Zeitungspraktikant schreibt über seine Kollegen
Sträuße binden und junge Leute betreuen

Sassenberg -

Besser als jedes Schulbuch ist das eigene Ausprobieren, gerade wenn es um die eigene berufliche Zukunft geht. WN-Schülerpraktikant Joshua Bulla besuchte drei andere Schülerpraktikanten in seinem Alter, die sich in Sassenberg beruflich ausprobieren. Im Blumenladen, im Raiffeisenmarkt und im Jugendzentrum. Wie wirkt der Berufsalltag auf die Schüler? Ein Bericht auf Augenhöhe.

Donnerstag, 22.03.2018, 11:03 Uhr

Rosa Di Nuzzo präsentiert eine Blume, die sie selbst bei Blumen Horstmann dekoriert hat. Foto: Joshua Bulla

Rosa Di Nuzzo hat ihr Praktikum im Blumenladen Horstmann mit einem großem Strahlen in ihrem Gesicht begonnen. War voller Neugier. Sie hatte zuvor nichts mit Blumen am Hut, doch nun weiß sie, wie der Alltag als Floristin so aussieht. Ihr gefällt vieles bei der Arbeit, die Kreativität steht bei ihr im Vordergrund, doch auch auch der Umgang mit den Kunden macht ihr Spaß. Sie bekommt verschiedene Aufgaben, wie Austöpfern, Rosen anschneiden oder das Sortieren von Blumenpaletten.

Rosa Di Nuzzo hat insgesamt sechs Kollegen, mit denen sie gerne am Montag, Dienstag und Freitag von 8 Uhr bis 13 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr arbeitet. Am Mittwoch, Donnerstag und Samstag hat das Geschäft von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Auch bietet Blumen Horstmann die Gestaltung von Friedhofsgräbern an. Horstmann bildet auch ein bis zwei Leute pro Jahr als Florist aus. Doch Rosa Di Nuzzo kann es sich nicht vorstellen, als Lehrling zu arbeiten.

Das dreiwöchige Praktikum ist am heutigen Freitag zu Ende und dann wird Rosa Di Nuzzo auch den Blumenduft vermissen.

Ihr Mitschüler Timon Schürenkamp kauft das Futter für seine Tiere bei Raiffeisen Markt. Und jetzt ist er mit voller Begeisterung ein Praktikant im Markt. Dort ist er seit Jahren treuer Kunde und kauft Futter, Werkzeuge oder auch Schutzkleidung. Dieses Mal wollte er aber selber mal hinter die Kulissen tauchen. Timon Schürenkamp gefällt, dass er viele Dinge machen kann, zum Beispiel Regale Einsortieren, Etiketten kleben und das Einscannen von Produkten.

Timon Schürenkamp machte sein Praktikum im Raiffeisen-Markt.

Timon Schürenkamp machte sein Praktikum im Raiffeisen-Markt. Foto: Joshua Bulla

Aber nicht alles macht Spaß, das Fegen kann er nicht ab, doch darüber kann er hinwegsehen. Mit seinen zehn Kollegen läuft es gut, da diese nett und lustig sind.

Timon Schürenkamp arbeitet von Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 17 Uhr, dazwischen ist eine Stunde Pause. Raiffeisen bildet auch ein bis zwei Leute pro Jahr als Kauffrau/Kaufmann aus, doch später dort zu arbeiten, kann sich Timon nicht vorstellen, da er den Beruf des Lehrers anstrebt.

Morgen, den 23. März, ist das Praktikum vorbei, ab dann wird er wieder nur noch Kunde bei seinem Lieblingsregal sein.

Aber was macht eigentlich sein Klassenkamerad Sam Erichsen? Der 15-jährige ist gerne Praktikant im Jugendzentrum „Inside“, das merkt man schnell, wenn man durch die Tür kommt. „Jeder ist gelassen und es macht einfach Spaß, dort seine Zeit zu verbringen“, sagt er. Mit seinen fünf Kollegen arbeitet er von Montag bis Freitag von 15 Uhr bis 20 Uhr. Doch Sam Erichsen kommt gerne auch eine Stunde früher zur Arbeit.

Sam arbeitet eng mit Dirk Ackermann zusammen, dem Leiter des Jugendzentrums. Ackermann kann mit Kindern gut reden und ihnen zuhören, wenn etwas passiert ist. Er ist immer ein Ansprechpartner. Jeder ist dort willkommen.

Praktikant Sam Erichsen (l.) fühlt sich im „Inside“ sehr wohl. Zum Beispiel spielt er gerne Karten mit Michele Di Nuzzo (Mitte) und Florian Alfs (r.)

Praktikant Sam Erichsen (l.) fühlt sich im „Inside“ sehr wohl. Zum Beispiel spielt er gerne Karten mit Michele Di Nuzzo (Mitte) und Florian Alfs (r.) Foto: Joshua Bulla

Florian Alfs ist fast täglich dort. Mit fünf Jahren ist er das erste Mal in das Jugendzentrum gekommen und nun ist er seit sechs Jahren regelmäßiger Besucher des Zentrums. Man merkt, dass Dirk Ackermann ihm ans Herz gewachsen ist.

Sam Erichsen ist glücklich, er kann mit jedem sprechen und lachen. Billard, Klavier, Kartenspielen, Computerspielen und noch vieles mehr. Seine Tätigkeiten als Praktikant sind verschieden zum Beispiel muss er kochen, mit Kindern spielen oder einkaufen.

Sam würde gerne im späteren Berufsleben in diese Richtung gehen. Wenn das Praktikum am 23. März zu Ende geht, wird er die Kinderstimmen vermissen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5608344?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Ein System als Ursache für den Verkehrskollaps
Im Bahnhofsbereich ist die Verkehrsbelastung täglich hoch. Das Ergebnis sind genervte Autofahrer, die ihren Frust in sozialen Netzwerken zum Ausdruck bringen.
Nachrichten-Ticker