„Bang Bang“ im GOP-Variete
Das ist wie ein artistischer Urknall

Münster -

„Bang Bang“ – das klingt wie zwei Schüsse. Wobei es in der gleichnamigen Show, die jetzt im GOP-Varieté Münster ihre Premiere feierte, eher um die Schnappschüsse eines Fotografen ging. Aus dieser einfachen Grundidee heraus entwickelte der französische Regisseur Anthony Venisse ein mehr als zweistündiges Bühnenspektakel, das erstklassig unterhielt.

Montag, 21.01.2019, 15:46 Uhr aktualisiert: 24.01.2019, 10:45 Uhr
Bunt und turbulent geht es in der neuen Show zu. Foto: Alexander Dacos

Venisse , der seit vielen Jahren in Montreal lebt und arbeitet, ist geprägt von der franko-kanadischen Zirkustradition. Er tritt selber auch gerne als Clown auf und gilt als Spezialist für die schräg-schönen Momente. Ideengeberin für „Bang Bang“ war aber die kanadische Trapez- und Cyr-Artistin Anna Ward . Ihr Wunsch, die liebsten Kollegen für einen artistischen Urknall auf die Bühne zu holen, erfüllte sich mit „Bang Bang“.

Die zehn Artisten waren geradezu beständig in Bewegung. Modisch und musikalisch eingebettet in die Farben, die Schlager und die Mode der 1960er Jahre ergab sich ein buntes Gewusel, aus dem sich die einzelnen Nummern immer wieder frei entfalteten. Und hierbei wechselten sich temporeiche Aktionen wie etwa die Diabolo-Jonglage von Stefan Bauer – dem einzigen Deutschen im internationalen Ensemble – mit ruhigeren, poetischen Darbietungen ab. 

An einer schwingenden Stange zeigte Simon-James Reynolds faszinierende akrobatische Leistungen. Gleich in Serie gab es pfiffige Bühnenideen voller Humor. So etwa das Ballett aus Telefonhörern, mit dem Xevi Casals ein sehr spielerisches Moment einbrachte. Oder die Choreografie von Anna Ward am Lufttrapez, als sie in der Uniform einer Stewardess auf geradezu tänzerische Weise die Sicherheits-Anweisungen des Bordpersonals an die Fluggäste interpretierte.

Den roten inhaltlichen Faden zog der Fotograf – der spanische Comedian Xevi Casals – durch die Show. Er mischte sich immer wieder auf komödiantische Weise ein, um in die beste Position für den passenden Knipser zu gelangen. Ganz zum Schluss bekam er den Überblick von oben, als er an einem Kleiderbügel, der noch in seinem Mantel steckte, von einem Stahlseil in luftige Höhen gehievt wurde. Natürlich nicht ohne eine ihn begleitende Artistin, die zu den Klängen von „A Perfect Day“ eine ästhetische Luftakrobatik dahinzauberte. Auf so einen genialen Regieeinfall muss man erst einmal kommen ...

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Die Show „Bang Bang“ läuft noch bis zum 10. März im GOP-Varieté Münster.

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