„Porgy and Bess“ im Telgter Bürgerhaus neu erzählt
Gershwin-Fans begeistert

Telgte -

Stephan Völker (Saxofon), Mike Schoenmehl (Klavier) und Ardell Johnson als „Storyteller“ zeigten, wie „Porgy and Bess“ auch anders aufgeführt werden kann. Das Publikum im Telgter Bürgerhaus war begeistert.

Sonntag, 03.03.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 13:16 Uhr
Stephan Völker (Saxofon, M.), Mike Schoenmehl (Klavier) und Ardell Johnson („Storyteller“, r.) sorgten für einen außergewöhnlichen Abend. Ihre Zuhörer waren begeistert. Foto: Zinkant

George Gershwins legendäre Oper „Porgy and Bess“ auf die wichtigsten Szenen „eindampfen“, die Instrumente auf Saxofon und Klavier reduzieren und die Handlung einfach von einem Erzähler vors innere Auge zaubern – geht das? Wenn sich drei Gershwin-Spezialisten zusammentun und das Ganze von der Liebe zum Werk getragen ist, geht es wunderbar. Und die Gershwin-Fans im Bürgerhaus waren hin und weg und spendeten begeistert Applaus.

Die weltberühmten Songs waren Stephan Völker (Saxofon) und Mike Schoenmehl (Klavier) anvertraut. Und es war Ardell Johnson , der als „Storyteller“ den Saal mitnahm in die Catfish Row, eine Schwarzen-Siedlung in Charleston, wo die Geschichte um 1870 spielt. Wo der gewalttätige Ganove Crown seine Freundin Bess zu einer Feier mitbringt und dort bei einem Würfelspiel einen anderen ersticht. Nun kann der gehbehinderte Porgy (Ardell sagte „Krüppel“) sich Bess als Beschützer anbieten – die beiden verlieben sich. Aber es geht nicht gut aus.

Ardell Johnson erzählt das sowohl emotional wie auch mit einem Augenzwinkern, und sein amerikanischer Akzent lässt das Ganze noch authentischer wirken. Er erzählt aber auch von Gershwin selber, der von diesem Stoff (zuvor ein Roman und ein Broadway-Stück) so fasziniert war, dass er im Sommer 1934 in der Nähe von Charleston lebte, um das Leben des afrikanischen Stammes der Gullah zu studieren, dessen Dialekt im Stück gesprochen wird.

Diese Geschichte ist lange nicht so bekannt wie die Songs selber, die sich ins kollektive Gedächtnis gegraben haben – oder gibt es irgendjemanden, der noch nie „Summertime“ gehört hat? Und Stephan Völkers Saxofon holt die Seele der Songs hervor – immer zuerst die Melodie, dann einen jazzig improvisierten Mittelteil, um am Ende wieder das Thema aufzugreifen. Mike Schoenmehl, der auch die Arrangements schrieb, spielt mal wie im Jazzkeller, mal als „Orchester-Ersatz“.

Bei „I got plenty o’ nuttin’“ gelingt Völker ein so inspiriertes Solo, dass Bravo-Rufe aus dem Saal tönen. So gleitet man wie von selber durch die „Black Opera“, von Szene zu Szene, von Song zu Song. Und bei „Bess, you is my Woman now“ singen Louis Armstrong und Ella Fitzgerald im Geiste mit.

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