Leiter Ralf Büscher erzählt
Erneut die Schulbank drücken im Ahauser Schulmuseum

Ahaus -

Jeder hat Erinnerungen an seine Schulzeit. Der eine denkt mit Freude daran zurück, der andere mit Grausen. Im Schulmuseum in Ahaus wird diese Zeit lebendig.

Donnerstag, 13.12.2018, 06:00 Uhr
Ralf Büscher zeigt im Schulmuseum einen alten Holztornister. Früher seien darauf die Tafeln zum Schreiben gelegt worden. „Daher stammt das Sprichwort: Der hat was auf dem Kasten“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins. Foto: Christian Bödding

Jeder hat Erinnerungen an seine Schulzeit. Der eine denkt mit Freude daran zurück, der andere mit Grausen. Die Rohrstock-Pädagogik ist zum Glück längst überwunden. Doch wie war das überhaupt, als man noch den Tornister auf den Rücken schnallte und in einer viel zu engen hölzernen Zweierbank saß, vor sich das Tintenfass? Im Schulmuseum in Ahaus wird diese Zeit lebendig. Museumsleiter Ralf Büscher , zugleich Vorsitzender des Heimatvereins, ist voll des Lobes über die von Winfried Bergen aufgebaute Sammlung.

„Fast 4000 Einzelstücke sind hier zu sehen“, sagt Ralf Büscher bei einem Ortstermin. Winfried Bergen, pensionierter Schulleiter, hatte im Jahr 2002 die Gründung des Schulmuseums in einem der Eckpavillons am Schloss angestoßen, sich bis Ende 2016 ehrenamtlich um das Museum gekümmert und es dann in andere Hände gelegt. Seitdem kümmert sich ein Arbeitskreis des Heimatvereins um die umfangreiche Sammlung.

Zu sehen ist jede Menge Lehr- und Lernmaterial, das die Lehrer im Unterricht einsetzten. Im Obergeschoss ist ein historisches Klassenzimmer aufgebaut, mitsamt den damals üblichen, unbequemen Zweierbänken. „Hier fehlt nicht mehr viel“, sagt Ralf Büscher über die Ausstellung. Was Winfried Bergen zusammengetragen habe, das sei „fantastisch“.

Dabei habe das Schulmuseum in Ahaus kein Alleinstellungsmerkmal, in der Umgebung gebe es mehrere solcher Museen. „Aber keines von denen weist eine solch umfangreiche Sammlung auf wie das Ahauser Schulmuseum“, sagt Ralf Büscher. Die Exponate sind eine Dauerleihgabe von Winfried Bergen an den Heimatverein.

Dass die Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich ist, dafür sorgen um die 30 Museumsaufsichten, die dem Arbeitskreis Schulmuseum des Heimatvereins angehören. Das Schulmuseum ist von dienstags bis sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet, an den Wochenenden von 14 bis 17 Uhr. „Pro Tag sind zwei Museumsaufsichten da. Ehrenamtlich“, sagt Ralf Büscher.

Der Vorsitzende des Heimatvereins sieht seine vordringlichste Aufgabe als Museumsleiter darin, die ehrenamtlich Tätigen in ihrer Arbeit zu unterstützen und zu motivieren. Zugleich sei er als „Moderator“ gefordert, schließlich gebe es mehrere Arbeitskreise im 370 Mitglieder starken Heimatverein – mit jeweiligen Interessen.

Eines sei auf jeden Fall klar: „Der Heimatverein ist langfristig gewillt, das Schulmuseum zu betreuen. Das ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Ralf Büscher. Dafür sprechen die Besucherzahlen. Im Schnitt zwischen 8000 und 10 000 Besucher streifen bei freiem Eintritt jährlich durch die Schulgeschichte. Auch eine „Schulstunde“ kann über Ahaus Marketing und Touristik gebucht werden, ✆ 02564 444444.

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