Weihnachten im Warendorfer Frauenhaus
Baby sorgt für Vorfreude auf neues Leben

Im Warendorfer Frauenhaus ist zu Weihnachten ein „Christkind“ zur Welt gekommen. Ein Mädchen. „Mutter und Kind sind wohlauf“, überbrachte gestern Annelie Krieter die frohe Botschaft. Die Mitarbeiterin des Frauenhauses spricht von einer „besonderen Stimmung“: Gerade zu Weihnachten ist ein Neugeborenes ein besonderer Stimmungsaufheller im Haus. Die Freude bei allen Bewohnerinnen ist groß. Jede verhält sich leiser als sonst. Eine Bewohnerin machte sogar schon den Vorschlag: Wir können das Kind ja in die Krippe legen.“

Samstag, 23.12.2017, 13:12 Uhr

Weihnachten im Frauenhaus – wie ist das eigentlich? Der Aufenthalt für die Bewohnerin steht in diesem Jahr unter einem besonderen Stern. Ein kleines Baby sorgt für Vorfreude auf ein neues Leben.
Weihnachten im Frauenhaus – wie ist das eigentlich? Der Aufenthalt für die Bewohnerin steht in diesem Jahr unter einem besonderen Stern. Ein kleines Baby sorgt für Vorfreude auf ein neues Leben. Foto: Frauenhaus

Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz war. Die Weihnachtsgeschichte erfährt in diesem Jahr im Warendorfer Frauenhaus eine besondere Bedeutung. Eine Wiege, Babybett, Windeln, Erstausstattung, Kinderwagen. Im Warendorfer Frauenhaus ist zu Weihnachten ein „Christkind“ zur Welt gekommen. Ein Mädchen.

„Mutter und Kind sind wohlauf“, überbrachte gestern Annelie Krieter die frohe Botschaft. Die Mitarbeiterin des Frauenhauses spricht von einer „besonderen Stimmung“: Gerade zu Weihnachten ist ein Neugeborenes ein besonderer Stimmungsaufheller im Haus. Die Freude bei allen Bewohnerinnen ist groß. Jede verhält sich leiser als sonst. Eine Bewohnerin machte sogar schon den Vorschlag: Wir können das Kind ja in die Krippe legen.“

Und bestimmt sorgt das Baby auch für Vorfreude auf ein neues Leben.

Weihnachten im Frauenhaus – wie ist das eigentlich? „Wir Mitarbeiterinnen werden häufig gefragt, ob es denn nicht schlimm sei für die Frauen und Kinder, Weihnachten im Frauenhaus zu verbringen. Bestimmt vermissen viele die bekannte Umgebung“, “ erzählt Annelie Krieter und fügt hinzu: „Familie und Freunde können oft nicht besucht werden, um eigene oder deren Gefährdung zu vermeiden. Manchmal sind auch die Geschenke in einer überstürzten Flucht zu Hause geblieben.“

Dagegen steht die Erleichterung: „Hier im Frauenhaus ist es ruhig, hier brauche ich keine Angst zu haben“. Dagegen steht auch die Erfahrung, Weihnachten in der Gemeinschaft zu erleben und zu feiern – übrigens mit allen, die gerade da sind: Im Moment sind es Frauen und Kinder aus sechs Ländern und verschiedenen Religionen. Das muss keine stille Besinnlichkeit sein, es kann auch ziemlich turbulent werden, eigene Musik wird gespielt, häufig getanzt. Zwei große Tannenbäume werden uns jedes Jahr gespendet und sind üppig geschmückt. Heiligabend und Weihnachten kochen die Frauen häufig zusammen, erstaunlicherweise suchen sie sich häufig ein deutsches Traditionsgericht aus: Gans mit Klößen und Rotkohl oder Rinderbraten.

Eine Bescherung mit vielen Überraschungen gibt es natürlich auch. Die ehemalige Bewohnerin Adelina, 32 Jahre, erinnert sich: „Ich bin ja Muslimin und wir feiern nicht Weihnachten. Aber hier im Frauenhaus war das anders. Eine Frau hat eine Ente gebraten, das hatte ich noch nie gegessen. Wir haben alle zusammen gegessen, das war sehr gemütlich. Danach sind wir ins Wohnzimmer gegangen, da lagen Geschenke für uns. Jede hat Geschenke bekommen, nicht bloß eins, sondern drei oder vier! Auch die Kinder bekamen genau das, was sie sich vorher gewünscht hatten. Ich habe Sachen zum Schminken bekommen, da habe ich mich sehr gefreut.“

Auch Gerburg, sie war mit 72 Jahren, eine der ältesten Bewohnerinnen des Frauenhauses: „Ich habe Weihnachten im Frauenhaus in ganz guter Erinnerung. Wir haben uns was Gutes gekocht und hatten alle zusammen Bescherung. In den Jahren zuvor, als ich noch zu Hause war, war Weihnachten immer eine Katastrophe. Ich hatte schlimme Erinnerungen daran. Aber hier war es ein richtig schönes Fest. Ich glaube sogar, es war das Schönste.“

In der Woche vor Weihnachten kommen auch viele Ehemalige mit ihren Kindern zu einer gemeinsamen Feier und steuern ihre landestypischen Gerichte zum „Multi-Kulti-Buffet“ bei. Anschließend werden kleine Geschenke verlost, zum Beispiel die handgestrickten Socken und Mützen, die manche Frauengemeinschaft schenkt. Viele Privatleute, aber auch Gemeinden und Firmen unterstützen das Frauenhaus. „Das ist ein ganz wichtiger Beitrag für unsere Arbeit und hilft uns sehr, den Frauen und Kindern die Begleitung und Hilfe anzubieten, die sie nötig brauchen.“

Spendenadresse: Rettungsring, Volksbank Warendorf, IBAN DE 46 412 625 01 3417 010 400.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5376277?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Gegner stellen Strafanzeige
Zeelink-Gasleitung: Gegner stellen Strafanzeige
Nachrichten-Ticker