Weihnachtsoratorium in St. Martin
Musikerlebnis auf höchstem Niveau

Sendenhorst -

Mehr als 70 Sänger und Instrumentalisten wirkten beim Weihnachtsoratorium mit, das am dritten Adventssonntag vor mehr als 300 begeisterten Zuhörern in der Pfarrkirche St. Martin zu hören war. Unter der Leitung von Kantor Winfried Lichtscheidel erlebte das Publikum eine hochkarätige Aufführung, gestaltet von professionell agierenden Musikern und Sängern.

Dienstag, 19.12.2017, 18:12 Uhr

Rund 70 Sänger und Musiker gestalteten im Altarraum von St. Martin das aufwändige und musikalisch anspruchsvolle Weihnachtsoratorium von Bach.
Rund 70 Sänger und Musiker gestalteten im Altarraum von St. Martin das aufwändige und musikalisch anspruchsvolle Weihnachtsoratorium von Bach. Foto: Braunsmann

Es gibt Musikstücke von unwiderstehlicher Anziehungskraft, insbesondere zur vorweihnachtlichen Jahreszeit, wenn alles sich auf die Festtage vorbereitet. Eines dieser Stücke ist sicherlich das Weihnachtsoratorium (BWV 248) von J. S. Bach, das am dritten Adventssonntag vor mehr als 300 begeisterten Zuhörern in der Pfarrkirche St. Martin zu hören war. Unter der Leitung von Kantor Winfried Lichtscheidel erlebte das Publikum eine hochkarätige Aufführung, gestaltet von professionell agierenden Musikern und Sängern.

Da das aus insgesamt sechs Kantaten bestehende Weihnachtsoratorium in seiner ganzen Länge den Zeitrahmen einer Aufführung sprengen würde, hatte Lichtscheidel sich für die Kantaten Nummer 1 („Jauchzet, frohlocket“), Nummer 3 („Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen) und Nummer 6 („Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“) entschieden. Mit diesen drei Abschnitten des Bach’schen Meisterwerkes tauchte er die Kirche in ein barockes Fest weihnachtlicher Vorfreude und gestaltete ein Musikerlebnis auf höchstem Niveau.

Garant hierfür waren in erster Linie die vier glänzend aufgelegten Gesangssolisten, die mit den hohen Anforderungen der zahlreichen Arien, Duette und Rezitative souverän umzugehen wussten. Johanna Zimmer (Sopran) überzeugte durch ihre mühelose Leichtigkeit in der Tongebung und ihre schlanke, aber auch sehr tragfähige Stimme.

Ihre Kollegin Truike van der Poel (Alt), mit der sie gemeinsam aus Stuttgart angereist war, stand ihr in nichts nach und beeindruckte durch kraftvolle Wärme in ihrer Stimme, die über eine erstaunliche Breite im Stimmumfang verfügt.

Nicht so weit reisen mussten die Akteure der männlichen Soloparts, die beide aus dem heimischen Münsterland kamen. Stephan Hinssen (Tenor) meisterte seine umfangreiche Partie überragend und begeisterte durch seine enorm klare Präsenz in den Höhen und eine meisterhafte Artikulation in der Sprache.

Michael Nonhoff (Bass) bildete einen kraftvollen Gegenpart hierzu und verdiente sich vor allem großen Respekt mit der in markanter, majestätischer Fülle vorgetragenen Arie „Großer Herr, o starker König“.

Das mustergültige Fundament der Aufführung bildete das „Kourion“-Orchester Münster, das seine uneingeschränkt professionelle Qualität einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellte. Die perfekte Abstimmung bezüglich Intonation und Synchronität im Orchester, die große Flexibilität, mit der die Musiker agierten, die spürbare Begeisterung und wache Aufmerksamkeit bei der Aufführung, all das sind keineswegs selbstverständliche Qualitäten, zumal wenn man bedenkt, dass die Musiker in der Adventszeit ständig von einer Aufführung zur nächsten hetzen. Dazu traten herausragende solistische Leistungen der 1. Violine, der Oboen oder der Bach-Trompete, die eine klanglich vollkommene Gestaltung der komplex und virtuos angelegten Arien erst ermöglichten. Dass man auf einen derart perfekten Klangapparat zurückgreifen kann, ist für das Münsterland ein großes Geschenk, von dem die Sendenhorster Aufführung in hohem Maß profitierte.

Aufmerksam und mit hoher sprachlicher und klanglicher Präsenz musizierte auch der Chor, der in den einzelnen Kantaten jeweils hoch anspruchsvolle Partien zu bewältigen hatte. Der Kirchenchor St. Martin, verstärkt durch eine Reihe von Gastsängern, hatte sich mit dem punktgenau vorbereiteten Vokalensemble Sendenhorst zu einem etwa 70-köpfigen Klangkörper zusammengeschlossen, so dass eine ausgewogene klangliche Balance zum Orchester gegeben war. Die Sängerinnen und Sänger hatten monatelang intensiv geprobt, zum Teil auch an den Wochenenden – eine Mühe, die ihren Lohn in einer insgesamt überzeugenden Umsetzung der Chorpartien fand.

Kantor Winfried Lichtscheidel führte durch sein umsichtiges, gut lesbares und sachdienliches Dirigat den gesamten Klangapparat behutsam aber bestimmt zusammen, gestaltete Bachs Musik authentisch, glaubwürdig und ohne unnötige Affektiertheit.

Berechtigten Dank erhielten alle Beteiligten am Ende in Form begeisterten und lang anhaltenden Applauses durch das Publikum, das den moderaten – im übrigen durch die Sparkassenstiftung Ahlen-Drensteinfurt-Sendenhorst maßgeblich geförderten – Eintrittspreis nicht bereuen musste.

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