Zehn Jahre „Voiceboxx“ – ein Abend zum Feiern
Stimmung wie bei Ina in Hamburg

Everswinkel -

Einer ihrer Titel heißt „Silberhochzeit“. Ganz so lange sind die aktuell sieben Sänger von „Voiceboxx“ noch nicht zusammen. 2018 entdeckten sie allerdings, dass sie – wenn auch nicht immer in der selben Zusammensetzung – bereits stolze zehn Jahre gemeinsam musikalisch unterwegs sind. Also bastelte die „Boygroup in den besten Jahren“ ein feines Programm zusammen, um das Jubiläum ausgelassen zu feiern.

Dienstag, 12.02.2019, 07:40 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 15:44 Uhr
Die sieben aktuellen Mitglieder von „Voiceboxx“ und drei Ehemalige feierten das zehnjährige Bestehen der A-cappella-Gruppe mit einem begeisternden Auftritt im Gasthof Diepenbrock. Foto: Susanne Müller

Ursprünglich hatte „Voiceboxx“ für den November vergangenen Jahres befreundete Musiker sowie einen Wortakrobaten eingeladen. Fatalerweise konnte der Abend dann jedoch wegen eines Todesfalls in der Familie eines Sängers nicht stattfinden. Nun ging‘s – mit dreimonatiger Verspätung – richtig rund im vollen Saal des Gasthofs Diepenbrock.

Gleich mit dem Opener „Rum und Coca-Cola “ sprang der Funke zum Publikum über. In der Folge übernahm mit Thomas Kronshage ein ehemaliger Mitsänger die Moderation und stellte mit launigen Worten den ersten Ehrengast vor: Dieter Lohmann, „Gebrauchslyriker“ aus Beelen, bestens bekannt durch Auftritte bei „Bühne frei!“, begeisterte die Zuhörer mit seiner Alltagslyrik. So nahm er die Gewohnheit mancher Mitmenschen aufs Korn, das Füllwort ‚halt‘ geradezu inflationär zu gebrauchen, und sinnierte im Gedicht „Hilfe, ich werde gestreichelt!“ über das neuerdings übliche ausgedehnte Schulterklopfen und den daraus resultierenden Händereibe-Glanz auf dem Sakko. Seine Kämpfe mit den Whatsapp-Abkürzungen (ABC – Alter, bleib cool) und die Verzweiflung am Bankautomaten, wenn partout der Pin-Code nicht einfällt, rissen das Publikum ebenso zu Lachsalven hin wie die „Tupper-Party“ und die „Qual der Wahl“ zwischen Torte und Schinkenbrot.

Dieter Lohmann.

Dieter Lohmann. Foto: Susanne Müller

Weitere Gäste: sieben „Pinguine“. Die ausgelassene Stimmung hielt sich, als die gemischte A-cappella-Gruppe die Gassenhauer „Rote Lippen soll man küssen“ von Cliff Richard, Ricky Nelsons „Hello, Mary Lou“ und dem 20er-Jahre-Klassiker „Ich hab das Fräulein Helen baden sehen“ anstimmte. Passend zur Karnevalszeit folgte die schwungvolle Samba „Brasil“, ehe es mit dem durch Elvis Presley bekannt gewordenen „Can’t Help Falling in Love“ romantisch wurde. Die drei Herren und vier Damen durften die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen und präsentierten zur großen Freude den Comedian-Harmonists-Hit, „Mein kleiner grüner Kaktus“.

„Die Pinguine“.

„Die Pinguine“. Foto: Susanne Müller

Nach der Pause, in der die Zuschauer in Anlehnung an „Inas Nacht“ auf Bierdeckeln Fragen an Henrik Leidreiter , den musikalischen Leiter der „Jungs mit den Goldkehlen“, aufschreiben durften, übernahmen die Jubilare, exzellent vorbereitet durch ihren Chorleiter, den letzten Teil und damit auch uneingeschränkten Höhepunkt des Programms. Immer herrlich ironisch dank der wunderbaren deutschen Texte von Jürgen Jasper sangen sie von den ersten zwei Tagen der beschwerlichen Pilgerreise nach Compostela, setzten „Seltsame Geschichten“ aus Zeitungsberichten in spritzige Tonfolgen um. Mit einem Augenzwinkern warnten sie in „Aphrodisiakum“ vor den Folgen der Überdosierung, und in „Tango“ verarbeiteten sie ihre nachhaltig verstörenden Tanzstundenerlebnisse – „Verdrück dich schnell bei Damenwahl“.

Talkrunde mit Thomas Kronshage (l.) und Henrik Leidreiter.

Talkrunde mit Thomas Kronshage (l.) und Henrik Leidreiter. Foto: Susanne Müller

Nach dem Dank der Voiceboxxer an Leidreiter für dessen großes Engagement führte Kronshage das angekündigte kurze Gespräch mit dem Bass der 6-Zylinder. Einer der Zuhörer wollte via Bierdeckel etwa wissen, ob er der Gesangsgruppe wohl ein strenger Lehrer sei. Auf die verneinende Antwort erfolgte – ähnlich wie vor dem Lokal „Zum Schellfischposten“ in Hamburg – ein ironisches „Heute haben wir gelacht, ha ha ha ha ha – hey!“ durch die hanseatisch aufgeputzten Voiceboxx-Männer. In „1 000 Tode“ boten sie dann spritzige Sprachspiele rund um berufsbezogene Todesarten (Wie stirbt der Gärtner? – Er beißt ins Gras.). Waren alle anderen Titel des Programms bereits erprobte Bühnenstücke, gab‘s mit dem kryptischen Titel „Wadamahada“ eine Premiere. Er wurde als das arabische Wort für „Glatze“ vorgestellt und thematisierte humorvoll das männliche Problem mit dem Haarausfall. Nach „Caravan of Love“, der „Silberhochzeit“ und „Ungarisch“ näherte sich der unterhaltsame Abend dem Ende. Das leicht abgewandelte Kinderlied „Hab ‘ne Tante aus Marokko“, gemeinsamen gesungen und gespielt von beiden A-cappella-Chören und dem begeisterten Publikum bildete den krönenden Abschluss eines mitreißenden Jubiläumskonzertes.

Lieferten natürlich den Höhepunkt des Abends selbst: die sieben Mitglieder von „Voiceboxx“.

Lieferten natürlich den Höhepunkt des Abends selbst: die sieben Mitglieder von „Voiceboxx“. Foto: Susanne Müller

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