Tag der Archive
Ältestes Exponat von 1238

Warendorf -

Am bundesweiten Tag der Archive öffnete auch das Kreishaus seine Türen.

Dienstag, 06.03.2018, 07:03 Uhr

Kreisarchiv Dr. Knut Langewand gewährte den Besuchern spannende Einblicke ins „Herz“ des Archivs.   Foto: Christopher Irmler

Hier präsentierten sich neben den Heimatvereinen aus Liesborn, Neubeckum und Ostbevern auch der Kreisgeschichtsverein Beckum-Warendorf, der Kreisheimatverein Beckum-Warendorf und der Arbeitskreis Familienforschung östliches Münsterland.

Mittags zog Kreisarchivar Dr. Knut Langewand ein positives Zwischenfazit der bereits neunten Auflage. „Es hat klein angefangen mit vielleicht 50 Besuchern. Jetzt sind wir schon bei mehreren Hundert.“ Sowohl die Vorträge und Führungen als auch die Filmvorführungen mit lokalem Bezug seien gut besucht worden. Im Fokus standen beim Aktionstag die Themen Demokratie und Bürgerrechte. So hatten die Verantwortlichen im Eingangsbereich des Kreishauses eine Ausstellung über die Geschichte der Demokratie in Deutschland vorbereitet. Den Bogen zur Gegenwart schlug der Kreiswahlsachbearbeiter Sebastian Schallau, der in seinem Vortrag über die Organisation, den Ablauf und Kuriositäten heutiger Wahlen sprach.

Es hat klein angefangen mit vielleicht 50 Besuchern. Jetzt sind wir schon bei mehreren Hundert.

Dr. Knut Langewand

Die Führungen widmeten sich stärker dem Aspekt der Bürgerrechte. Dabei bot sich den Besuchern die eher seltene Gelegenheit, einen Blick in das Endarchiv zu werfen. Hier lagern all jene Dokumente, die nicht mehr von der Verwaltung benötigt werden. Im Keller des Kreishauses befindet sich das Kreiszentralarchiv, welches – mit Ausnahme der Stadt Telgte – für alle Städte und Gemeinden des Kreises zuständig ist.

Mittlerweile sei dieses Archiv auf stolze 2500 Regalmeter angewachsen, dessen ältestes Exponat eine Urkunde aus dem Jahr 1238 ist. Maximal zehn Prozent der von Verwaltungen angebotenen Dokumente gingen in den Bestand über. In säurefreien Kartons, bei einer Raumtemperatur zwischen 16 und 20 Grad sowie einer Luftfeuchtigkeit von rund 40 Prozent sollen die Bestände „für die Ewigkeit“ aufbewahrt werden, so Lan­gewand. Nach und nach digitalisiere man die Akten. Doch angesichts der schieren Masse sei dieser Prozess eine Aufgabe für kommende Generationen. „Es sieht nicht so schön aus wie in einer historischen Bibliothek, aber darum geht es hier auch nicht.“ Grundsätzlich, so betonte Langewand, stehe das Kreisarchiv jedem Bürger offen. Im Umgang mit den Urkunden und Dokumenten sei jedoch eine gewisse Vorsicht nötig. „Aber da reden wir von ganz normalen Verhaltensregeln, die auch in einer Bibliothek gelten.“ Ein durch das Fernsehen transportiertes Klischee entkräftete Langewand auch noch: Die dort oft von Archivaren getragenen weißen Handschuhe seien eine nette Inszenierung, entsprächen aber nicht der Praxis.

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