Rechtsstreit um Musikkneipe Mr. Ed´s wird fortgesetzt
„Bei 24 Uhr ist Schicht im Schacht“

Warendorf -

„Ob ich am Dienstag mit einem blauen Auge davonkommen und meine Musikkneipe weiter wirtschaftlich betreiben kann, weiß ich noch nicht.“ „Traurig und beschämend“ findet „Ralle“ Friedrich, Inhaber der Musikkneiper Mr. Ed´s, dass es die Stadt Warendorf bis heute nicht geschafft habe, die von ihm beantragten neuen Betriebszeiten zu genehmigen. Und das, obwohl ihm Baudirektor Peter Pesch bereits im Februar eine Genehmigung zugesagt hatte – das ist sechs Monaten her.

Samstag, 25.08.2018, 05:00 Uhr
Der Rechtsstreit um die Musikkneipe Mr. Ed`s geht am Dienstag, 28. August, in die nächste und vielleicht letzte Runde. Musikkneipenbesitzer „Ralle“ Friederich sieht der Verhandlung vor dem Landgericht Münster mit gemischten Gefühlen entgegen. Foto: Edler

Der Rechtsstreit um die Musikkneipe Mr. Ed`s geht am Dienstag, 28. August, in die nächste und vielleicht letzte Runde. Musikkneipenbesitzer „Ralle“ Friedrich sieht der Verhandlung vor dem Landgericht Münster mit gemischten Gefühlen entgegen: „Ob ich am Dienstag mit einem blauen Auge davonkommen und meine Musikkneipe weiter wirtschaftlich betreiben kann, weiß ich noch nicht.“ „Traurig und beschämend“ findet er, dass es die Stadt Warendorf bis heute nicht geschafft habe, die von ihm beantragten neuen Betriebszeiten zu genehmigen. Und das, obwohl ihm Baudirektor Peter Pesch bereits im Februar eine Genehmigung zugesagt hatte – das ist sechs Monaten her. 8000 Euro habe „Ralle“ investiert, um die erforderlichen baulichen Auflagen zu erfüllen. Und ich bin keinen Schritt weiter.“ Gegenüber unserer Zeitung hatte Pesch seinerzeit die Verzögerung mit folgenden Worten begründet: „Wir arbeiten aufs i-Tüpfelchen genau und sauber – und dafür nehmen wir uns so viel Zeit, wie wir brauchen.“ „Ralle“ vermutet allerdings, dass die Stadt auf Zeit spiele und vor Erteilung einer Genehmigung erst einmal das Gerichtsurteil abwarten möchte.

Prozessbeobachter werden am Dienstag auf nicht mehr alle Kläger treffen, wie „Ralle“ auf Anfrage unserer Zeitung verriet: „Manni Darup ist raus, hat seine Gaststätte verkauft und wohnt dort gar nicht mehr.“ Stattdessen sei der neue Eigentümer geladen worden. Doch der hat – nach Aussage gegenüber unserer Zeitung – kein Interesse, sich in den Rechtsstreit reinzuhängen. Auch die Privatpersonen Maria und Rainer Schulz Johann sollen laut „Ralle“ nicht mehr als Kläger auftreten – stattdessen deren Sohn und Inhaber des gleichnamigen Hotels in der Emsstraße. Hauptklageführer ist Jörg Helms, der direkt gegenüber der Musikkneipe wohnt und sich seit Jahren empfindlich in seiner Nachtruhe gestört fühlt. Der Streit um die Lärmbelästigung ist hinlänglich bekannt. Gutachter wurden beauftragt.

Erst jüngst sei der Musikkneipenbesitzer erneut von der Gegenseite angeschrieben worden, dass es wieder einmal unerträglich laut vor seiner Kneipentür gewesen sein soll. Fotos von einer vollen Emsstraße hätten die Kläger gleich mitgeliefert. „Unfair“ findet „Ralle“, dass die Gegenseite ausgerechnet den Tag des Weinfestes als Stein des Anstoßes genommen hat. „Da war die ganze Stadt rappelvoll, weil die Veranstalter aufgrund einer Unwetterwarnung alle Gäste vom Emssee in die Stadt geschickt hatten.“

Bleibt abzuwarten, wie der neue Richter die Sache sieht – der dritte in diesem Verfahren. „Ralle“, der mittlerweile nicht mehr selbst hinter der Theke steht und als Vertriebsdisponent bei einem Personaldienstleister arbeitet, könnte sich neue Wege vorstellen, wenn die Klägerseite bei der Vorstellung ihrer Betriebszeiten bleibt: Bei 24 Uhr am Samstag wäre Schicht im Schacht, da die Musikkneipe erst nach Mitternacht ihr Publikum anzieht. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, benötige „Ralle“ längere Öffnungszeiten. Er wäre mittlerweile bereit, auf den schon einmal im Gerichtssaal stehenden Kompromiss von 1.30 Uhr einzugehen. Ursprünglich hatte er sich Betriebszeiten bis drei Uhr gewünscht. „Ralle“: „Ich habe in diesem Gerichtsverfahren schon so viel Geld verbrannt, wenn das Verfahren zu Ende ist, kommt noch mal eine fünfstellige Summe auf mich zu.“

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