Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Brock
Schadstoffe bereiten Sorgen

Ostbevern -

Ein mit Schadstoffen belastetes Grundstück für das neue Feuerwehrgerätehaus in Brock bereitet der Verwaltung Sorgen. Wenn die kontaminierten Bereiche fachgerecht überbaut werden, kann das schädliche Material laut Unterer Wasserbehörde im Boden bleiben. Der Neubau muss nun optimal und trotzdem platzsparend auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Ladbergener Straße geplant werden.

Donnerstag, 18.10.2018, 23:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.10.2018, 23:00 Uhr
Das bisherige Gerätehaus der Feuerwehr Brock am Sportplatz ist zu klein. In absehbarer Zeit soll die Löschgruppe ein neues Gebäude an der Ladbergener Straße erhalten, Die Umsetzung gestaltet sich allerdings schwieriger als erwartet. Foto: Marion Fenner

Der Ortsteil Brock soll ein neues Feuerwehrgerätehaus erhalten. Einen Vorentwurf der Pläne nahmen die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses während ihrer jüngsten Sitzung zur Kenntnis.

Geplant ist der Neubau eines Funktionsgebäudes, in dem die Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Brock, aber auch die Ortsgruppe des Malteser-Hilfsdienstes untergebracht werden sollen“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Als Standort werde das gemeindliche Grundstück an der Ladbergener Straße favorisiert. Doch so einfach wie es klingt, sei es nicht mit der Umsetzung der Pläne, erklärte Hans-Heinrich Witt , Fachbereichsleiter bei der Verwaltung. „Dass das neue Gerätehaus in Brock benötigt wird, ist unbestritten. Schließlich müssen wir die gesetzliche Vorgabe, dass spätestens acht Minuten nach der Alarmierung mindestens ein Fahrzeug am Einsatzort ist, einhalten.“ Dafür müsse ein großes und ein kleines Fahrzeug der Löschgruppe Brock im Ort stehen. Des Weiteren haben die Malteser für ihre Fahrzeuge keinen festen Standort, diese seien teilweise bei den Mitglieder zu Hause untergebracht, erläuterte Witt den Ausschussmitgliedern.

Doch zu teuer solle das Vorhaben auch nicht werden, erklärt Witt. Deshalb seien die Planer bemüht, so sparsam wie möglich zu planen. Ein Problem, vor dem sie nun stehen, ist die Tatsache, dass sich auf dem vorgesehenen Grundstück Schadstoffe im Boden befinden. Der frühere Eigentümer habe dort in einigen Bereichen im Untergrund Teerabfälle, die vor vielen Jahren bei der Begradigung der Ladbergener Straße angefallen sind, in den Boden eingebracht, um einen festen Untergrund für seine Lkw zu haben. Der Teer enthalte polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Darüber habe sich seinerzeit niemand Gedanken gemacht, sagte Witt, heute werde Teer nicht mehr verwendet, auch wenn das Wort beim Asphaltieren von Straßen immer noch verwendet werde.

Wir haben das neue Gebäude platzsparend geplant.

Hans-Heinrich Witt

„Wir haben mit dem Kreis als Untere Wasserbehörde gesprochen“, sagte Witt. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, die Schadstoffe im Boden zu belassen und zu überbauen. Nur müsse das Gebäude möglichst so stehen, dass es die belastenden Bereiche auf dem Grundstück überdeckt werden. Das sei vor allem im hinteren Bereich der Fall. Die Zufahrten für die schweren Feuerwehrfahrzeuge müssen besonders stabil hergerichtet werden, das sei teurer als eine einfache Zufahrt, direkt an der Straße. „Wir haben das neue Gebäude, in dem sowohl die Feuerwehr als auch die Malteser Platz für Fahrzeuge, sozial- und Schulungsräume haben, platzsparend geplant. Nun ist aber die Frage, wie wir das Gebäude am besten ausrichten, um zusätzliche Kosten, insbesondere auch für eine teilweise Beseitigung der Teerreste, zu vermeiden.“

Einfamilienhäuser

Im vorderen Bereich, direkt an der Ladbergener Straße bleibe dann noch recht viel Platz. Platz für zwei Einfamilienhäuser, hat sich die Verwaltung überlegt. „Viel Geld werden wir damit nicht verdienen, denn ob diese Grundstücke direkt neben dem Gerätehaus und an einer recht stark befahrenen Landstraße gut vermarktet werden könne, ist sehr fraglich“, so Witt. „Was ist, wenn wir das Gerätehaus vorne bauen, dann sparen wir uns die langen teuren Zufahrten und im hinteren Bereich ein Gewerbegrundstück anbieten“, schlug ein Ausschussmitglied vor.

Weil noch zu wenig geklärt ist, sollen im nächsten Haushalt 1,8 Millionen Euro für eine teilweise Entsorgung der Schadstoffe und die endgültige Planung bereitgestellt werden.

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