Gründer von Sportverein und Dorf-Archiv Karl Schulte gestorben
Mit steter Leidenschaft für Alverskirchen

Alverskirchen -

Er war ein „Alverskirchener aus Leidenschaft“, wie es der frühere Bürgermeister Ludger Banken einmal formulierte. Ohne Karl Schulte wäre Alverskirchen wohl vieler Erinnerungen beraubt, würde nicht über so viele Dokumente seiner Geschichte verfügen, die in der Einrichtung des Dorf-Archivs mündeten. Und ohne Karl Schulte hätte der Sportverein DJK Rot-Weiß Alverskirchen wohl nicht 1964 seine Geburtsstunde erlebt. Am vergangenen Donnerstag ist Karl Schulte im Alter von 94 Jahren gestorben.

Samstag, 03.02.2018, 07:02 Uhr

Die Sicherung der Heimatgeschichte für die Nachwelt war ein zentrales Anliegen von Karl Schulte.
Die Sicherung der Heimatgeschichte für die Nachwelt war ein zentrales Anliegen von Karl Schulte. Foto: Günther Wehmeyer

Schulte , 1924 in Münster geboren, war von Haus aus Lehrer. Zehn Jahre lang, von 1958 bis 1968, war er Leiter der Volksschule Alverskirchen, wechselte dann für weitere 20 Jahre zur Nikolaischule nach Wolbeck. Seine pädagogische Ader nutzte er auch auf anderem Felde: 1967 gründete er das Katholische Bildungswerk und war lange dessen Leiter. Schultes Faible für Geschichte und Historie machte sich der damalige Bürgermeister Ernst Tertilt zunutze, als er den Alverskirchener bat, doch Zeitungsartikel, Fotos und Dokumente über Alverskirchen für die Nachwelt zu sichern. Schulte willigte ein und begann zu sammeln; in den Anfangsjahren noch in seinen privaten Wohnräumen. Als der Platz nicht mehr reichte, ergab sich die Möglichkeit, ins Dachgeschoss der Grundschule Alverskirchen zu wechseln.

Die über 70 Ordner mit Urkunden, Zeitungsausschnitte, Fotos sowie Karten und von Schulte gefertigte Modelle machen die Geschichte Alverskirchens sichtbar. Das war die Keimzelle des Dorf-Archivs, das er 50 Jahre lang bis zum September 2016 leitete. „Durch sein unermüdliches Engagement und zahllose Arbeitsstunden hat er das Dorf-Archiv zu dem gemacht, was es heute ist. Karl Schulte hat damit das ,Gedächtnis Alverskirchens‘ geschaffen“, würdigt der heutige Leiter, Martin Hegemann, die Leistung seines Vorgängers.

Großes Engagement hatte Schulte auch bei der (Wieder-)Gründung des Alverskirchener Sportvereins gezeigt. 1963 wurde im Dorf zwar Sport betrieben, doch die Rahmenbedingungen für Tischtennis und Fußball waren bescheiden und unbefriedigend. Zudem fehlte der sportliche Kräftevergleich mit anderen. Die Aktiven der damaligen Zeit wandten sich an Volksschulleiter Schulte, der schnell den Schlüssel erkannte: Eine verbandliche Bindung musste geschaffen werden. Kontakte wurden geknüpft, viele Gespräche geführt – mit Erfolg. Am 14. Dezember 1964 fand die Gründungsversammlung der DJK Rot-Weiß Alverskirchen statt. Den Vorsitz übernahm Karl Schulte. Im Oktober 1965 war der Verein vollwertiges DJK-Verbandsmitglied, am 1. April 1966 beschloss die Mitgliederversammlung den Beitritt zum Westdeutschen Fußballverband – die Tür zu einem geordneten Spielbetrieb war geöffnet. Nach der Versetzung zur Wolbecker Grundschule übergab Schulte den Vereinsvorsitz aus Gründen der Arbeitsbelastung dann in der Mitgliederversammlung von 1970 an Theo Geßmann.

Schultes Leidenschaft für die Heimatgeschichte wurde zudem in den fünf Bänden „Von Alvinskerken bis Alverskirchen“ sowie in der Mitarbeit an dem Buch „Everswinkel und Alverskirchen – Dörfer im Wandel“ und verschiedenen Aufsätzen verewigt. Eine besondere Würdigung erlebte Schulte am 26. November 2008, als ihm vom Kreisheimatverein die Augustin-Wibbelt-Plakette verliehen wurde. In einer Laudatio stellte der damalige Pfarrer Dr. Hector Sanchez fest, „Karl Schulte vermittelt seit 50 Jahren den kulturellen Reichtum Alverskirchens. Dabei hat er eines immer beleuchtet: Kultur- und Heimatpflege sind nicht Museumsobjekte , sondern Realität, die täglich erlebt werden kann und soll.“ Landrat Dr. Olaf Gericke betonte dabei, „Alverskirchen kann stolz auf Karl Schulte sein.“

Am Sonntag wird für Karl Schulte um 19 Uhr in der St. Agatha-Kirche gebetet. Die Eucharistiefeier beginnt am Montag um 14.30 Uhr, anschließend findet die Beisetzung statt.

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