Große Grundstücke im alten Wohngebiet könnten bebaut werden
Verdichtung statt Flächenfraß

Sendenhorst -

Die Stadtverwaltung hat die Idee, für den Bau neuer Häuser der Innenverdichtung in alten Wohngebieten den Vorzug vor weiterem Flächenfraß in Außenbereichen zu geben. Ob das funktionieren kann und gewollt ist, soll an einem konkreten Beispiel herausgefunden werden: im alten Wohngebiet zwischen Kopernikusstraße, Nienkampstraße, Eichendorfstraße und Kantstraße, das im Wesentlichen aus den 1950-er Jahren stammt.

Montag, 05.06.2017, 12:06 Uhr

Die Grundstücke und Häuser stammen aus den 1950-er Jahren. Vor den zumeist großen Gärten wurde nahe an der Straße gebaut.
Die Grundstücke und Häuser stammen aus den 1950-er Jahren. Vor den zumeist großen Gärten wurde nahe an der Straße gebaut. Foto: Josef Thesing

Die Flächenfraß durch neue Baugebiete ist in allen wachsenden Städten – zu denen auch Sendenhorst gehört – ein Problem. Dabei könnte es, die Bereitschaft der Grundstückseigentümer vorausgesetzt, durchaus eine Alternative zur naturräumlichen Ausdehnung der Siedlungsbereiche geben: die Innenverdichtung.

Ob das funktionieren kann und gewollt ist, will die Stadt nun an einem konkreten Beispiel herausfinden: im alten Wohngebiet zwischen Kopernikusstraße, Nienkampstraße, Eichendorfstraße und Kantstraße, das im Wesentlichen aus den 1950-er Jahren stammt. Dort gibt es, wie es seinerzeit am damaligen Stadtrand üblich war, große Grundstücke. Und es findet, wie auch in anderen älteren Wohngebieten, „ein Überalterungsprozess“ statt, wie es die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt formulierte. Das bedeutet, dass dort überwiegend Menschen der älteren Generation auf großen Grundstücken wohnen, deren Pflege sie vielfach kaum noch bewältigen können.

Hier könnte „zukunftsorientierte Stadtplanung“ einsetzen, die das Ziel hat, den Bau neuer Häuser mit einer modernen Erschließung zu ermöglichen. „Man muss nicht immer in die Fläche gehen“, erklärte Bürgermeister Berthold Streffing .

Doch das ist mit Blick auf den demografischen Wandel nur ein Grund, solche Wohngebiete mit großen Grundstücken, auf denen die Häuser in der Regel nahe an der Straße gebaut wurden, in den Blick zu nehmen. „Eine bessere Durchmischung von jung und alt“ sichere auf Dauer überhaupt erst den Bestand eines solchen Wohngebietes, ist sich die Verwaltung sicher.

Grundvoraussetzung ist natürlich, dass sich die zumeist älteren Bewohner des Wohngebiets an einem solchen Prozess beteiligen wollen. Dazu soll es in naher Zukunft Treffen und Gespräche geben.

Denn in vielen der großen Gärten gibt es Nebengebäude, Teiche, Gewächshäuser und Ähnliches, die ebenso wie der Gemüseanbau für den Bau neuer Häuser aufgegeben werden müssten. Eine weitere Voraussetzung ist, das Interesse der Anlieger vorausgesetzt, das für das Wohngebiet ein neuer Bebauungsplan aufgestellt wird, der das „neue“ Stadt- und Quartier-verträglich regelt.

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