„Teufels Küche“ im Kinder- und Jugendtheater
Rabatz zwischen Töpfen und Pfannen

Münster -

Der Teufel ist ein Küchenchef. Und ein Tollpatsch dazu: Wenn Rose Lohmann den Diabolus spielt, stapft sie wie eine Mischung aus Laurel und Hardy zwischen den Töpfen und Pfannen herum. Und wenn etwas schiefläuft, kriegt der Höllenknabe Wutausbrüche, die denen von Donald Duck ähneln. Die Laute, die er dabei macht, sind jenen des cholerischen Enterichs gar nicht mal unähnlich. Und die Kinder im Kleinen Haus jauchzen dazu.

Montag, 04.02.2019, 18:20 Uhr
Die Akteure Hyunjung Kim, Walison Lenon de Oliveira Souza und Jiwon Na (v.l.) agieren durchaus geräuschvoll in der Küche. Foto: OLIVER BERG

„Teufels Küche“ ist die erste Inszenierung von Frank Röpke , der just die Leitung des Jungen Theaters Münster übernommen hat. Ein „Szenisches Konzert ohne Worte für drei Musiker, einen Schauspieler und viele Kinder“, ausgedacht von Moritz Eggert und Heiko Hentschel. Das kam am Sonntagnachmittag im gut besuchten Kleinen Haus toll an.

Gesprochen wird nichts – das übernehmen die Musikinstrumente (Leitung: Boris Cepeda), die Töpfe, Pfannen, Löffel sowie alles, was in einer großen Restaurantküche noch so Krach machen kann (Sounddesign: Karolin Killig). Wenn Cellistin Jiwon Na mit hohen Tremoli über die Saiten kratzt, wird das noble Cello ruckzuck zu einer Küchenfliege, die den Teufel zur Weißglut treibt. Mit wild rudernden Armen jagt er das Insekt pantomimisch durch den ganzen Theaterraum – bis er es endlich zu packen kriegt und hoch zufrieden verspeist.

Aber auch Klarinettistin Hyunjung Kim und Perkussionist Walison Lenon de Oliveira Souza können viele Geräusche machen. Die Klarinette kann mit den Ventilen klappern, und statt eines Xylophons reichen zur Not auch die „Reisrasseln“ aus dem Küchenregal, um rassige Samba-Rhythmen zu erzeugen. Die werden einigen Kindern auch gleich zum Mitmachen in die Hand gedrückt (wer hier Feuer gefangen hat, kann sich übrigens für kommenden Samstag zum „Klangküchenlabor“ anmelden).

Natürlich lugt bei dem fidelen Rabatz auch Pädagogik um die Ecke. Die Ohren der Kleinsten sollen an die Klänge der modernen Musik herangeführt werden: Auch Geräusch kann Musik sein, und viele Alltagsgegenstände können auch Töne machen. Aber wenn das Ganze mit so viel überdrehtem Slapstick-Humor im Theater serviert wird, verlässt man die „teuflische“ Küche der Avantgarde mit einem Grinsen. Und hat dabei noch was gelernt.

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