Handwerker im Kinosaal
Nachthimmel und „7.1“

Warendorf -

Der alte Ballsaal sieht schwer nach Rohbau aus. Gerüste überall, Maler rascheln mit Abklebefolie, die Elektriker verdrahten die zusätzlichen Leuchtenkabel an der Decke. Und bald wird es blau. Tiefblau.

Donnerstag, 06.06.2019, 23:59 Uhr
Der alte Anstrich war wohl mal heller. Der Grund: Bis vor wenigen Jahren war Rauchen zulässig. Deshalb braucht‘s jetzt ordentlich Nikotinsperre auf den Oberflächen.Immer schön den Kopf einziehen: Johannes Austermann überwacht die Umbauarbeiten im großen „Scala“-Saal selbst. Foto: Jörg Pastoor

Irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts ist das Haus entstanden. Dass sich da eine Denkmalbehörde meldet und Fragen zu Umbauarbeiten hat? Logisch irgendwie, aber damals für Johannes Austermann nicht so auf der Liste. Ihm spielte die behördenbedingte Verzögerung der großen Saal-Renovierung, eigentlich für Februar geplant, sogar in die Karten: So hatte der Betreiber der „Scala“ schon Ende Februar die 10 000er-Marke bei den Besucherzahlen erreichen können. Aber jetzt – jetzt wird renoviert.

Sanierungsfall Kinosaal: Farbe für Warendorfs „Scala“

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  • Sattes Dunkelblau und mehr Sound fürs Filmerlebnis Sattes Dunkelblau und mehr Sound fürs Filmerlebnis Foto: Jörg Pastoor
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Donnerstagmorgen im kleinen Café: Gerade will Austermann den WN erzählen, wie die Elektriker Montag mit den Vorarbeiten für die neue Lautsprecher-Technik begonnen und Dienstag die Gerüstbauer – Schwupp! – die Arbeitsplattformen in den Saal gestellt hatten, da klopft‘s an der Eingangstür der Klosterstraße 5: der Maler. Mit ein paar Eimern und Dosen Farbe.

Die Farbe ist aus einer Zeit, in der noch gequarzt wurde wie verrückt.

Johannes Austermann über das Braun-Beige an der Saalwand

Das ist d a s Thema für den 23-Jährigen. „Die Farbe an den Saalwänden ist eigentlich untypisch für Kinosäle.“ Noch ist es ein ins Erdige gleitender Beige-Ton. Der muss vor 20 oder mehr Jahren mal wesentlich heller gewesen sein. Aber dass ein Kinosaal genutzt wird, zeigt sich unter anderem an den Wänden. „Die Farbe ist aus einer Zeit, in der noch gequarzt wurde wie verrückt.“ Deshalb komme jetzt überall satt Nikotinsperre drauf, bevor es dann die Optik dominiert: sattes, dunkles Blau, das ein bisschen an Nachthimmel erinnert. Die matte Oberfläche werde den Stil alter Zeiten zurückbringen, der Teppich sich auch auf den Klang auswirken, für dessen Verdrahtung schon Nuten ins alte Linoleum gezogen sind. „Aktuell haben wir ja ein 5.1-Soundsystem. Mit relativ wenig Aufwand gehen wir jetzt auf 7.1.“ Das, sagt Johannes, mache sich auf jeden Fall bei Musikstreifen wie zuletzt bei der Freddy-Mercury-Ode „Bohemian Rapsody“ und – nach Abschluss der Renovierung – mit „Rocketman“ bezahlt. Bei solchen Filmen wollten die Gäste halt auch richtig was hören.

Der echte Charme soll überall präsent sein

Die Sanierung ist allein wegen der Kubatur ein wesentlich größeres Projekt als die Runderneuerung des Studios, des kleinen der beiden Säle. Der Kinomann ist gerade sein eigener Bauleiter, „weil meine Innenarchitektin in Rente gegangen ist“. Kein Problem: Er kennt das Haus mit dessen Wechselgeschichte inzwischen sehr genau. Für ihn zählt am Ende der Gesamteindruck: „Ich bin echt gespannt auf die Reaktion der Leute.“ Er möchte, dass seine Gäste sehen, wie er hier einen Ort besonderer kultureller Bedeutung in seiner ganz speziellen Atmosphäre erhalten will. Schließlich habe es auch mal Pläne gegeben, hier Wohnungen entstehen zu lassen, als Kino mal nicht so gefragt war. Bisher ist das ganz anders. „Meine Erwartungen sind mehr als erfüllt worden.“ Sicher, er hätte nichts gegen noch ein paar Gäste mehr. Aber das liege daran, „dass ich nicht Markt bin. Hier kommt eben kaum einer vorbei.“ Das wird eine der nächsten, dann wieder kleineren Baustellen, und außerhalb der „Scala“. Denn – Hinweisschilder? „Aktuell ist das Kino noch auf null Schildern vertreten . . .“

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