uhr wurden die beiden jungen Frauen auf dem Parkplatz von K & K in Gronau wegen Verdachts der Beihilfe oder Mittäterschaft zur Einfuhr von knapp einem Kilogramm Marihuana nach Deutschland festgenommen.

Gestern saßen sie auf der Anklagebank des Jugendschöffengerichts in Rheine. Weil ihnen keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden konnte, wurden sie am Ende der Beweisaufnahme frei gesprochen.

Der Richter fasste zum Schluss des Verfahrens zusammen, dass die Beweise der beiden ermittelnden Polizeibeamten gegen den 27-jährigen Angeklagten für ein Strafmaß von bis zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung ausgereicht hätten.

Auch die Staatsanwaltschaft schloss sich der Sicht an. Aber der Emsdettener bestritt die Tat vor Gericht vehement.

Deswegen geht das Verfahren gegen ihn weiter, weil Polizeibeamte ihn eindeutig als einen von zwei Männern erkannten, die mit der später sichergestellten Sporttasche mit 950 Gramm Marihuana in den Niederlanden unterwegs gewesen seien.

Sie sollen die Sporttasche auf der Flucht vor Zollbeamten weggeworfen haben.

Ein Polizeibeamter aus den Niederlanden fand sie später mit dem Drogeninhalt. Sein Kollege aus Deutschland identifizierte sie eindeutig und ordnete sie dem Angeklagten aus Emsdetten zu. So sagte es der 49-jährige Hauptkommissar gestern als Zeuge vor Gericht.

Er war sich absolut sicher, dass er den Angeklagten zuvor mit seinem Kollegen in einer Wohnsiedlung in Glanerbrug/NL observiert hatte. „Die waren gut gelaunt und spielten mit ihrer Sporttasche“, sagte er.

Allerdings sei ihnen der Zoll in die Parade gefahren. Bei deren Anblick seien beide geflüchtet. „Wir haben sie aus den Augen verloren“, berichtete der Zeuge.

Bei ihrer Streifenfahrt entdeckten die Polizisten den Angeklagten dann später auf dem Parkplatz bei K & K im Fahrzeug der beiden jungen Frauen aus Greven. Alle drei wurden damals festgenommen.

Zwei Brüder aus Emsdetten, die auf der Fahrt dabei gewesen sein sollen, machten vor Gericht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Warum der Prozess bis zur Verhandlung fast zwei Jahre dauerte, konnte auf Presseanfrage niemand beantworten. Es wurde im Verfahren auch nicht erörtert. Zur Anklage kam der Vorfall erst im November 2017.

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