Ausstellung zum Turiner Grabtuch in der Überwasserkirche in Münster
Faszinierendes Bildnis löst Staunen aus

Münster -

„Im Angesicht des Fremden und des Flüchtlings Jesus sehen!“ Bischof Felix Genn bringt die caritativen Aufgaben des Malteserordens auf den Punkt. Gerade deshalb trifft es sich gut, dass die Malteser in den kommenden sechs Wochen bis zum 20. Februar in der Überwasserkirche in Münster in einer sehenswerten Schau über Geschichte und Bedeutung des Turiner Grabtuches informieren. Denn auch da dreht sich ja alles um die Suche nach dem Bild und den Spuren Jesu.

Montag, 14.01.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 18:18 Uhr
Bischof Felix Genn predigt vor einer originalgetreuen Kopie des Turiner Grabtuchs. Foto: Thomas M. Weber

„Es geht uns nicht darum, zu beweisen, dass das Tuch echt ist“, betonte Kuratorin Bettina von Trott zu Solz im Rahmen einer feierlichen Pontifikalvesper zur Ausstellungseröffnung. Dr. Gabrielle von Schierstaedt, Diözesanoberin des Malteserordens, hob zugleich den meditativen Aspekt der Schau hervor: „Wir hoffen, dass viele Menschen die Ausstellung besuchen und von ihr angerührt werden.“

Turiner Grabtuch: Ausstellung in Münster

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  • Vitrinen mit teilweise antiken Ausstellungsstücken

    Vitrinen mit teilweise antiken Ausstellungsstücken

    Foto: Thomas M. Weber
  • Tafeln und Würfel erzählen die Geschichte und Odyssee des Grabtuches.

    Foto: Thomas M. Weber
  • Eine nachempfundene Dornenkrone

    Foto: Thomas M. Weber
  • Bischof Felix Genn bei seiner Predigt

    Foto: Thomas M. Weber
  • Dr. Gabrielle von Schierstaedt, Ordensoberin der Malteser im Bistum Münster.

    Foto: Thomas M. Weber
  • Kuratorin Bettina von Trott zu Solz

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  • Bischof Felix Genn (Mitte) in der Pontifikalvesper

    Foto: Thomas M. Weber
  • Der Blick auf die Kopie des Grabtuchs

    Foto: Thomas M. Weber
  • Im Zentrum der Ausstellung steht die Kopie des Grabtuchs von Turin.

    Foto: Thomas M. Weber
  • Kuratorin Bettina von Trott zu Solz eröffnete die Präsentation.

    Foto: Thomas M. Weber
  • Der Antike nachempfundene Fesselstricke

    Foto: Thomas M. Weber
  • So könnte der Tote im Grabtuch gelegen haben.

    Foto: Thomas M. Weber
  • Mit einer Pontifikalvesper wurde die Ausstellung eröffnet.

    Foto: Thomas M. Weber
  • Solche Nägel wurden in der Antike bei der Kreuzigung verwendet.

    Foto: Thomas M. Weber
  • Bettina von Trott zu Solz, Kuratorin der Ausstellung

    Foto: Thomas Weber
  • Dr. Gabrielle von Schierstaedt, Diözesanoberin der Malteser im Bistum Münster

    Foto: Thomas Weber
  • Im Zentrum der Ausstellung steht die Kopie des Turiner Grabtuchs.

    Foto: Thomas Weber
  • Bischof Felix Genn bei seiner Predigt.

    Foto: Thomas Weber
  • Die Kopie des Turiner Grabtuches in der Überwasserkirche

    Foto: Thomas Weber
  • Die Kopie des Turiner Grabtuches, Detailansicht. Ein Brand hat das Originaltuch beschädigt.

    Foto: Thomas Weber
  • So könnte der Leichnam in dem Grabtuch ausgesehen haben.

    Foto: Thomas Weber
  • Nachempfundene Dornenkrone

    Foto: Thomas Weber
  • Besucher in der Ausstellung

    Foto: Thomas Weber

Kernstück der ebenso wissenschaftlichen wie spirituellen Präsentation ist eine Kopie des Grabtuches, dessen „Negativ“-Darstellung im Zeitalter der Fotografie 1898 plötzlich ein dreidimensional wirkendes Bild eines zuvor am Kreuz gemarterten Mannes mit Wundmalen offenbarte. Galt das Tuch nach einer Odyssee durch den Mittelmeerraum sogar im späten Mittelalter schon als Reliquienfälschung und angefertigtes „Bild“, so haben sich seit der fotografischen Aufnahme des Tuches in den vergangenen 120 Jahren Wissenschaftler in aller Welt erneut mit der Frage befasst, wie ein solches Bild auf das Tuch gelangen konnte.

20 Stelen mit Fotografien und Texten, sieben Exponate und acht Sitzwürfel laden in Münster zu einer Spurensuche ein. Wie kamen Münzen aus der Zeit des Statthalters Pilatus auf die geschlossenen Augen des dargestellten Mannes? Welche Pflanzenpollen fanden sich auf dem Tuch, die etwas über die Herkunft im Heiligen Land verraten? Kann es, obwohl die Webart des Tuches auf die Antike verweist, im Mittelalter derart genial bemalt worden sein, dass im Zeitalter der Fotografie aus dem Negativbild ein Positivbild wurde? Alle diese Fragen werden angesprochen – bis hin zu jener auch wieder angezweifelten Radiokarbon-Methode, nach der das Tuch ins 14. Jahrhundert datiert wurde.

Eine nachempfundene Dornenkrone, eine antike römische Lanzenspitze und Kreuzigungsnägel und Geißeln ergänzen in Vitrinen die Informationstafeln und beleuchten das Thema „Kreuzigung“ in der Antike.

Der Startpunkt der Schau hat für Felix Genn Symbolkraft: „Das Fest der Taufe des Herrn ist die Türangel zwischen Weihnachten und Ostern im liturgischen Jahr.“ So rege die bereits vor Jahren konzipierte und vielerorts gezeigte Schau an, sich in besonderer Weise von der Menschwerdung über den Lebensweg bis zur Kreuzigung auf Golgotha auf die Spuren Jesu zu begeben.

Zum Thema

Bis 20. Februar, Mo - Fr 10 bis 12 und 15 bis 19 Uhr; Sa 10 bis 16 Uhr, So 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei.   | www.malteser- turinergrabtuch.de

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