Ann-Helena Schlüter
Auch als Lehrerin machte die Pianistin eine „bella figura“

Ahlen -

Drei Tage lang war die Musikschule in Ahlen das Zentrum für den Nachwuchs der Klaviermusik im Kreis Warendorf. Aus dem Tag der Klaviermusik war auf Initiative von Musikschulleiter Holger Blüder ein ganzes Wochenende der Klaviermusik mit Ann-Helena Schlüter als hochkarätiger Gast-Pianistin geworden.

Montag, 05.03.2018, 16:03 Uhr

Ann-Helena Schlüter, Bach-Spezialistin, gab den beiden Nachwuchspianistinnen Daria und Lisann einige Anregungen, damit sie ihr Spiel weiter perfektionieren können. Foto: Dierk Hartleb

Die aus einer Nürnberger Pianistenfamilie stammende Künstlerin brillierte zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung bei einem Solokonzert am Freitagabend mit einem Programm, das höchste Ansprüche an die Ausführung stellte: Bachs Chromatische Fantasie und Fuge in d-Moll und Beethovens Sonate für Klavier Nr. 21 c-Dur, angereichert mit Etüden von Chopin und eigenen Kompositionen.

Dass die Künstlerin auch eine gute Lehrerin ist, zeigte sie am Samstagvormittag bei den Workshops. In Anwesenheit der Lehrer und Eltern kommentierte sie das Vorspiel der jungen Klavierschüler.

Kritisch sah sie es, wenn die Mädchen und Jungen ihre Stücke auswendig spielten und nicht auf das Notenblatt schauten. Ihr Ratschlag „Das Notenbild sollte ein Freund sein“, blieb allerdings bei den Musiklehrern nicht ohne Widerspruch, allen voran Fachleiter Burkhard Jasper, der aus seiner Erfahrung eher zu einer abgewogenen Vorgehensweise riet. Auch Blüder plädierte dafür, das Spielen nach Notenbild nicht zu absolutieren. Abends wartete bereits das nächste Konzert in Braunschweig auf die auch international gefragte Künstlerin, die nach ihrem instrumentalpädagogischen Diplom und Master of Music, diversen Meisterklassendiplomen im In- und Ausland noch ein Studium der Konzertorgel in Frankfurt anschließt.

Kernstück der Veranstaltung war der Sonntag mit dem öffentlichen Vorspiel von Schülern verschiedener Klassen, wobei Blüder betonte, dass das frühere Pflichtvorspiel entfallen sei. Anders als Streicher, Bläser oder Schlagzeuger, die vorwiegend Orchestermusiker sind, erwarte man von Pianisten solistisches Auftreten, erklärte Blüder einleitend. Das erfordere großen Mut, sich dem Urteil der Öffentlichkeit zu stellen. In diesem Zusammenhang zitierte der Musikschulleiter den Klaviervirtuosen Vladinir Horowitz, der einmal bekannt hatte, in Deutschland nicht gerne gespielt zu haben, weil sich dort das Publikum über die Fehler unterhielt statt über die Schönheit der Musik.

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