Projekte in Ruanda
Vielfältige Hilfe zur Selbsthilfe

Ostbevern -

Über ihre derzeitigen Projekte in Ruanda berichtete Adrienne Mukamitali, Ansprechpartnerin in der Diözese Nyundo für die Kirchengemeinde St. Ambrosius. Sie stellte mit ausgewählten Fotos den Bau und die Renovierung von Häusern vor, in denen Witwen mit Kindern wohnen und leben können.

Dienstag, 08.10.2019, 19:00 Uhr
Adrienne Mukamitali berichtete bei ihrem Besuch in der Bevergemeinde über die Erfolge in der Armutsbekämpfung in Runda. Foto: nn

Adrienne Mukamitali, die Ansprechpartnerin in der Diözese Nyundo für die Kirchengemeinde St. Ambrosius, berichtete über ihre derzeitigen Projekte. Ausführlich stellte sie mit ausgewählten Fotos den Bau und die Renovierung von Häusern vor, in denen Witwen mit Kindern wohnen und leben können.

Dabei beeindruckte die Anwesenden ganz besonders ein Beispiel aus ihrer Tätigkeit: Vom Bürgermeister in Nyundo bekam sie die Anfrage, ob sie drei Waisen von 14, zwölf und acht Jahren, die ohne Vater aufgewachsen waren und gerade ihre Mutter verloren hatten, versorgen könne. Sie stellte ihnen ein Haus, das noch renovierungsbedürftig war, zur Verfügung, ließ die Kinder dort schon wohnen, erledigte die restlichen Arbeiten und kümmerte sich dann weiter um die Ersteinrichtung und Versorgung der Kinder, die nun glücklich und zufrieden ihren Weg weitergehen können.

Sie berichtete weiter, dass während ihrer Tätigkeit, die vor 25 Jahren begann, mittlerweile insgesamt 74 Häuser mit Unterstützung der St.-Ambrosius-Gemeinde gebaut worden sind.

Ein zweites Projekt, das auch schon von Anfang an läuft, ist die Weitergabe von Schulkleidung und Schulmaterialien in öffentlichen Schulen, zu denen die Ärmsten der Armen gehen, in erster Linie an Waisen. Unter anderem vermittelt sie jährlich etwa 1000 Schuluniformen. Dabei wurde ausgiebig der Unterschied zwischen privater und öffentlicher Schule diskutiert. Der Grundtenor bei allen Anwesenden: Es sollen weiterhin nur die öffentlichen Schulen unterstützt werden, da die privaten von Kindern besucht werden, deren Eltern Schulgeld und -kleidung selbst finanzieren können.

Zwei weitere Projekte stellte sie vor, die auf der Basis sogenannter Mikrokredite arbeiten: Zum einen hat sie im Mai über 100 Ziegen an Genozid-Witwen weitergegeben, die das erste Jungtier wiederum für andere Witwen zur Verfügung stellen müssen. Diese Ziegen kauft sie für rund 25 Euro ein. Interessant dabei ihre Formulierung: „Die Ziege ist die Bank des armen Menschen.“ – Ein Sprichwort, das auch in Deutschland nicht unbekannt ist. Zum anderen erprobt sie gerade ein zweites Kleinkreditprojekt: An 200 Witwen in den Hügeln von Nyundo hat sie 400 Hühner vermittelt, die etwa Dünger für den kleinen Garten produzieren. Über den Verzehr der Eier erhalten die zumeist mangelernährten Kinder wesentliche Eiweiße und Proteine und außerdem können die übrigen Eier auf dem Markt verkaufen werden, um ein schmales Einkommen zu erzielen. Küken wiederum müssen an andere Witwen weitergegeben werden. Dieses Projekt startete sie in enger Kooperation mit der dörfliche Autorität, die auch Kontrollfunktion ausübt, wie sie sagte.

Nach zwei Stunden waren sich alle Besucher des Abends einig: Es war ein zum Nachdenken – auch über das eigene Leben in Europa – anregender Abend, sehr informativ und anschaulich durch die präsentierten Bilder. Alle konnten sich von der Arbeit Adriennes mit den Ärmsten der Armen in den Hügeln Nyundos ein gutes Bild machen und sehen, dass die Hilfe aus St. Ambrosius dort ankommt, wo sie am meisten nötig ist.

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