Immobilienbesitzer macht seinem Unmut weiter Luft
Mr. Ed's: Teil zwei des brettharten Protests

Warendorf -

Seinem Unmut Luft macht Immobilienbesitzer Anton Buddenkotte, indem er in der kommenden Woche die komplette Häuserfassade der ehemaligen Musikkneipe Mr. Ed's mit Holzbrettern vernageln lässt. Anfragen von Interessenten, die die ehemaligen Kneipenräume mieten möchten, hat Buddenkotte viele. 

Freitag, 11.01.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 11.01.2019, 14:27 Uhr
Anton Buddenkotte, Inhaber der Immobilie Mr. Ed's in der Emsstraße, hält Wort: Nachdem der Milter bereits nach Bekanntwerden des Gerichtsurteils im vergangenen Jahr, einen Teil der Häuserwand in Warendorf aus Protest verbrettern ließ, folgt in der kommenden Woche Teil zwei der Verbretterung. Foto: Joachim Edler

Anton Buddenkotte , Inhaber der Immobilie Mr. Ed's in der Emsstraße, hält Wort: Nachdem der Milter bereits nach Bekanntwerden des Gerichtsurteils im vergangenen Jahr einen Teil der Häuserwand in Warendorf aus Protest mit Holzbrettern zunageln ließ, folgt in der kommenden Woche Teil zwei der Verbretterung.

Hintergrund: Das Ed's, Warendorfs Kult-Musikkneipe, ist seit dem Jahresende Geschichte. Das Ergebnis eines Vergleiches vorm Landgericht in Münster .

Zeugnis lebendiger Kneipenkultur

Für die einen war es ein kultiger Treffpunkt, für die jüngeren Semester, Ort der gepflegten Geselligkeit, Zeugnis lebendiger Kneipenkultur. Für die anderen, die nebenan wohnen, war es schlichtweg Lärm.

Ralf „Ralle“ Friedrich und sein Mr. Ed‘s

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  • Ralf „Ralle“ Friedrich – eine Warendorfer Kultfigur.

    Ralf „Ralle“ Friedrich – eine Warendorfer Kultfigur.

    Foto: privat
  • Vermieter Alfons Buddenkotte hat dem besiegelten Aus des Ed‘s aus Protest die Fassade „vernageln“ lassen. Noch steht immer nicht fest, was mit der Immobilie nach dem 1. Januar 2019 passiert.

    Foto: Jonas Wiening
  • R.I.P Mr. Eds. Dieser Grabstein und die vielen Fotos in der Kultkneipe zeigen die Trauer der Menschen.

    Foto: Jonas Wiening
  • Vor 2014 war das Mr. Ed‘s noch auf der anderen Straßenseite, dort wo jetzt die „Alte Frieda“ beheimatet ist, angesiedelt.

    Foto: Vornhusen
  • Karneval war auch im Ed‘s immer ein großes Ding.

    Foto: privat
  • Das Mr. Ed‘s galt als „die letzte Tankstelle vor dem Heimweg“.

    Foto: Edler
  • Vor wenigen Wochen ist versucht worden ins Mr. Ed‘s einzubrechen.

    Foto: Verschiedene
  • „Die Chefs der Warendorfer Glasfirma sind auch Kunden des Ed‘s. Die haben mir direkt eine neue Scheibe eingebaut. Das war super“, freut sich Ralle.

    Foto: Verschiedene
  • Seit 1992 ist Ralle Gastronom mit Leib und Seele.

    Foto: privat
  • Bürgermeister Axel Linke nahm hier eine Liste mit über 1000 Unterschriften für die Kultkneipe von Mit-Initiator Christian Havelt entgegen. Gebracht hat es nichts. Ralle ist nicht gut zu sprechen auf Bürgermeister Axel Linke, Baudirektor Peter Pesch und die Stadtverwaltung.

    Foto: Michèle Waßmann
  • Das Ed‘s wird (fast) allen Warendorfern fehlen.

    Foto: Jonas Wiening
  • Bis zum 31. Dezember zapfen Ralle und sein Team noch. Danach ist Schluss.

    Foto: Jonas Wiening
  • Ralf Friedrich hat schon seit einiger Zeit einen neuen Job als Disponent bei einem Personaldienstleister in Beckum.

    Foto: Jonas Wiening
  • Viel Live-Musik – ein Markenzeichen der Kultkneipe.

    Foto: Marion Bulla
  • In Warendorf kennt eigentlich jeder Ralle.

    Foto: privat
  • Die Küche im Ed‘s ist der Raucher- und Partyraum.

    Foto: privat
  • Ralle will trotz seiner neuen Arbeit in Beckum, Warendorf treu bleiben und weiter in der Emsstadt wohnen.

    Foto: privat
  • Dieses Schild verbinden viele sofort mit dem Ed‘s.

    Foto: Jonas Wiening
  • Ralle und „seine“ Frauen: Die Ed‘s-Mitarbeiterin lieben ihren Chef!

    Foto: privat
  • Bald wird wohl der Schriftzug verschwinden....

    Foto: Jörg Pastoor
  • ...und die Lichter der Kultkneipe gehen endgültig aus.

    Foto: Jörg Pastoor

Mehrere Jahre lang beschäftigten diese unterschiedlichen Ansichten zur Musikkneipe „Mr. Ed's“ gleich mehrere Richter. Am Ende, der Schlussstrich. Betreiber Ralle Friedrich war resigniert, Besitzer Anton Buddenkotte verärgert – vor allem auf die Stadt. Seinem Unmut Luft macht der Immobilienbesitzer, indem er in der kommenden Woche die komplette Häuserfassade mit Holzbrettern vernageln lässt.

Verkaufen ist keine Option

Anfragen von Interessenten, die die ehemaligen Kneipenräume mieten möchten, hat Buddenkotte viele. „Von Italiener bis zum Griechen – aber das Passende ist noch nicht dabei. Ich warte jetzt erst einmal ruhig ab, denn ein ordentlicher Nachmieter ist mir wichtig.“ Und verkaufen, wie das Gros der Interessenten bei Buddenkotte anfrage – möchte er das Haus auf keinen Fall.

Vom Bürgermeister habe Buddenkotte den Vorschlag erhalten, die Kneipe zu Wohnungen umzubauen. „Die Stadt würde das unterstützen. Doch ich bin nicht bereit, viel Geld für einen Umbau in Wohnungen zu investieren, die dann größtenteils im Dunkeln liegen. Hier kommen nur Gastronomie, Praxen oder Büroräume in Frage. Andernfalls lasse ich die Immobilie so wie sie ist – verbrettert.“

Die Genehmigung lag doch in der Schublade.

Anton Buddenkotte

Kein gutes Haar lässt der Immobilienbesitzer an der Vorgehensweise der Stadt in diesem Fall. Dass die Stadt dem Kneipenbetreiber „Ralle“ Friedrich die zugesagte Betriebserlaubnis nie erteilt hat, findet er beschämend. Er vermutet, dass die Stadt die Entscheidung bis zum Gerichtsvergleich ausgesetzt habe: „Die Genehmigung lag doch in der Schublade.“

Wenn der Bürgermeister sich schon für den Erhalt der Kneipe stark mache, so der Immobilienbesitzer, hätte er auch Wort halten müssen. „Meines Erachtens hätte die Stadt nicht nur mit dem Kneipenbesitzer sprechen, sondern auch das Gespräch mit den Nachbarn suchen müssen.“

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