Jesusfigur an der St.-Ludgerus-Kirche
Diebstahl ist kein Dummejungenstreich

Heek -

2000 Euro Belohnung setzt die Kirchengemeinde Heilig Kreuz aus. Sie hofft, so auf die Spur der Jesusfigur zu kommen, die gestohlen wurde.

Mittwoch, 21.03.2018, 12:03 Uhr

Teile des Kreuzes und die Jesusfigur wurden gestohlen. Foto: privat

Die Jesus-Figur und ein Teil vom Längsbalken des Holzkreuzes sind in der Nacht zu Sonntag sorgfältig aus der Missionsstation am Kirchplatz entfernt worden. Pfarrer Josef Leyer glaubt nicht an einen Dummejungenstreich. „Es ist nichts kaputt, bis auf leichte Fußabdrücke auf der Altarplatte gibt es keine Spuren“, berichtet er. „Es gab keine Spuren von Aggression.“ So wurden die Schrauben, mit denen die Arme am Querbalken befestigt waren, sorgsam herausgedreht. Auch bei seinem Rundgang am Sonntag rund um die Kirche konnte Josef Leyer nichts entdecken, was auf Vandalismus hindeuten würde.

Seine Vermutung: „Die Diebe dachten, sie hätten das Original gestohlen, das aus der Zeit um 1100 stammt.“ Dann haben sie sich getäuscht. Das Original hängt in der Kirche. Kreuz und Figur aus Holz würden der Witterung nicht dauerhaft standhalten. Deshalb wurde vor Jahrzehnten für die Missionsstation eine Kopie gefertigt.

Im Gegensatz zu dem Original wurde diese Kopie farbig gestaltet. „Das war 1100 so üblich“, erläutert Pfarrer Josef Leyer, dass man sich dem Originalzustand annäherte. Irgendwann im Laufe der Kirchengeschichte wurden viele der farbigen Holzfiguren in Kirchen abgelaugt – so auch das Heeker Kreuz mit der Jesusfigur. Seitdem ist es „holzsichtig“, so der Fachbegriff dafür.

Die Kirchengemeinde hofft, auch mit Hilfe der Belohnung die Figur wiederzubekommen. Deshalb wird erst einmal nichts weiter unternommen. Auch wenn sie nicht auftaucht, ist es unwahrscheinlich, so Josef Leyer, dass eine neue Kopie des Kreuzes angeschafft wird. „Das wäre extrem zeitaufwendig und teuer“, so der Pfarrer. Dafür müsste das Original von einer Spezialfirma abgenommen, dann ein Abdruck und ein Abguss gefertigt werden. Josef Leyer: „Davon wollen wir erst mal Abstand nehmen.“

Erst 2016 war die Missionsstation in Abstimmung mit dem Denkmalamt restauriert worden. Wegen massiver Wasserschäden waren der Sockel und die Wand dahinter beschädigt, Farben blätterten ab. Neben den substanzerhaltenden Maßnahmen wurde die gesamte Station renoviert. Gleichzeitig wurde der Vorplatz neu gestaltet und damit die mehrjährige Baumaßnahme zur Neugestaltung des Kirchhügels abgeschlossen.

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