Werkschau „De Stijl in den Niederlanden“ im Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum
„Eine Linie ist fast ein Kunstwerk für sich“

Steinfurt-Borghorst -

Das Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum in Steinfurt-Borghorst setzt zum Gedenken an die Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren insgesamt vier Ausstellungsakzente. Nach der ersten Präsentation mit Stühlen aus der Löffler-Collection gewährt nun die zweite Schau einen Überblick über die Künstlervereinigung „De Stijl“ in den Niederlanden. Sie räumte Ordnung und Form einen höheren Stellenwert ein. Die Schau vermittelt spannende Einblicke.

Sonntag, 03.02.2019, 16:16 Uhr
Das formschöne Modell des Rietveld-Schröder-Hauses in Utrecht ist eines der vielen Exponate der Ausstellung „De Stijl in den Niederlanden“ im Bauhaus-Museum in Steinfurt-Borghorst. Foto: Axel Roll

Wer das Bauhaus als „Künstlerkrankenhaus“ bezeichnet, darf sich nicht wundern. Bedauert hat es Theo van Doesburg aber wohl trotzdem, dass er nie in den Kreis der Lehrer der berühmten Kunstschule aufgenommen wurde. Trotzdem: Der streitbare Niederländer hat es mit seinen neuen Gestaltungsideen entscheidend reformiert – obwohl er bis zu seinem Gang nach Berlin 1922 Hausverbot hatte. Was für eine Beziehung van Doesburg und seine Mitstreiter aus Kunst, Architektur, Design und Dichtung mit den Strömungen des Bauhauses hatten, zeigt eine am Sonntag in Steinfurt-Borghorst eröffnete Ausstellung im Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum.

Der Name der Werkschau „ De Stijl in den Niederlanden“ erinnert an die 1917 gegründete Zeitschrift, mit der die Künstlergruppe ihre radikalen Ideen publik machte. Im Mittelpunkt steht die strenge Gegenstandslosigkeit, die in Zitaten gipfelte wie „Eine Linie ist fast schon ein Kunstwerk für sich“. Die Ausstellung in Borghorst ist eingebunden in das bundesweit gefeierte 100-jährige Bauhausjubiläum. Was das Akquirieren interessanter Exponate nicht einfach machte, wie Kuratorin Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer bei der Vernissage am Sonntag betonte. Geklappt hat es trotzdem. So haben es sogar Werke in das Stiftshaus am Kirchplatz geschafft, die schon im Museum of Modern Art in New York zu sehen waren. Das sind etwa Skizzen für das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht, als Weltkulturerbe ein zentrales Bauwerke der De-Stijl-Bewegung. Ein Architekturmodell stellte ein Sammler zur Verfügung.

Das Museum in Borghorst feiert aber nicht nur mit diversen Ausstellungen die Bauhaus-Gründung vor 100 Jahren. In Kooperation mit der Bagno-Konzertgalerie, dem Kloster/Schloss Bentlage in Rheine sowie der Kulturwerkstatt in Altenberge gibt es etliche Veranstaltungen für alle Altersschichten, die das Bauhaus in der Region bekannt machen sollen. So könnte der Wunsch von Dr. Cornelia Bauer, Kulturreferentin beim Landschaftsverband, Wirklichkeit werden: „Vielleicht werden Menschen am Ende des Jubiläumsjahres den Namen Bauhaus nicht mehr allein mit dem Namen einer Baumarktkette verbinden.“ 

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